Grafik aaa - Zeitung für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen
2003-11-12

Pressestelle-CASTOR:
Castor-Transport mit 12 Behältern sicher im Transportbehälterlager

[12.11.2003 - 14:12 Uhr]

Lüneburg (ots) - Der siebte Castor-Transport aus La Hague ist am heutigen Morgen um 05.28 Uhr im Transportbehälterlager bei Gorleben eingetroffen. Wieder einmal konnte das Land Niedersachsen bei der Einsatzbewältigung auf eine umfangreiche personelle und materielle Unterstützung durch den Bund und die Länder zurückgreifen. Bei der Abschlusspressekonferenz in Lüchow bedankte sich der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann bei allen Einsatzkräften für ihr hochprofessionelles und überlegtes Handeln und bezeichnete den Einsatz als "optimal verlaufen".

Der Gesamteinsatzleiter der Polizei, Friedrich Niehörster, erklärte: "Polizeiliches Handeln ist immer auch geprägt vom Handeln des polizeilichen Gegenübers." Und: "Die Friedlichkeit der Protestszene und die daraus resultierende geringe Gefährdung für die Einsatzkräfte war Anlass, den Straßentransport schon bei Dunkelheit durchzuführen."

Phasen des Einsatzes:

Phase 1 : Auftaktdemonstration am 08.11.03 in Dannenberg An der Auftaktveranstaltung der Atomkraftgegner in Dannenberg nahmen ca. 3.500 Personen teil, zusätzlich waren ca. 190 Traktoren am Aufzug beteiligt. Dies waren deutlich höhere Zahlen als im Vorjahr (2002: ca. 1.500 Teilnehmer, ca. 70 Traktoren). Die Veranstaltung verlief friedlich und störungsfrei, die Polizei blieb im Hintergrund.

Phase 2 : Schienentransport Der Schienentransport überschritt am 10.11.03 um 16.14 Uhr die französisch - deutsche Grenze bei Wörth und erreichte am darauf folgenden Tag um 15.28 Uhr den Bahnhof in Dannenberg. "Somit erreichte der Transportzug unter der 24-Stunden-Grenze sein Ziel und lag in der polizeilichen Zeitplanung", so Gesamteinsatzleiter BGS, Hans-Georg Lison. Durch mehrere kleine Störaktionen auf der Strecke - überwiegend im Wendland - sowie eine riskante Ankettaktion auf der Schienenstrecke südlich von Siglingen (Baden-Württemberg) wurde der Transport nur unwesentlich aufgehalten.

Phase 3: Straßentransport Die Transporter mit den zwölf Castoren verließen die Umladestation am 12.11.03 um 03.59 Uhr. Um 05.28 Uhr fuhr der letzte Tieflader in das Transportbehälterlager bei Gorleben ein. Zur Durchführung des Transportes mussten entlang der Straßentransportstrecke insgesamt ca. 1200 Personen durch kurzfristiges Gewahrsam im Seitenraum der Straße von der Fahrbahn ferngehalten werden. Bei Quickborn kam es zu kurzfristigen Attacken auf die Einsatzkräfte durch den Beschuss mit Feuerwerkskörpern oder Signalmunition.

Der Einsatz in Fakten:

Gesamtzahl der Einsatzkräfte der Polizeien der Länder : 10.781
Gesamtzahl der Einsatzkräfte des BGS (bundesweit): 7.704 Einlieferungen in GeSa: 256
(vorläufiger Stand 12.11.03, 10.00 Uhr, Änderungen aufgrund andauernder Maßnahmen möglich) Verletzte Polizeibeamte/-innen: 8 leichtverletzte Beamte

Verletzte Demonstranten: nach bisheriger Kenntnis 1 Demonstrantin (Bereich Göttingen)

Ereignisse von besonderer Bedeutung (auszugsweise):

- Am 07.09.03 wurde bei Tangsehl (nahe Dahlenburg) eine Kunststoffwasserleitung festgestellt, die vom öffentlichen Wassernetz in einer Tiefe von ca. 10 cm und einer Länge von 190 Metern in Richtung der Bahnstrecke Lüneburg - Dannenberg führte und dort im Bahndamm endete.

- Im Bereich der Ortschaft Langendorf (bei Dannenberg) mussten an einer Wasserversorgungsleitung erhebliche Manipulationen festgestellt werden. Es wurde ein zusätzliches Rohr bis unter die Fahrbahn der Kreisstraße gelegt. Durch Öffnen eines Ventils vermutlich während der Nacht zum 11.11.03 kam es zu einer teilweisen Unterspülung der Straße, diese konnte jedoch rechtzeitig instand gesetzt werden.

- Wiederholte Blockadeaktionen der Straßen im Wendland mit Traktoren und Menschen mit Schwerpunkt in Grippel während des Straßentransportes

- Gefährliche Eingriffe in den Bahnverkehr in verschiedenster Form (Ankettungen, Blockaden)

Angemeldete Versammlungen bis einschließlich 10.11.2003:

- Versammlungsbehörden insgesamt: 69 - Bestätigungen insgesamt: 61
- Untersagungen: 2; eine davon gerichtlich bestätigt.

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