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Risiko bei Atomanlage Cattenom wird durch neue Brennstäbe erhöht - Politik schweigt? Nein zum gefährlichen Atomexperiment von Marku Pflüger Anfang Dezember 2009 genehmigte die französische Atomaufsichtsbehörde ASN die Verwendung von neuem Nuklearmaterial für die vier Reaktoren in Cattenom - wie die Öffentlichkeit erst im Januar 2010 erfährt. Die neuen Brennstäbe enthalten mehr Spaltmaterial: Statt mit 3 - 4 % Uran 235 sind die neuen HTC Brennstoffe (Haut tax combustion) mit 4,5 % spaltbarem Uran angereichert. Als Vorteil geben die Betreiber die längere Brenndauer der Brennstäbe (21 Monate) und die verlängerten Wartungsintervalle an. "Gerade das ist besorgniserregend", so Elisabeth Quaré von der AntiAtomgruppe MAUS (Messen für aktiven Umweltschutz Trier, welche die Luftradioaktivität Cattenoms misst), "wenn mit neuen Brennstoffen aus betriebswirtschaftlichen Gründen experimentiert wird und so Profit vor Sicherheit gesetzt wird!" Erst im Sommer 2009 hatte die Revision des Blocks 3 des AKW Cattenom durch die Kontrolleure der französischen Atomaufsicht zu einem 4-seitigen Mängelbericht geführt. Quaré: " Die Wartungsintervalle sollten mit zunehmender Lebensdauer des bereits über 20 Jahre alten AKW Cattenom eher verkürzt als auch noch verlängert werden! Außerdem haben die neuen Brennstäbe bei der Anlieferung eine erhöhte Radioaktivität und damit auch ein erhöhtes Gefährdungspotential - wie sieht es entsprechend im Betrieb und anschließend mit dem zurückbleibenden Atommüll aus?" Es wird davon ausgegangen das die Qualität vor allem der abgebrannten Elemente problematischer wird, da mehr Radioaktivität, mehr Wärmeentwicklung und mehr Plutonium zu erwarten ist, so die Einschätzung des Atomexperten Mycle Schneider gegenüber dem Antiatiomnetz Trier. Die prognostizierte Verringerung des Atommülls um 25%, spart die Seite der Brennelemente-Herstellung mit Urananreicherung aus. Man braucht mehr Uran und mehr Urananreicherung pro HTC-Brennelement. Deshalb fällt hier pro Element auch mehr Müll an. Bedenklich stimmt zudem die zu erwartende höhere Tritiumbelastung der Mosel. Und dies besonders vor dem Hintergrund, dass die französische Atomaufsicht allen AKW-Betreibern vor einem Jahr die Erlaubnis entzogen hatte, die radioaktive Strahlung ihrer flüssigen und gasförmigen Emissionen selbst zu messen, weil Ungenauigkeiten aufgetreten waren."Inzwischen ist die Erlaubnis wieder erteilt, aber das unangenehme Gefühl bleibt, wenn AKW-Betreiber sich selbst kontrollieren sollen." so das Antiatomnetz Trier und weiter: "Die Politiker der Region Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz sind aufgefordert, Aufklärung und Mitspracherechte zu verlangen. Es kann nicht sein, dass die französische Atomindustrie auf dem Rücken der Bevölkerung unabwägbare Experimente durchführt. Gefordert wird, dass die politisch Verantwortlichen in der Region Einspruch gegen diese unverantwortliche Risikoerhöhung einlegen! Erste Anträge dazu laufen inzwischen im Stadtrat Trier - aus dem Saarland und Luxemburg ist nichts bekannt. Für die AtromkraftgegnerInnen bleibt Atomkraft die gefährlichste Art, Strom zu erzeugen, denn Generationen werden mit einem strahlenden Erbe belastet. Im benachbarten Lothringen wird daher immer wieder gegen das unlösbare Atommüllproblem in Bure und Umgebung protestiert. Statt das Risiko noch weiter zu erhöhen müssen Atomanlagen wie Cattenom endlich abgeschaltet werden. www.maus-trier.de vom 15.1.10 | ||
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