LKW mit Uranhexafluorid-Container
wird wegen gravierender Mängel
aus dem Verkehr gezogen.

Marode und durchgerostet!

aus Wedel-Schulauer-Tageblatt vom 10.3.10

Davor haben die Kritiker von Atomtransporten durch Hamburg stets gewarnt: Die Polizei hat einen Lkw mit radioaktiver Fracht wegen "gravierender Mängel" aus dem Verkehr gezogen. Der Behälter mit Uranhexafluorid, das zur Herstellung von Kernbrennstoffen genutzt wird, habe sich in einem "stark durchrosteten, offenen Container" befunden, berichteten Beamte der Gefahrgutüberwachung. Wie gestern bekannt wurde, stoppten sie den Sattelschlepper aus Hamburg am Montag auf der A 1 in Bremen.

Weil in dem "maroden" Container kein sicherer Transport möglich gewesen sei, untersagte die Polizei die Weiterfahrt. Die 15 Tonnen schwere Fracht muss umgeladen werden. Radioaktivität wurde nicht freigesetzt. Das Uranhexafluorid stammt aus den USA und war über den Hamburger Hafen nach Deutschland gekommen. Per Lkw sollte es zur Urananreicherungsanlage nach Gronau (Nordrhein-Westfalen) gebracht werden.

Das Vorprodukt für Brennelemente ist zwar unbestrahlt, Umweltschützer halten den Stoff dennoch für äußerst gefährlich. Der Transport sei "hoch riskant", so die Einschätzung des Energie-Experten Dirk Seifert von Robin Wood. Bei Kontakt mit der Luft sei Uranhexafluorid hochexplosiv. Komme es mit Feuchtigkeit in Berührung, entstehe giftige Flusssäure, die noch in 600 Metern Entfernung tödlich wirken könne.

Seit längerem kritisieren Umweltschützer die strake Zunahme von radioaktiven Transporten über Hamburg. Die Linksfraktion in der Bürgerschaft fordert mehr Transparenz, will wissen, wo genau die Atomfracht durch die dicht besiedelte Metropole rollt. Erst auf Anfrage der Linken hat der Senat mitgeteilt, dass in den zwölf Monaten bis August 2009 fast 130 Mal Kernbrennstoffe über Straßen und Schienen der Stadt befördert wurden. Die Routen bleiben geheim.@



 

- zurück




      anti-atom-aktuell.de