Atomprofit hat viele Namen.

BPR ist einer davon!

von Peter Moritz

    BPR - ein Atomprofiteur
    "im stillen Kämmerlein"

BPR ("Beraten, Planen Realisieren) erbringt Ingenieursleistungen für alle neuen Areva-AKWs: Olkiluoto 3 in Finnland, Flamanville in Frankreich, Taishan in China und womöglich auch Hinkley Point C in Großbritannien. BPR kann auch mit guten Geschäften rechnen, falls Areva je seine Pläne für das weltgrößte AKW im indischen Jaitapur verwirklichen kann.

    BPR gehört zu
    Arevas Top-Lieferanten

"AREVA hat einigen seiner deutschen Zulieferer, so auch BPR Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner, am 1.Juli 2009 in Berlin den Titel ‚TOP AREVA Lieferant‘ verliehen. Damit unterstreicht AREVA ihre Verbundenheit mit BPR, das mit anderen Unternehmen maßgeblich zum Erfolg der AREVA beiträgt. Neben über 20 anderen Kriterien waren Zuverlässigkeit, Qualität und Termintreue ausschlaggebend, die wir nicht zuletzt bei unserer Tätigkeit für das neue Kernkraftwerk in Finnland in vorbildlicher Weise erfüllt haben."1

Areva zeichnete nur den Schäpertöns-Teil von BPR aus. Zur BPR-Gruppe gehören auch "Dipl.-Ing. Bernd F. Künne & Partner". Die "BPR International GmbH" wird in der BPR-Imagebroschüre noch genannt, auf der Webseite aber nicht mehr aufgeführt. "Drei Unternehmen, die sich unterstützen und ergänzen. Eines für alle, und alle für eines.Wir sind mehr als die Summe unserer Teile, zusammengefasst sind wir die BPRGruppe oder noch kürzer und prägnanter: Wir sind BPR!"2

Die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit Areva begann schon in den 1990er Jahren. Dr. Schäpertöns wurde damals mit der Projektleitung für die Tragwerksplanung des Forschungsreaktor München II betraut. Beim AKW Olkiluoto 3 war BPR von Anfang an dabei. BPR wurde mit der Führung der Standsicherheitsnachweise und der Erstellung aller für den Rohbau der Sicherheitsgebäude erforderlichen Pläne beauftragt. "Gut 10.000 Statikseiten sind dabei zusammengekommen. 300 Schalpläne, 300 Verankerungspläne und fast 1.000 Bewehrungspläne wurden gezeichnet, .... In der Spitze waren über 40 BPR-Mitarbeiter an dem Projekt tätig."

    Coming-out als Atomprofiteur

Erst 2007 hatte Dr. Schäpertön sein Coming-out als Atomprofiteur. Unter der Überschrift "Die Tragwerksplanung verlässt das stille Kämmerlein" bekannte er: "Konnten wir unseren Brückenbau ... schon vorzeigen, so fand die Arbeit an unserem größten Projekt, den Safeguard Buildings 1-4 des Kernkraftwerks OL3 in Olkiluoto Finnland, bisher im stillen Kämmerlein statt."

BPR wurde durch das Atomgeschäft groß. 2009 gab Schäpertöns einen Zwischenstand: "Noch sind unsere Leistungen für das Kraftwerk in Finnland nicht abgeschlossen. Einige Revisionsschleifen stehen noch bevor. Außerdem erstellen wir Statik und Ausführungspläne für zahlreiche Stahlbühnen und Stahlbauteile im Inneren fast aller Kernkraftwerksgebäude. Und wir arbeiten mit bei den Sicherheits- und Hilfsanlagengebäuden für die Kraftwerke in Frankreich und China."

Über die Mitarbeit am AKW Taishan wurde 2010 noch kurz berichtet, Flamanville wurde nicht mehr explizit genannt. Über Hinkley Point C in England schweigen sich die BPR-Veröffentlichungen aus, aber beim Wirtschaftsförderverein der Region Augsburg erfahren wir: "Neue Kernkraftwerke entstehen unter Planungsbeteiligung von BPR in Finnland, Frankreich, China und England."5

Somit ist BPR bei allen EPR Reaktoren von Areva mit von der Partie. Jedoch wieder "im stillen Kämmerlein". Seit Fukushima.

    "Die jungen Wilden"

BPR unterhält Büros in Augsburg, Bad Reichenhall, Berlin, Bremen, Bremerhaven, Cham, Esslingen, Halle, Hannover, München, Nürnberg/Erlangen, Osnabrück, Regensburg, Wolfsburg und Würzburg.

Dort arbeiten "ungefähr 150 kompetente und engagierte Mitarbeiter", hauptsächlich Ingenieure und Techniker. Die Firma veröffentlicht ihre Namen im Internet, Mitarbeiter auf der "Führungsebene" sogar mit Bild.

Diese Fotos zeigen zwanzig jung-dynamische Leistungsträger – kompetent, entschlossen, tatkräftig, zupackend, skrupellos, aber freundlich. Selbst sehen sie sich gerne als "junge Wilde". Einige der Führungskräfte haben ein Lächeln aufgesetzt und geben den netten Macher von nebenan. Die Herren sind ja nicht verantwortlich – weder für AKW-Katastrophen noch für die schleichende Verstrahlung unserer Welt. Sie machen nur ihre (Teil-)Arbeit, ihr Geschäft , ihren Profit.

Was sie tun ist, nicht wichtig. Es muss nicht unbedingt immer ein AKW sein. Zu den aktuellen Projekten gehören beispielsweise das Offshore-Terminal in Bremerhaven, die Ortsumgehungen in Aurich und Celle, die Fußgängerzonen in Cloppenburg und Delmenhorst, der Zollernplatz in Esslingen, die Stadtbahn Linie D und das Hohe Ufer in Hannover, die Nord-Süd Stadtbahn in Köln, eine Standortschießanlage der Bundeswehr am Königssee, das Wohnquartier Hochäckerstraße in München, der Dom- und Marktplatz in Paderborn, die Lärmschutzeinrichtung A 39 und der Allerpark in Wolfsburg.

Beim Spatenstich neuer Projekte glänzen BPR-Mitarbeiter gerne mit politischen Würdenträgern. Die BPR kümmert sich auch um Bürger- und Anliegerbeteiligung. Sie stellt viele ihrer Projekte öffentlich vor, in Orts- und Bezirksbeiräten wie auch in Bürgerversammlungen.

Das "übergeordnete Thema" Atomkraft kann auf solchen Versammlungen eine Rolle spielen, wenn das Atomgeschäft der BPR aus dem stillen Kämmerlein ans Licht der Öffentlichkeit gebracht wird. Gelegenheiten dazu bieten sich viele. Zu den Auftraggebern der BPR gehören etliche Gemeinden und Städte, Landkreise, Verkehrsverbünde und Stadtwerke.@

Quelle: externer Link bpr-gruppe.de

 

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