Afrika:
Gründung der African Uranium Alliance beschlossen.
Bericht von den Anti-Uran-Konferenzen in Tansania.

Reis und Salz - nicht Uran

von Dieter Kaufmann
und Günther Wippel

 

Vorgeschichte: In Tansania wurden Rohstoffvorkommen bereits während der Kolonialzeit identifiziert, und nach dem 2. Weltkrieg auch Uranvorkommen. Mit dem steigenden Uranpreis wurde der Uranabbau bisher wirtschaftlich nicht interessanter Vorkommen wirtschaftlich lukrativ.

Tansania: Die Anti Urankonferenzen vom 05. bis 12.11.2009 in Arusha, Bahi und Dar Es Salaam sind auf großes Interesse gestoßen. Während in Arusha und Dar Es Salaam vorwiegend Studenten und sonstige Interessierte zu den Konferenzen kamen, waren es in Bahi Menschen aus den betroffenen Dörfern, durch alle Altersgruppen, viele Dorfälteste (in Afrika die Entscheidungsträger auf lokaler Ebene) und andere Multiplikatoren, die zu den Vorträgen kamen. In Bahi - Uranabbauregion in spe - kamen so rund 600 (!) Personen zusammen. Klare Aussage: Sie wollen keinen Uranabbau. Der Uranabbau - open-pit-mining - würde ganz DIREKT die Reisfelder zerstören und die Reisproduktion in der ganzen Umgebung mit radioaktiver Verseuchung bedrohen.

Prof. Chris Busby, England, sprach eindringlich von der bisher stark unterschätzten Gefährlichkeit von Uran, von der dringenden Notwendigkeit, die Grenzwerte für Radioaktivität, wie sie von der ICRP International Commission on Radiation Protection verlautbart werden, stark herabzusetzen und wies daraufhin, dass genetische Veränderungen - anders als Krebsfälle, die ggf. den Tod des Betroffenen zur Folge haben - über Generationen weitergegeben werden und eine langfristige Gefahr darstellen.

Ein anderes Uranvorkommen in derselben Region liegt in der Nähe einer kleinen handwerklichen Salzgewinnung der örtlichen Bevölkerung (Gewinnung des Salzes aus einem See-Boden), und ein Bergwerk würde diese Produktion und damit die Lebensgrundlage und ein notwendiges Einkommen gefährden oder zerstören.

Devise deshalb: Reis und Salz - nicht Uran!

Die Firma Uranex (Australien) hat einen Flyer herausgegeben, in dem der Abbau von Uran vollkommen falsch und verharmlosend dargestellt wird - so ungefähr wie eine Kiesgrube - kein Wort von Tailings, Radioaktivität oder ähnliche umweltgefährliche Arbeitsschritte beim Uranabbau. Ein hoher Wasserverbrauch und damit einhergehend zwangsläufig eine Grundwasservergiftung mit Radioaktivität sind Folge. Die Lebensgrundlage der örtlichen Bevölkerung wird ihr auf Dauer für viele Generationen entzogen.

In Dar Es Salaam auf der abschließenden zweitägigen Konferenz gleiche Meinung der Anwesenden: Ein Uranabbau ist absolut unerwünscht. Lasst das Uran in der Erde! Menschen aus Sambia, Australien, Deutschland, USA, Kamerun, Malawi, Südafrika, Schweiz, Namibia und Tansania nahmen an der Urankonferenz teil. Abschlusserklärungen der Konferenzen in Arusha und Dar Es Salaam liegen ebenfalls vor (in Englisch), die dem Uranabbau eine Absage erteilen.

Es wurde auch die Gründung einer African Uranium Alliance beschlossen (vormals als African Uranium Network bezeichnet), eine formale Ankündigung und Gründung steht noch aus; aber es arbeiten schon seit rund einem Jahr viele "Betroffene" aus verschiedensten Teilen Afrikas netzwerkartig hervorragend zusammen.

Die örtlichen Organisationen FEMAPO (Foundation for Environmental Management and Campaign against Poverty) und CESOPE (Civil Education is the Solution for Poverty and Environmental Management), die die Konferenzen und die Tour organisiert hatten, in Zusammenarbeit mit uranium-network.org, haben die volle Unterstützung aller Beteiligten Personen und Organisationen.

Die örtliche und nationale Presse (Guardian Tansania, und andere) haben über das Thema Uran berichtet, ebenso Fernsehen (z. B. Channel 10), und Zeitungen werden weiter kritisch Bericht erstatten.@

Dieter Kaufmann, Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main
Günter Wippel, uranium-network.org

externer Link uranium-network.org

 

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