Nr. 317    Erscheinungtermin: 01.09.2026
Autoritäre Formierung
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Autoritäre Formierung - Künstliche Intelligenz und die sechs Siebtel darunter
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76 Seiten
September 2026
Preis: 5,00 EUR



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China festigt Position als Atommacht

China verdrängt Frankreich auf den dritten Platz
und genehmigt 8 weitere Reaktoren

von aaaRed

Chinas Nuklearsektor hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Durch die Inbetriebnahme eines neuen Reaktors für den kommerziellen Betrieb und den Netzanschluss eines weiteren Reaktors hat China Frankreich bei der gesamten installierten Leistung überholt. Damit rückt das Land weltweit auf den zweiten Platz vor, dicht hinter die Vereinigten Staaten. Zudem hat die dortige Regierung den Bau von acht weiteren Reaktoren genehmigt und bestätigt damit eindeutig, dass sie den Ausbau auch in den kommenden Jahren fortsetzen will.

Zwei Blöcke trugen Anfang August zum Aufstieg in der weltweiten Rangliste bei. Am 1. August wurde der dritte Block des AKW Changjiang in der Provinz Hainan erfolgreich an das Netz angeschlossen. Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor vom Typ Hualong One mit einer Leistung von 1.200 MWe, der am 10. Juli seine erste Kritikalität erreichte. Parallel dazu ging der zweite Block des Akw Taipingling in der Provinz Guangdong in den vollen kommerziellen Betrieb über. Nach Angaben von World Nuclear News erhielt dieser Block Ende April die Betriebslizenz, erreichte im Juni die Kritikalität und wurde am 4. Juli an das Netz angeschlossen.

Dank dieser Blöcke erreichte die gesamte installierte Leistung der chinesischen AKW fast 64 GW, womit China Frankreich offiziell auf den dritten Platz der Weltrangliste verdrängte. Vor China liegen nun nur noch die Vereinigten Staaten mit einer installierten Leistung von rund 95 GW. Da sich in China jedoch Dutzende weitere Blöcke im Bau befinden, wird das Land im Laufe des nächsten Jahrzehnts voraussichtlich auch die Vereinigten Staaten überholen.

Die Wette auf heimische Technologien:
Grünes Licht für 8 weitere Reaktoren

Während einer Exekutivsitzung des chinesischen Staatsrats unter dem Vorsitz des Premierministers Li Qiangoffiziell am 31.Juli26 wurde der Bau von drei Paaren Hualong One (HPR1000) Reaktoren an den Standorten Jinqimen, Taipingling und Zhuanghe sowie zwei Reaktoren von Guohe One (CAP1400) am Standort Laiyang genehmigt. Damit knüpft die Regierung an die Genehmigung von jeweils zehn Blöcken in den beiden vorangegangenen Jahren an.

Die genehmigten Objekten gehören zu den vier strategisch wichtigen Standorte in verschiedenen Regionen des Landes: die zweite Phase des AKW Jinmen in der Provinz Zhejiang, die dritte Phase des AKW Taipingling in der Provinz Guangdong sowie die neuen Standorte des AKW Zhuanghe in der Provinz Liaoning und des AKW Laiyang in der Provinz Shandong. Laut chinesischen Quellen sind diese Projekte ein Schlüsselelement der langfristigen Strategie Pekings, den Anteil der Atomstromerzeugung zu erhöhen.

Das Gesamtvolumen der Investitionen in diese Projekte übersteigt 25 Milliarden Dollar, was eine weitere Phase der beispiellosen Expansion der Atomindustrie im Jahr 2026 einleitet.Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem technologischen Aspekt der neuen Projekte. Sie setzen primär auf das Flaggschiff des chinesischen Nuklearexports und der heimischen Entwicklung: den Druckwasserreaktor Hualong One.

Im AKW Jinmen werden Reaktoren vom Typ Hualong One Version 2.0 installiert – dies ist eine modernisierte Version eines Reaktors der III. Generation, der von chinesischen Ingenieuren entwickelt wurde. Nach Abschluss des Baus wird das AKW sechs Blöcke umfassen.

Die gleiche Hualong One Version 2.0-Technologie wird auch im AKW Taipingling eingesetzt. Hier ist die Inbetriebnahme von sechs Blöcken mit jeweils 1217 MW Leistung geplant. Nach der vollständigen Inbetriebnahme wird das AKW jährlich mehr als 55 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen können, was das Stromnetz einer der wirtschaftlich am stärksten entwickelten Regionen Chinas erheblich stützen wird.

Rekordprojekt in der Provinz Shandong

Eines der ehrgeizigsten Projekte des Programms ist das AKW Laiyang. Auf den ersten beiden Blöcken dieses AKWs werden Reaktoren vom Typ Guohe One installiert – eine weitere eigene Entwicklung Chinas der III. Generation, dessen erster Demonstrationsblock erst im Jahre 2024 den Betrieb aufnahm. Die Leistung jedes solchen Reaktors beträgt beachtliche 1543 MW. Die Gesamtinvestition in den Bau von Laiyang wird auf etwa 18 Milliarden Dollar geschätzt.

Nach Abschluss des Baus aller sechs Blöcke wird das Kraftwerk das leistungsstärkste in China sein. Darüber hinaus wird dieses Projekt als Katalysator für den massiven, standardisierten Bau von Guohe One-Reaktoren dienen, was die Geschwindigkeit des Ausbaus neuer Kapazitäten in Zukunft beschleunigen wird.

China setzt damit den Übergang von der früheren Abhängigkeit von ausländischen Technologien (z. B. französischen oder amerikanischen) zur vollständigen Autarkie in der Lieferkette fort.@

Quellen: oenergetice.cz 5.08.26
world-nuclear-news.org 3.08.26

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