Zweifelhaftes Jubiläum: 25 Jahre AKW Grohnde:

Wulff und E-on feiern 210 Pannen!

PM- antiAtomPlenum Göttingen

Ein zweifelhaftes Jubiläum wollen der Atomkonzern E-On und der niedersächsische Ministerpräsident am 12. August feiern: 25 Jahre AKW Grohnde. Dabei ereigneten sich in dem Reaktor seit der Inbetriebnahme am 31. August 1984 210 Pannen. In der beiliegenden Liste gibt es eine kleine Auswahl aus den letzten fünf Jahren: Leckagen im Kühlsystem, Ausfall von Pumpen, Fehler im Notstromaggregat, defekte Bauteile, Austritt von Wasserdampf und Risse an Brennelementen. Das sind 8,4 Pannen pro Jahr. Damit liegt Grohnde im Vergleich zu anderen AKWs in Deutschland mit Platz 8 im trügerischen Mittelfeld.

Denn je älter ein Reaktor ist, desto störanfälliger wird er. Grohnde soll nach dem „Atomkonsens“ noch mindestens bis 2018 weiterlaufen. Und bis dahin bleibt das Restrisiko, dass sich das nächste Mal ein Super-GAU ereignet, der uns den Rest geben kann. Zum Beispiel ist es E-On seit Jahren nicht gelungen, das Sumpfsiebproblem zu lösen. Das Bundesumweltministerium hat verlangt, bis zum 14. August 2009 einen Sicherheitsnachweis zu erbringen. Für den Fall, dass der Sicherheitsnachweis nicht erbracht werden kann, wäre das ein weiterer Grund, das AKW stillzulegen.

Das AKW Grohnde gehört zu 83,3% E-On und zu 16,7% den Stadtwerken Bielefeld. Ein Zwischenlager mit 100 Stellplätzen für abgebrannte Kernbrennelemente wurde Anfang 2006 in Betrieb genommen. Noch 2009 könnte ein Atomtransport mit MOX-Brennelementen ins AKW Grohnde stattfinden. Die Ladung ist deshalb besonders brisant, weil diese einen hohen Plutonium-Anteil haben. Daraus kann mit relativ wenig Aufwand atomwaffenfähiges Material gewonnen werden.

Wir feiern erst, wenn alle Atomanlagen weltweit abgeschaltet sind!

Pannen im AKW Grohnde:

22. Juli 2004: Reaktorschnellabschaltung durch Ausfall der Hauptspeisewasserpumpen

9. März 2005: Notstromdiesel startete bei Überprüfung nicht rechtzeitig

15. März 2005: Technische Probleme mit einer Zwischenkühlwasserpumpe

Mai 2005: Beim Abfahren zur Revision der Anlage kommt es zum Austritt von Wasserdampf über die Sicherheitsventile des nicht nuklearen Dampf- und Wasserkreislaufs. Bei der Revision tauchen eine defekte Nachkühlpumpe, Haarrisse an zwei Steuerstäben und Funktionsstörung einer Baugruppe im Reaktorschutzsystem auf.

11. Juli 2005: Reaktorschnellabschaltung durch ein Leck nimmt das Speisewasser zu den Dampferzeugern ab

24. Juli 2005: Reaktorschnellabschaltung durch eine Störung in der Turbinenregelung

07. November 2005: Ausfall einer Pumpe zur Kühlung des Abklingbeckens. Dort lagern hochradioaktiven Brennelemente, die ständig Wärme abgeben.

11. September 2007: Störung in einer Begrenzungseinrichtung durch eine defekte elektronische Baugruppe

18. Dezember 2007: Regelventil eines Notspeisestranges defekt

14. Januar 2008: Falsches Signal im Reaktorschutzsystem durch defekte Baugruppe

09. April 2008: Defekter Spannungsregler an einem Notstromdiesel

21. Mai 2008: Ausfall einer elektronischen Baugruppe im Reaktorschutzsystem

01. Juli 2008: Defekt an einer Nachkühlpumpe

20. Juli 2008: Ausfall einer elektronischen Baugruppe im Reaktorschutzsystems

31. Oktober 2008: Abschaltung von Aggregaten zur Kaltwasserversorgung

12. März 2009: Fehlerhafte Steuerelemente angeliefert

16. März 2009: Falsches Signal im Reaktorschutzsystem durch defekte Baugruppe

10. Mai 2009: Erneut defekte Baugruppe im Reaktorschutzsystem , was zur automatischen Betätigung einiger Pumpen und Armaturen führte

25. Mai 2009: Ausfall eines Meßumformers im Frischdampfsystem durch eine defektes Bauteil

 

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