Nr. 272    Erscheinungtermin: 03.04.2018
Fukushima nicht vergessen
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52 Seiten
April 2018
Preis: 3,00 EUR



 
 
 
 

Inhaltsverzeichnis

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    Es sind inzwischen Millionen von schwarzen Plastiksäcken, die gefüllt mit verstrahlter Erde an unzähligen Orten der Region um Fukushima deponiert sind. Sie sind Zeugnis für das vergebliche Bemühen, durch Dekontaminationsarbeiten ungeschehen zu machen, dass Erdstöße Atomanlagen zerstört und Radioaktivität großflächig verteilt haben; stillschweigend Todbringendes ist damit zur unausweichlichen Realität geworden. In vielen Ausgaben haben wir davon ausführlich berichtet, genau wie über das ständige Scheitern beim Versuch, das strahlende Wasser festzuhalten. Deswegen beschränken wir uns in dieser Jahrestagsausgabe darauf, es hier zu erwähnen.

    Intensiver wollen wir uns anschauen, was eigentlich aus der anti-Atom-Bewegung geworden ist. Demonstrationen mit riesigen Zahlen an TeilnehmerInnen setzten Menschen, die mit japanischen Verhältnissen vertraut sind, in den ersten Jahren der Reaktorkatastrophe in Erstaunen: in einer Kultur, in der es verpönt ist, nein zu sagen, brachten plötzlich Hunderttausende ihr 'Atomkraft? Nein danke!' auf den Straßen und Plätzen zum Ausdruck.

    Massendemonstrationen gab es in diesem Jahr nicht. Ist damit auch die ablehnende Haltung in der Bevölkerung weg? Ist die anti-Atom-Bewegung verschwunden? "Nein" sagen Menschen, die sich durch intensive Japanstudien darum bemühen, dieses für die meisten von uns doch recht fremde Land zu verstehen. "Soziale Bewegung gegen Atomkraft gibt es seit Jahrzehnten," stellt der Autor Andreas Singler fest, "aber in der Regel äußert sie sich nicht in Massen-Events." Einige Beispiele in diesem Heft vermitteln einen Eindruck von der Herangehensweise. Sie zeichnen das Bild von einem Kampf, der wenn überhaupt nicht von heute auf morgen und nur mit langem Atem zu gewinnen ist.

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