Grafik aaa - Zeitung für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen
Wendland, 13.12.07

Offene Antwort

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Liebes Anti- Atom- Büro Hamburg.

Am 1.9. diesen Jahres fand eine Demo in Gorleben statt unter dem Motto: Gorleben brennt uns unter den Nägeln. Im Vorfeld hat eine Gruppe viele Wochen lang die praktische und inhaltliche Vorbereitung bestritten. Am Tag vor der Demo fand eine Veranstaltung statt zu den Themen Meinungs- und Versammlungsfreiheit- die Verteidigung von Bürgerinnen- und Bürgerrechten im Rechtsstaat, Überwachungsstaat, Datensammlung, Sonderdateien-, Gebrauchsanweisung zur Gegenwehr und Kritik an der bestehenden Gesellschaftsordnung = Terrorismusverdacht?, Bericht über den § 129a anhand der „Goldenen Hakenkralle“.

Drei engagierte AnwältInnen sind unserer Einladung gefolgt und über 80 Menschen haben an der Veranstaltung teilgenommen. Vorweg haben wir einen Film gezeigt über die Folgen der biometrischen Vollerfassung und den Einsatz von RFID Technologie. Der Termin der Veranstaltung war bewusst auf den Tag vor der Demo gelegt, um auch interessierten Angereisten zu ermöglichen, sich zu dem Themenkomplex zu informieren und auszutauschen. Einer eurer Mitstreiter aus Hamburg war angefragt, als Betroffener der 129a Verfahren an der Veranstaltung teilzunehmen, um diese selbst zu Wort kommen zu lassen.

Neben der Möglichkeit, an der Veranstaltung mitzuwirken, hatten wir eurem Mitstreiter , der ja auch mehrmals auf den Vorbereitungstreffen für die Demo war, angeboten, einen Redebeitrag zum Thema 129a auf der Kundgebung einzubringen. Leider ist dieser Redebeitrag aber nicht wie gehofft bei der Vorbereitungsgruppe eingetroffen. Erst am Tag der Demo sind wir angesprochen worden, dass dieser Redebeitrag nun da sei. Die Vorbereitungsgruppe war allerdings nicht im Vorfeld verreist, sondern persönlich, per post, mail, telefon, handy und rauchzeichen erreichbar.

Am Tag der Demo stellte sich die Situation für uns so dar, dass die Grundsätze unserer Vorbereitungsgruppe hätten gebrochen werden müssen, um diesen Redebeitrag zu gestatten. Denn wir hatten uns darauf verständigt, einige Tage vor der Demo abschließend gemeinsam den Verlauf der Kundgebung zu besprechen. Wir möchten aufgrund unserer Erfahrung ermüdende und langweilende Kundgebungen vermeiden und hatten gemeinsam ein Konzept von wenigen kurzen Reden mit jeweils Musik dazwischen beschlossen. Am Tag der Demo war euer Mitstreiter nicht der einzige, der noch auf die Schnelle einen Redebeitrag bringen wollte. Es wurden noch 5 andere Anfragen an die beiden, die am Mikro standen, gerichtet. Auch das Ende der Kundgebung war klar begrenzt, da anschließend der Generationmove stattfand und wir ausdrücklich darum gebeten worden waren, nicht zu überziehen.

Uns geht es nicht gut mit der Vorstellung, dass eure Gruppe von uns erwartet, sich über die Absprachen innerhalb der Vorbereitungsgruppe hinwegzusetzen. Wir sind ein Team und arbeiten untereinander nicht hierarchisch. Eure Erwartung an Einzelne, sie mögen allein auf die Schnelle Entscheidungen treffen, entspricht nicht dem Verständnis unserer Arbeit.

Wenn euch die bisher von uns genannten Referenzen zum Thema Repression und wie wir als BI dazu stehen noch nicht ausreichen, dann verweisen wir auf unsere Solidaritätserklärung zu der Hausdurchsuchung in Bonn im August diesen Jahres
(nachzulesen unter externer Link antiatombonn.de/index.php?option=com_content&task=view&id=146&Itemid=16 ).

Ein Beitrag auf der Kundgebung zum Thema 129a und Repression wäre gut gewesen und wir hoffen in Zukunft auf bessere Lösungen. Der Vorstellung von einem solidarischen Umgang miteinander können wir nur zustimmen. Wir freuen uns darauf.

Es grüßt euch der Vorstand der BI @



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