Anti-Atom-Infotour machte Station in Russland.
UmweltschützerInnen fordern eine

atomkraftfreie Ostsee

PM 9. Juli 2010

 

AktivistInnen aus Belarus, Deutschland, Finnland und Russland befinden sich gerade in St. Petersburg, der nördlichen Metropole Russlands, um über die unterschiedlichen Gefahren der Atomkraft für die Gesundheit und Umwelt aufzuklären, die von den bestehenden Reaktoren des AKW Leningrad ausgehen. Dort befinden sich vier Reaktoren des Tschernobyl-Typs in Betrieb und weitere neue Reaktoren sind als Teil des AKW Leningrad-2 geplant. Dessen Konzept war von ExpertInnen aus Belarus, Litauen und österreich als gefährlich eingestuft worden.

"Unsere Gruppe führt eine Kampagne gegen den Import von giftigen und radioaktiven Uranabfällen aus Westeuropa nach Russland. Ausserdem setzen wir uns gegen den Bau des neuen AKW nahe St. Petersburg ein. Wir wollen nicht, dass das Rosatom-Unternehmen Profite auf Kosten der Gesundheit der einfachen Leute macht - und darum beteiligen wir uns an der Infotour", sagt der stellvertretende Vorsitzende Rashid Alimov von der Umweltschutzgruppe ECOperestroika mit Sitz in St. Petersburg.

Das Programm der internationalen Infotour gegen Atomkraft umfasst nicht nur Informationsarbeit sondern auch Direct Action. Wir mobilisieren z.B. für die Blockade des Atomkraftwerks Olkiluoto (Finnland) am 28. August und für die Proteste gegen den Castortransport nach Gorleben im November."

Tatiana Novikova, GeschäftsführerIn der "Public Environmental Expertise" des Belarussischen AKW-Projekts, sagt: "Ich spreche im Namen vieler Menschen in Belarus, wenn ich Russland auffordere, kein so gefährliches AKW-Projekt in Belarus zu finanzieren und zu errichten. Belarus ist bereits genug belastet durch die Folgen des Super-GAUs in Tschernobyl." Belarus plant den Bau eines AKW vom selben Typ wie das AKW Leningrad-2, das in Sosnovy Bor nahe St. Petersburg gebaut wird.

"Ein öffentliche Umweltexpertise kam zu der Schlussfolgerung, dass das AKW-Vorhaben mit hohen Risiken verbunden ist. Der neue Reaktortyp wurde noch nirgendwo getestet und nicht nur das Konzept, sondern auch alle seine Komponenten, sind völlig neue Entwicklungen ohne Erfahrungswerte. In der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) des Belarussischen AKW-2006 werden schwere Unfallszenarien nicht untersucht und angeblich hohe Sicherheit wird durch keine Fakten belegt werden", fügt Novika an.

Der Physiker und Präsident der Organisation "Green World", Oleg Bodrov, erklärt, dass die "Wasser-Ökosysteme der Ostsee sehr verwundbar sind und der Wasseraustausch mit dem offenen Ozean sehr gering" ist. Deshalb fordert er "eine internationale Konferenz deren Ostsee- und Barentsee-Staaten, um eine Strategie zum Schutz der Ostsee vor den Risiken, die von den AKW, den Ex- und Importen von Atomstrom ebenso wie von den Atommüll-Transporten ausgehen, zu entwickeln".

Die Anti-Atom Ostsee-Infotour bringt Organisationen und Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, die sich gegen die Atomkraft engagieren und eine atomkraftfreie Ostsee fordern.

Im Moment werden zwei AKW nahe der Ostsee-Küste errichtet: in Finnland (Olkiluoto-3) und in Russland (Leningrad-2 nahe St. Petersburg). Wir widersetzen uns den unverantwortlichen Neubauvorhaben von Atomkraftwerken, wie sie in Finnland, Russland, Belarus und Litauen diskutiert werden. In Schweden, wo es früher ein Neubauverbot für AKW als Ergebnis der öffentlichen Proteste gab, gibt es Versuche eine Atommüllkippe in gefährlicher Nähe zu unserer gemeinsamen Ostsee zu errichten. In Deutschland ist der Bann auf AKW-Neubauten noch immer wirksam, obwohl die Regierung die Verlängerung der Laufzeiten diskutiert. Dort gibt es ein Atommülllager für hochradioaktive Abfälle in Lubmin bei Greifswald nahe der Ostsee. Transporte des gefährlichen Materials in diese Anlage sind für die nächsten Monate angekündigt worden. Daher macht die Infotour Station in allen genannten Ländern.@

externer Link baltic-tour.nuclear-heritage.net

 

- zurück




      anti-atom-aktuell.de