Widerstandshaus braucht Unterstützung

von Markus Pflüger

Ein Atomüllendlager droht im 80-Seelendorf Bure in Lothringen 2006 in Betrieb genommen zu werden. Der internationale Atomwiderstand hat jetzt ein Haus gekauft, um gegen das Projekt und die Umwandlung des Versuchslabors zu kämpfen. Dieses Jahr sind zahlreiche Aktivitäten geplant.

    Foto: Widerstandshaus Bure

Unterstützung aus aller Welt ist willkommen. Angesichts der deutsch-französischen Atomverflechtung, neuer AKW-Baupläne (EPR in Finnland und Frankreich durch ein dt-frz Konsortium mit SIEMENS), den EURATOM-Vertrag, der als Anhang zur neoliberalen und militarisiserten EU-Verfassung bestehen bleiben soll, ist internationale Solidarität angesagt

Kommt nach Bure, 60 km von Nancy, 150 km nach der dt-frz. Grenze – Radioaktivität und Widerstand kennen keine Grenzen...

    Gorleben ist überall !

Widerstand geht in die entscheidende Phase

Vergleichbar mit Gorleben wird in Bure/Lothringen, 70 km südwestlich von Nancy seit 1999 „geforscht“, ob das dortige Lehm-Ton-Gestein geeignet ist, hochradioaktiven Müll zu lagern. Anforderung an ein solches Lager: Abschirmung des Gifts von der Biosphäre für mindestens 1 Million Jahre! Das dies ein Ding der Unmöglichkeit ist, wir von Seiten kritischer Geologen seit langem betont, von Staatsseite aus aber hinter einer Fassade des „offenen Diskurses“ mit der Bevölkerung vertuscht. Im nächsten Jahr soll das französische Parlament über die Zukunft des Standortes entscheiden. Seit Anfang an wehren sich Leute in der extrem schwach besiedelten und sehr konservativen Region gegen das Projekt, aber auch aus dem weiteren Umfeld bis nach Deutschland kam Unterstützung. Wie passend und wichtig das ist, zeigt die Verflechtung der deutschen und französischen Atomindustrie beispielsweise durch das deutsch-französische AKW-Neubauprojekt EPR mit Siemens oder die Aufstockung des Anteils des frz. Atomkonzerns EDF bei Energie Baden-Württemberg auf 45%. (ap 28.1.05) .


Das neue Widerstandshaus in Bure

Wichtig schien seit langem, ein Haus oder Grundstück zu finden, wo sich AtomkraftgegnerInnen sammeln und austauschen können und wo Gegeninformationen und Protest organisiert wird. Im November letzten Jahres ist es gelungen: der Verein „Bure Zone Libre“ hat ein altes Bauernhaus mit Garten erworben. Es liegt 2 km von der Endlagerbaustelle, mitten im Dorf Bure, gegenüber der staatlichen (Des)Informationsstelle. Die Mauersubstanz ist gut, durch Dachlöcher sind jedoch Holzschäden entstanden. Der Dachstuhl der Scheune muss stark restauriert werden, im Wohnhausteil, der als erstes für Gruppen und als Infobüro der Bure-Stop-Initiativen ausgebaut werden soll, fehlen Holz- bzw. Steinfußböden.

Das Dach soll isoliert und mit Solarkollektoren versehen werden, im ehemaligen Stall soll ein Sanitärbereich mit Holzkesselheizung entstehen. Der Garten bietet Platz für Camper, Kompostklos und Draußen-Duschen. Mehrere südwestdeutsche Antiatom-Gruppen sind dem Verein beigetreten und wollen am Haus des internationalen Atomwiderstands mitbauen.


Internationale Solidarität gefragt

Dieses Jahr werden zahlreiche Aktivitäten stattfinden, um die Entscheidung für ein Endlager in Bure zu verhindern und zumindest um die Bevölkerung über die verschwiegenen Gefahren und die Wichtigkeit des Projekts für den Weiterbetrieb der Atomanlagen und deren weltweite Schäden für Mensch und Natur zu verdeutlichen.

Am 22. Mai 2005 wird das Info- Büro mit Teilnahme eines parteilosen Europaparlamentariers eingeweiht und am 30./31 Juli 2005 wird die offizielle Einweihung des Hauses anlässlich eines Musik-Festivals in nächster Nähe zur Endlagererkundungsbaustelle stattfinden. Ende September wird schließlich zu einer internationale Demonstration gegen das geplante Endlager voraussichtlich in Bar le mit Unterstützung des französischen Anti-Atom-Netzwerks „Reseau Sortir du Nucleaire“ mobilisiert.

Es gibt sehr viel zu tun, deshalb bitten wir Heim- und HandwerkerInnen, für Kost und Logis mit anzupacken, ein Arbeitsplan steht unter www.burestop.org Peter, der deutsch spricht ist momentan dort anwesend Wer Interesse hat, den Widerstand vor Ort zu unterstützen oder konkret am Aufbau des Hauses mitzuhelfen, kann sich an folgende Adresse wenden (Französischkenntnisse nicht erforderlich):

Bure Zone Libre, 2 rue de l´Eglise
55290 Bure
Tel: 0033-329454177
peter.desoi@gmx.de
www.burestop.org

Spenden per Scheck an:
Bure Zone Libre; Rue de la gare; 54230 Maron

Kontakt zu Gruppen in Deutschland:
atomausstieg@yahoo.de (Trier)
aagm(at)abc-online.org ( Mannheim)

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