Deutsche Atombombenambitionen bescheren Asse 90% des Strahlenmülls!

Der Griff zur Atombombe und die Asse

PM vom 15.9.08

90% der Strahlung im Atommüll-Lager Asse II kommt aus der Wiederaufbereitungsanlage –Karlsruhe (WAK). Joachim Radkau, Professor für Technikgeschichte an der Uni Bielefeld weist in seinem Buch „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft 1945-1975“ nach, dass ein entscheidender Grund für den Bau der WAK die Option der militärischen Nutzung des abgetrennten Plutoniums, also deutschen Großmachtsträume gewesen sein müssen.

Die Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe brachte mit der Heraustrennung von Plutonium die Möglichkeit zur Herstellung von Atombomben. Radkau weist nach, dass der Bau der WAK aus anderen z.B. ökonomischen Gründen, keinen Sinn machte.

Aus ökonomischen Gründen machte die Karlsruher Anlage keinen Sinn, weil schon die belgische Wiederaufarbeitungsanlage in Mol unter mangelnder Auslastung litt und die Liquidation drohte, da die britische Anlage in Sellafield die Wiederaufarbeitung zu günstigeren Preisen anbot. Außerdem brauchte man das Plutonium nach wie vor für Reaktoren noch nicht, da es noch keinen Brüter-Reaktor in Deutschland gab. Stattdessen wurden bei einer Besprechung im Bundesforschungsministerium 1967 „nationales Interesse“ und „politische Gründe“ ins Feld geführt.

Technisches Verfahren:
Das in der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe angewandte „wässrige“ Purex-Methode war früher für die Gewinnung hoch konzentrierten Bombenspaltstoffes zum Zweck des Bombenbaues entwickelt worden: Bei der wässrigen Purex-Methode war die Gefahr eine unkontrollierten Abzweigung von Plutonium größer und auch unter dem Gesichtspunkt der Endlagerung erschien diese Option als verwerflich: Denn beim einem von General Electric speziell für zivile Zwecke entwickelte Verfahren wären dagegen die Abfalllstoffe in fester Form angefallen, was die Endlagerung erheblich erleichtert hätte und auch, so General Eletiri damals propagierte, ökonomische Vorteile hätte haben sollen.(Das sich das von General Electric 1963/64 angebotene Verfahren nicht bewährte, stellte sich er zehn Jahre später heraus)

„In Anbetracht dessen,“, urteilte Joachim Radkau, Professor für Technikgeschichte an der Uni Bielefeld, „wie stark man sich zu jener Zeit an den führenden US-Konzernen orientierte und wie wichtig in anderen Fällen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen genommen wurden, ist es schon überraschend, wie wenig das Angebot der General Electric in der Bundesrepublik beachtet wurde.“

Auch die Atomenergie Kommission der USA (AEC) hätte gerne verhindert, dass Plutonium deutsche Hände geriet und machte eben zu der Zeit, als sich die Pläne für eine Karlsruher Versuchsanlage konkretisierten, den Vorschlag „den gesamten Brennstoffkeislauf für die Bundesrepublik zu übernehmen.“

1964 veröffentlichte der Euroatom-Direktor Guéronin der Zeitschrift „atomwirtschaft“ die Warnung bei der Wiederaufarbeitung könne „übereilter Bau unnötiger und unwirtschaftlicher psydoindustrieller Anlagen“ könne „nur zur Verschwendung von Zeit , Geld, und Arbeitskräften führen“ und „die schlimmsten Auswirkungen auf die öffentliche Meinung haben.

 

Das nationale Motiv
Als Japan 1968 verkündete, dass es erstmals in einer Wiederaufarbeitungsanlage Plutonium erzeugt habe, bemerkte der Industriekurie, das Japan „nunmehr das technische Potential zum Bau einer Atombombe“ besitze und hierdurch eine stärkere Stimme in den Verhandlungen um den Atomwaffensperrvertrag erhalten“ werde.

Dem entsprechend urteilt Joachim Radkau, Professor für Technikgeschichte an der Uni Bielefeld urteilte in seinem Buch „Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft“ auf über die WAA Karlsruhe:„Daß in der Leitung der Atomkommission und des Kernforschungszentrum Karlsruhe die Meinung vorherrschte, man müsse die kerntechnische Entwicklung rasch in ein Stadium bringen, das auch eine waffentechnische Option enthielt, ist kaum zu bezweifeln. Damit ist nicht gesagt, daß man ernsthaft eine Nuklearrüstung anstrebte: Es genügte, wenn man die Möglichkeit einer solchen bei NATO-, Euratom- oder Nonproliferationsverhandlungen ausspielen konnte“

„ Es wäre eine bitter Wahrheit, wenn Menschen unter den strahlenden Folgen nationalistischen Machtspekulationen leiden müssen oder bereits gelitten haben. Nach derzeitigem Stand gibt bei der Asse keine risikolose Option. Beim Verbleib des Atommülls in der Asse droht er früher oder später ins Grundwasser zu gelangen Auch gibt es noch keine Studie, wie man die Rückholung der Fässer organisieren kann, ohne dass Arbeiter einer zusätzliche Strahlenbelastung ausgesetzt werden. Bereits bei Transport der WAK-Abfälle eine sehr hohe Dosisleistung von bis zu 7000 rem pro Stunde aufgetreten. Arbeiter mussten laut Aussagen aus Ministeriumskreisen abgezogen werden, weil sie innerhalb sehr kurzer Zeit ihrer Jahresdosis abbekommen hatten. Es müsste untersucht werden, ob bei den mit dem Transport beauftragten, akute oder Spätfolgen aufgetreten sind“, fordert das Göttinger Anti- Atom-Plenum.

Die Karlsruher Wiederaufarbeitungsanlage lief von 1971 bis 1990. Der Rückbau kostet dem Steuerzahler 2,6 Mrd. Euro. Verglaste hochradioaktive Abfälle sollen nächstes Jahr in das Zwischenlager nach Lubmin in Mecklenburg Vorpommern gebracht werden. @

AntiAtomPlenum Göttingen
c/o Buchladen „Rote Straße“
Nikolaikirchhof 7
37073 Göttingen
externer Link aapgoe.so36.net

 

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