Gelebtes Friedenszeugnis

Quäker besetzen und blockieren Atomwaffenstützpunkt Büchel


Am Morgen des 23. Juli haben sieben Atomwaffengegner*innen die Start- und Landebahn des Fliegerhorst Büchel unautorisiert betreten, um den Abzug der Atombomben zu fordern. Die Teilnehmer*innen im Alter von 27 bis 78 Jahren durchschritten den Militärzaun und besetzten dann das Rollfeld.

Dort sangen und musizierten sie mit Akkordeon und Flöte, streuten Blumensamen und verwandelten die Startbahn für eine kurze Zeit in einen Ort des Lebens. Mit ihrer Lebendigkeit standen sie im scharfen Kontrast zu den grauen Tornados, die an diesem Morgen nur zeitverzögert ihre Kriegsübungen beginnen konnten. Sie rechtfertigen ihre Aktion damit, dass die Bundesregierung untätig bleibt, denn: " Das Üben mit Atomwaffen ist illegal, da es gegen Völkerrecht verstößt.""Die Nukleare Teilhabe der Bundesrepublik verstößt nicht nur gegen das Grundgesetz, sondern auch gegen den NPT-Vertrag" erklärt Ariane Detloff, Köln, eine der Besetzer*innen.

Früher am Morgen fand vor dem Haupttor des Atomwaffenstützpunktes eine gewaltfreie Sitzblockade statt. Dort hatten sich 12 Blockierer*innen auf die Hauptzufahrt gesetzt. Auf Flyern erklärten sie:

"Wir sagen NEIN zu jeglichen nuklearen Waffen und einer Militärdoktrin, die die Anwendung nuklearer Waffen ins Zentrum ihrer militärischen Kalkulation stellt". Und sie fordern Tourist*innen, Anwohner*innen und Soldat*innen auf: "Sag auch Du NEIN zu diesem Unrecht."

"Krieg beginnt hier- also stoppen wir ihn hier" erklärt Leonie Glahn-Ejikeme, 55 Jahre, eine der Blockierer*innen. Friederike Häuser, Lehrerin, ergänzt: "Mein Gewissen verbietet mir, mich von solchen Waffen schützen zu lassen".

Auf bunten Bannern erklären die Quäker: "Atomwaffen abschaffen JETZT" und "Miteinander in Frieden leben". Und "Hier üben deutsche Soldaten auf Natobefehl, US-Atombomben ins Ziel zu fliegen und abzuwerfen. Das ist verfassungswidrig und gegen das Völkerrecht".

Die Demonstrant*innen gehören zu den Quäkern, einer freien Religionsgemeinschaft, in der das Friedenszeugnis ein zentraler Bestandteil ist. Verstärkt wurden sie vom Netzwerk Friedenssteuer und Pax Christi. Die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) ermutigt ihre Mitglieder, sich gegen jegliche Art von Rüstung und Krieg einzusetzen. So auch in der Eifel. Hier sind die letzten 20 Atomwaffen in US-Besitz stationiert, die im Ernstfall auf Befehl des US-Präsidenten von deutschen Piloten in ihr Zielgebiet geflogen werden sollen. Für die nächsten Jahre sind sogenannte "Modernisierungen" geplant, die die Schwelle der Einsatzbereitschaft auf Grund ihrer "Zielgenauigkeit" noch mehr herabsetzt.

Alle 32 Friedensbewegte sind aus der ganzen Bundesrepublik angereist, um hier Zeugnis für eine Welt ohne Atomwaffen abzulegen". Wir wissen, dass Frieden auf Erden zu keiner Zeit durch äußere Waffen und absolut nie durch mörderische Massenvernichtungswaffen erreicht werden kann." Stattdessen: "Wir vertrauen auf nicht-militärische, also gewaltfreie Konfliktlösungen. Deshalb arbeiten viele Quäker in Projekten mit, die Alternativen zur Gewalt aufzeigen."@

 

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