Unten ist ein Schnitt zu sehen, der dem Salzstock in seiner Längsausrichtung von Südwest nach Nordost folgt; die obere Zeichnung liegt senkrecht dazu, hier ist also der Salzstock etwa im Bereich der Schächte quer aufgeschnitten. Die Markierungen GoHy zeigen, wo zur Erkundung Bohrungen niedergebracht wurden. Die meisten davon endeten da, wo die Bohrleute auf Salz gestoßen waren. Salzspiegelbohrungen gibt es reichlich, also gehen Kenntnisse über das Deckgebirge relativ weit ins Detail, wie die Zeichnung zeigt; im Vergleich dazu ist über den eigentlichen Salzstock wenig bekannt. Vereinfachend ist deshalb das Salz ohne besondere Strukturmerkmale einheitlich dunkelgrau dargestellt. Die Trennfläche zwischen Deckbegirge und Salzstock wird mit dem Begriff Salzspiegel bezeichnet. Anders, als es das Wort vielleicht erwarten lässt, ist diese Fläche keineswegs topfeben. Im Gegenteil: das Relief weist Höhenunterschiede von über 300 Metern auf. Die Schmelzwässer der Elstereiszeit, die unter dem Gletscher hindurch die Gorlebener Rinne gespült haben, haben mit ihrem gewaltigem Druck nicht nur Deckschichten weggegrissen, sondern sich an einigen Stellen auch tief in den Salzspiegel eingeschnitten. Im erdgeschichtlichen Maßstab stellt diese Rinnenbildung nur ein - wenn auch katastrophisches - Momentereignis dar. Generell bildet sich der Spiegel im Laufe von vielen Jahrmillionen im Wechselspiel von Salzaufstieg (Diapirismus), Ablaugung (Subrosion) und Gegendruck durch Überlagerung heraus. Während trockener Warmzeiten überragte die Spitze des Gorlebener Salzstocks die Umgebung um mehrere Zehnermeter.. Kommt der aufstrebende Salzstock in Kontakt mit Gewässern, können Bestandteile der Mineralien gelöst und weggespült werden. "Salz"-stock kann hier nur ein zusammenfassender Begriff für eine breite Palette unterschiedlichster chemischer Verbindungen sein. Hier nur eine kleine Auswahl: Halit (NaCl), Sylvin (KCl), Carnallit (KMgCl3 ·6 H2O), Kieserit (MgSO4 · H2O), Anhydrit (CaSO4). Ablaugung ist dementsprechend nur ein Teil der Reaktion; Umlösungsprozesse in großem Maßstab sind ein anderer Teil davon. Versprödungen setzen ein, die Kriechfähigkeit in dem Bereich verändert sich. Stark vereinfacht lässt sich dieser Prozess zusammenfassen: oben kommt etwas weg, unten wird nachgeschoben; dazwischen bildet sich Kruste. Spannungen bauen sich auf; Klüfte entstehen, in denen Wasser sich weiter nach unten ausbreiten kann. An vielen Salzstöcken ist als Ergebnis dieses Prozesses ein sogenannter Scheitelgraben vorgefunden worden. Schollen harter Umlösungsprodukte sind durch den Druck von unten aufgesprengt und zur Seite geschoben worden. Die hierfür typische Ringwallformation lässt sich auch über der Salzstruktur Gorleben-Rambow finden; nachgewiesen wurde sie einige Kilometer vom Erkundungsbereich entfernt. Auch über dem Bergwerk lassen sich Auswirkungen solcher Scheitelgrabenbildung finden. In der Zeichnung links markieren die leicht schräg laufenden schwarzen Striche solche Scheitelstörungen, also Bruchlinien im Salzgestein. Ob diese Linien unterbrochen sind, wie im Bild gezeigt, oder ob sich an ihnen - insbesondere unter der Einwirkung von tiefem Bodenfrost - Wasserwegsamkeiten bis weit in das Salz hinein anbahnen können, ist nicht klar. Untersuchungen zum tatsächlichen Verlauf dieser Störungen sind nach Darstellung der BGR schwierig durchzuführen.@ | ||
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