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Stilllegung ist nicht nur Handarbeit, sondern auch Kopf- und Detektivarbeit. Bringt Bagger! von Wolfgang Ehmke In nur 14 Tagen wurde Ende 1976 Gorleben von der niedersächsischen Landeregierung aus dem Hut gezaubert. Bei allen Auswahlverfahren war der Standort zuvor nicht verzeichnet. Warnungen von Fachleuten, von Hydrogeologen, die schon in den 60er Jahren bei Tiefbohrungen im Raum Gorleben auf Salzwasser am Höhbeck gestoßen waren, wurden ignoriert. Es geht noch besser: da meldet sich ein Kulturwissenschaftler, Herr Reiff, zu Wort, der bei seiner Dissertation über den Kaliabbau im Wendland auf brisante Unterlagen stieß. Er wusste von Bohrungen zu berichten, die tief in den Salzstock Gorleben führten, bei dem Verschluss der Bohrungen aber wurde geschlampert. So, so - der Salzstock Gorleben ist unverritzt? ![]() Scheitelgraben, Gorlebener Rinne, Anhydrit, Laugenzuflüsse. Mobbing von Gorleben-kritischen Wissenschaftlern, Schönung von Akten, Verschiebung der Ausbaubereiche, Bergrecht statt Atomrecht, Eigungshöffigkeit statt Eignungsnachweis. Die Themenliste der Tagung war lang und anspruchsvoll, das war Kopfarbeit. Jetzt also will Norbert Röttgen weitermachen mit dem Argument, in Gorleben wurden schon 1,5 Milliarden Euro verbaut. Noch einmal 1,5 Milliarden Euro will er innerhalb der nächsten 7 Jahre dort versenken, danach beginnt dann ein faires, offenes atomrechtliches Genehmigungsverfahren mit Bürgerbeteiligung. Was für ein Hohn! Gorleben ist politisch verbrannt, geologisch verritzt, juristisch angreifbar. Wir haben hier gelernt, unsere Argumente aufgefrischt und wissen, Widerstand ist nicht nur Kopf-, sondern auch Hand- und Fußarbeit. Das Wissen um die Lügen und Tricks bekommt Beine Das war ein toller Treck und eine eindrucksvolle Anti-AKW-Manifestation am 24.April). Wir sehen uns am 5. und 6. Juni, wenn der Geist von 1004 aus der Flasche gelassen wird, und nach dem Schluck aus dieser Flasche stimmen wir mit den Füßen im November beim nächsten Castortransport nach Gorleben ab, wir werden der Atomkraft und Gorleben die Rote Karte zeigen. Es gibt kein sicheres Endlager! Alle Versuche zu suggerieren, dass die hochradioaktiven, hochgiftigen Abfälle für immer und ewig von der Biosphäre abschirmbar sind, sind gescheitert. Allein das ist ein starkes Argument für den Atomausstieg sofort! Es gibt illegale Deponien - da wurden in der Vergangenheit Atommüllfässer im Ozean verklappt oder in der Asse eingelagert, obwohl es keine genehmigte Atommülldeponie war. Es gibt genehmigte Deponien wie Morsleben; das Lager ist vom Einsturz bedroht und das Grundwasser im Raum Helmstedt ist auf lange Sicht gefährdet. Es gibt Endlager auf dem Papier, Papiertiger wie Gorleben, was bis Ende der 90er Jahre als Entsorgungsnachweis galt. Es reicht der CDU/CSU und der FDP, ein "genehmigtes" Lager zu haben oder die Aussicht darauf, um eine Lösung für die Atommüllberge zu suggerieren. Wir wissen, es gibt inzwischen auch virtuelle Endlager, nämlich Computersimulationen, wie man Erkundungsbereiche im Salz hübsch vorbei an Sperrgrundstücken der Gegner hinein beamt. Aber in Wirklichkeit bleibt es dabei, es gibt kein sicheres Endlager. Eine Million Jahre Sicherheit sollten gesichert sein, wie soll das zusammen gehen? Vorausgesetzt, die Reaktoren sind unumkehrbar stillgelegt, muss ein Standortvergleich her, das ist ja wohl das Mindeste! Der Rückzug auf die Position von Schwarz-Gelb, ein "genehmigtes" Lager würde angesichts der Lage nun reichen, ist ein Hohn angesichts des Atommülldilemmas. Die wichtigste Forderung in dieser Lage bleibt: Stilllegung sofort!
Schlusswort zur Fachtagung Gorleben | ||
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anti-atom-aktuell.de |