Grafik aaa - Zeitung für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen
2003-11-12

Castor: Bilanz des Protests in Lüneburg
Anti Atom & Castor

Presseinformation 011 Heidewerkstatt
Lüneburg, den 12.11.2003

Betriebsstörung: Aktionsschwerpunkt Lüneburg

Zum zweiten Mal war Lüneburg ein Aktionsschwerpunkt beim Protest gegen den Gorleben-Castor. Wie schon im letzten Jahr versammelten sich am "Nadelöhr", durch das der Castor auf jeden Fall hindurch muss, von Samstag bis Mittwoch mehrere hundert AtomkraftgegnerInnen. Von einer abnehmenden Mobilisierung kann nicht die Rede sein. Die Resonanz war positiv.

Zentrum des Protests war ein Infopark in der Innenstadt mit Zelten, Essen, Kulturprogramm und den neuesten Informationen zum Castortransport. Von Samstag bis Mittwoch gab es vielfältige und bunte Aktionen: Castorelle Stadtrundgänge, eine Demonstration am Montag mit 2500 TeilnehmerInnen, Frühsport auf den Straßenkreuzungen, eine alternative Stadtrallye, die die AtomkraftgegnerInnen u.a. zum Bahnhof und zu der Bezirksregierung führte, einen Laternenumzug, Straßentheater...

Kurz vor der Ankunft des Castors hielten sich 140 AtomkraftgegnerInnen am Bahnhof in Lüneburg auf, davon ca. 100 direkt an den Gleisen. Während der Castor nach Lüneburg einfuhr, gingen die Polizeibeamten unverhältnismäßig gegen die friedlichen DemonstrantInnen im Bahnhof vor. Sie trieben die Demonstrierenden auf einem Gleis zusammen und kesselten die Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz. Dabei gab es drei verletzte Demonstrierende und vier Ingewahrsamnahmen. Motiviert von der Meldung über die Blockade in Rohstorf fuhren die meisten Demonstrierenden direkt vom Bahnhof ins Wendland in Richtung Straßenstrecke. Das Lüneburger Konzept hat sich bewährt:

Betriebsstörung überall in Lüneburg bis zum Tag X. Den Castortransport zweimal stören. In Lüneburg und im Wendland.

Heute Nachmittag um 16 Uhr wird eine weitere Demonstration stattfinden. Das Aktionsbündnis Heidewerkstatt: "Der Castor ist im Wendland angekommen und in Lüneburg ist der durch die AtomkraftbeschützerInnen immer wieder neu geschaffene Ausnahmezustand bald nicht mehr sichtbar. Wir wollen noch einmal darauf aufmerksam machen: Es gibt keinen Normalbetrieb von Atomanlagen. Während der Castortage zeigt der Atomstaat sein wahres Gesicht. Aber auch wenn die Polizeikräfte abrücken und der Lüneburger Bahnhof nicht mehr einer Festung gleicht, greift die Atomkraft weiterhin täglich in unser aller Leben ein."

Die Heidewerkstatt ist ein Aktionsbündnis von Anti-Atom-Initiativen aus Lüneburg und Umgebung. Seit ca. 10 Jahren arbeiten sie lokal gegen den Castor in der nördlichen Lüneburger Heide.

Aktionsbündnis Heidewerkstatt
Katzenstr. 2
21335 Lüneburg
Pressekontakt: Beate Friedrich Tel. 0160 5474275
abc_pressegruppe@yahoo.de

Betriebs-Störung

Unter dieser Überschrift sammeln sich Aktionen zum Castortransport in diesem Jahr. Der Begriff ist abgeleitet von dem Straftatbestand, der Castor- GegnerInnen in den aktuellen Prozessen vorgeworfen wird: Störung öffentlicher Betriebe. Dieser Paragraph gehört zu den so genannten Katalogstraftaten des § 129a StGB, mit dem CastorgegnerInnen in die Nähe einer terroristischen Vereinigung gerückt werden. Betriebs-Störung wehrt sich gegen den Versuch der AtomKraftBeschützer den Menschen in diesem Land (und das ist weltweit dieselbe Masche) mit dem Begriff "Normal-Betrieb" eine harmlose Normalität vorzugaukeln, die alles anderes als dieses ist.

Beispielsweise:
Uranabbau verwüstet (sic!) Landschaften und Wohnräume oft indigener Bevölkerung;
WAA leiten ...

zur DiskussionZurück zur Diskussion