Grafik aaa - Zeitung für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen
2003-12-xx

GEMEINSAM statt Einsam...

...und deshalb hatten wir, die "Jugend Aktion (Lüchow)" (organisiert im "Jugendbündnis gegen Castor"), uns diesmal das Ziel gesetzt bei dem Castortransport im November 2003 nach Gorleben einen Raum (besonders) für Jugendliche zu schaffen, in dem wir uns selbst bestimmt organisieren können, und der staatlichen Übermacht nicht alleine gegenüber stehen müssen. Außerdem wollten wir dem Polizei- und Atomstaat geschlossen entgegen treten!

DAS CAMP
Aus dieser Motivation heraus ist dann das Unabhängige Jugendcamp in Splietau entstanden.
Auf dem Camp fand mensch eine Rückzugsmöglichkeit, Leckeres Essen und heiße Getränke von der VoKü Weimar, mensch konnte sich an der Feuertonne aufwärmen, sich im Infozelt über die vielfältigen Aktionen, die außerhalb des Camps stattfanden informieren, Fahrräder leihen, nette Leute kennen lernen, diskutieren, verabreden, tanzen oder schlafen, ...
Anfangs wurde das Camp von eher Wenigen als Schlafort genutzt, das änderte sich aber spätestens dann, als der Castor in Dannenberg am Verladekran eingetroffen war.

JUGEND IN AKTION
Durch das Camp konnten sich viele Menschen miteinander absprechen, Pläne schmieden und an Protesten gegen die Castoren und deren prügelnden und pöbelnden BeschützerInnen teilnehmen.
Durch das Unabhängige Jugendcamp und weiteren Jugendprotesten wurde auch der Öffentlichkeit deutlich, dass sich immer mehr SchülerInnen und Jugendliche aktiv und kreativ den Castortransporten widersetzen. So zum Beispiel auf der SchülerInnendemo am Freitag vor dem Tag X. In der Kernstadt und vor der Polizeikaserne Lüchows demonstrierten 500 SchülerInnen und Jugendliche gegen den geplanten Castortransport. Unter anderem wurde auch die Einfahrt zur Polizeikaserne und die davor liegende Straße blockiert. Gefordert wurde unter anderem der Stopp der weltweiten Atommüllvermehrung und des Uranabbaus. Die Wut über Besatzung, Überwachung und Gewalt seitens des Staates wurde auf der Demo sehr deutlich! Außerdem gab es eine Schüleranzeige unter dem Motto: "Wenn ihr unser Leben nicht achtet, achten wir eure Gesetzte nicht!", in der 354 SchülerInnen aus verschiedenen Schulen des Landkreises ankündigten am Tag X nicht in die Schule zu gehen, um ihr Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit bewusst wahrzunehmen! Und dann gab es noch die Aktionen der Greenpeace-Jugend am Wochenende vorm Castor.

LOB & KRITIK
Selbstkritisch betrachtet können wir jetzt sagen, dass es uns auf dem Camp zu wenig gelungen ist, deutliche zu machen, dass es uns um weit aus mehr als "diesen einen Castortransport" geht. Ein Grund dafür ist, dass wir das erste mal ein Camp organisiert haben und nicht gedacht hätten, dass wir so in die Organisation und Aufrechterhaltung der Campstruktur eingespannt sein werden. Schade war aus unserer Sicht auch, dass zu wenig Leute dauerhaft auf dem Camp waren, und dadurch kein richtiger Campalltag entstehen konnte. Trotzdem hat alles größtenteils geklappt, und es hat uns auf jeden Fall für die näXten male motiviert! Sehr positiv war die große, vielfältige Unterstützung uns Solidarität sowohl im Vorfeld, wie auch während des Camps. Danke noch mal an alle, die durch ihre Hilfe das Camp erst möglich gemacht haben, zum Beispiel in Form von Essensspenden, Dusch-Möglichkeiten, Feuerholz, Zelte aufbauen, Infodienst machen, ...
Und außer der ständigen Beobachtungen gab es keinen großartigen Bullenstress und somit auch keine Campräumung. Selbst die von den Bullen (intern) angekündigte Durchsuchung nach Drogen und so genannten "Schulschwänzern" fand nicht statt.

DER KAMPF GEHT WEITER
Damit der Widerstand weiter getragen wird, muss uns Jugendlichen bewusst sein (beziehungsweise werden), dass ohne unseren Protest, zum Beispiel gegen Atomkraft, eine lebenswerte, sprich gerechte und unverstrahlte Zukunft nicht möglich ist. Wer, wenn nicht wir, sollen es sein, die dafür aufstehen und kämpfen müssen?!
Wir fordern nochmals die Demontage der weltweiten Atomspirale, da wir es nicht akzeptieren können, dass einige wenige Kapitalisten durch ihr heutiges Handeln, sprich für ihre Profitgier, eine gesunde und unverstrahlte Zukunft für den Großteil der Menschen unmöglich machen!

PERSPEKTIVEN
Wir Organisatoren des Unabhängigen Jugendcamps haben in der Zeit X viel gelernt und wollen unsere Erfahrungen positiv für uns nutzen und sie gemeinsam, unter anderen mit den neu geknüpften Kontakten umsetzen. Wir werden uns und unsere Arbeit vernetzen und immer wieder unsere Stimme gegen Ungerechtigkeit, Krieg, globale Ausbeutung, Sozialabbau, Rassismus und gegen die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen erheben!

SOFORTIGE STILLEGUNG ALLER ATOMANLAGEN WELTWEIT!

KAMPF DEM CASTOR HEISST IMMER NOCH KAMPF DEM KAPITALISTISCHEN SYSTEM!

KONTAKT & SPENDEN
Jugend Aktion (Lüchow)
C/O BI Büro
Drawehner Straße 3
29439 Lüchow
(email) jugend.aktionluechow@gmx.de

Die verschiedenen Aktionen, wie Zeitungsanzeigen und Camp haben leider eine Menge Geld gekostet...
Ihr wisst, was jetzt kommt...

Spendenkonto:
Kontoinhaberin: M. Lammers
Konto: 5983
BLZ: 25851335
Verwendungszweck: Jugend Aktion Lüchow

Vielen Dank und bis zum näXten mal!!!

zur DiskussionZurück zur Diskussion