Atomkraft: „Wir tragen eine globale Verantwortung“
eingeblendet statt ausgeblendet:
Der Uranabbau
Interview: Felix W.
Atomkraft als Klimaretterin – immer wieder
wird dieses Argument bemüht. Eines
wird dabei aber übersehen: Dass Atomkraft
nicht CO2-frei ist. Beim Uranabbau
fallen zum Beispiel Emissionen an. Nur
darüber weiß kaum wer Bescheid. Die
Jugendinitiative „Strahlendes Klima“
möchte das ändern – mit einem selbst
produzierten Film.
nukingtheclimate.com
utopia: Wer sich eure Postkarte anguckt, könnte meinen,
ihr macht einen Film über Bügeleisen.
Kerstin: Das Bügeleisen steht symbolisch
für den Stromverbrauch. Wir
wollen den Leuten einen Anstoß zum
Nachdenken geben: Woher kommt
eigentlich dein Strom? Speziell bei
Atomkraft möchten wir darauf aufmerksam
machen, dass der Strom kein
nationales Produkt ist, sondern dass es
da eine globale Produktionskette gibt.
Der erste Schritt ist dabei der Abbau
von Uran. Damit sind sehr viele Risiken
für Mensch und Umwelt verbunden. Der
radioaktive Staub ist in den Abbau-
Gebieten ein großes Problem. Atomstromkunden
tragen also eine globale
Verantwortung.
Um über den Uranabbau zu berichten, sind
vier Leute von euch nach Australien gefl ogen
und haben dort zwei Monate lang recherchiert
und gefi lmt. Welche Erfahrungen habt ihr dort
gemacht?
Die Leute waren total begeistert, dass
es so einen Austausch gibt. Viele haben
sich lange international auf verlorenem
Posten gefühlt in ihrer Arbeit gegen den
Uranabbau.
Nur sehr wenig Menschen in Europa
wissen vom Uranabbau. Es ist wirklich
unglaublich, dass Leute Atomstrom
verbrauchen, aber gar nicht wissen, wo
der Atomstrom herkommt und gar nicht
wissen, welche Risiken anfallen.
Du sprichst immer nur von den Risiken. Ist der Film
genauso einseitig?
Der Film ist nicht einseitig. Aber natürlich
haben wir eine klare Meinung zu dem Thema:
Atomkraft ist nicht die Lösung für den Klimawandel.
Also ist das kein neutraler Dokumentar-Film.
Ich glaube, das ist unmöglich - gerade bei brisanten
Themen. Die Leute, die behaupten, sie
machten einen neutralen Film, verschleiern nur,
dass auch ihr Film eine Meinung vertritt: Alleine
durch die Musik, die Bilder und natürlich durch
die Interviewpartner/innen – die transportieren
immer eine Meinung. Ich muss nur meiner
Zuschauerin die Möglichkeit geben, die andere
Seite zu hören und Anknüpfungspunkte bieten,
wie man sich weiter informieren kann. Genau
das soll unser Film leisten.
Und was ist das Besondere an eurem Film?
Zum einen ist unser Film spannend, weil wir keine
Produktionsfirma haben, die nach Schema F
vorgeht. Und da wir alle junge Leute sind, hat
der Film auch einen anderen Look.
Außerdem gibt es in Europa meines Wissens
keinen Film über Australien als Uranabbau-
Land. Gerade junge Leute können das Land von
einer anderen Seite kennen lernen - entgegen
dem Klischee von Strand, Surfen, Sonne.@
Kerstin Schnatz (28) ist Projektkoordinatorin
der Jugendinitiative „Strahlendes Klima“.
Spendenkonto:
Isabel Huber
GLS Gemeinschaftsbank eG
Kontonummer: 700 972 660 0
BLZ: 430 609 67
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