2003-11-12
Entschlossener CASTOR-Protest erhöht Druck auf Trittin
ROBIN WOOD zieht Bilanz des CASTOR-Transports Gorleben, den 12. November 03
Der Atommülltransport aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague nach Gorleben ist auch in diesem Jahr wieder auf entschiedenen Widerstand in ganz Deutschland und in Frankreich gestoßen. Aufgrund der zahlreichen Proteste hatte der Atommüllzug zwischenzeitlich mehrere Stunden Verspätung. Heute früh erreichte er dann gegen 5:30 Uhr das Zwischenlager in Gorleben. ROBIN WOOD sieht die Anti-Atombewegung im Aufwind, kritisiert den vollkommen überzogenen Polizeieinsatz und fordert von Bundesumweltminister Trittin klare Schritte gegen den Endlagerstandort Gorleben.
"Der Anti-AKW-Bewegung ist es trotz des Demonstrationsverbotes und einer Übermacht an Polizei mit viel Fantasie und Mut gelungen, ihren Protest und ihre Argumente wirkungsvoll öffentlich zu machen", sagt ROBIN WOOD-Vorstandssprecher Jürgen Sattari. "Damit steigt der Druck auf Bundesumweltminister Trittin, Gorleben als Endlagerstandort endgültig aufzugeben. Der Konflikt um die Atomkraft brennt lichterloh. Er lässt sich nicht mit leeren Ausstiegsversprechen oder gar Partys zum Abschalten vom Schrottreaktor Stade vergessen machen."
Entlang der CASTOR-Strecke gab es auch in diesem Jahr vielfältige Aktionen, an denen sich Tausende auf ihre Weise beteiligten. Durch die Zusammenarbeit deutscher und französischer Umweltaktivisten gelang eine eindrucksvolle Demonstration, dass es keine Lösung ist, den hochgiftigen Müll von einem Land ins andere zu schaffen, solange ein sicheres Endlager fehlt. ROBIN WOOD-AktivistInnen unterstützen die Proteste. Ihnen gelang es, hinter dem Rücken Hunderter Polizisten am Sonntag den Förderturm auf dem Gelände des geplanten Endlagers zu besetzen. Am Dienstag demonstrierten andere - trotz anhaltender Überwachung - an der Straßenstrecke in Langendorf auf einer alten Eiche, in der ROBIN WOOD schon Wochen zuvor ein Baumhaus errichtet hatte.
Der Transport ging wie in den Vorjahren mit inakzeptablen Grundrechtseinschränkungen einher. Weitläufige Demonstrationsverbote machten Teile des Wendlandes zu demokratiefreien Zonen. Dort wo es, wie etwa in Rohstorf, Sitzblockaden auf den Schienen gab, ging die Polizei mit ungeheurer Brutalität gegen friedliche DemonstrantInnen vor.
In diesem Jahr haben sich besonders viele junge Menschen an den Protesten beteiligt. Sie waren offenbar unbeeindruckt von den Versuchen, im Vorfeld des Transports den Widerstand klein zu reden und den Eindruck zu vermitteln, es lohne sich nicht mehr, ins Wendland zu fahren. Die zweite Generation von AtomkraftgegnerInnen ist da - mit frischem Wind und einem langen Atem.
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