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In der Asse lagern auch etliche Fässer mit kugelförmigen Brennelementen
aus dem KernforschungszentrumJülich. Brennelemente aus Jülich in der Asse von Udo Leuschner Im sogenannten Forschungsendlager Asse lagern auch etliche Fässer mit kugelförmigen Brennelementen aus dem früheren Kernforschungszentrum Jülich. Wie die Nachrichtenagentur ddp am 22. August berichtete, liegen ihr Dokumente vor, wonach zwischen 1973 und 1976 sogar mindestens 94 solcher Fässer angeliefert worden seien. Ein Sprecher des Helmholtz-Zentrums München, das die Anlage betreibt, bestätigte grundsätzlich die Einlagerung von bestrahlten und damit radioaktiven Graphitkugeln aus Jülich. Er bestritt aber, daß sie in die Kategorie „hochradioaktive Abfälle“ einzuordnen seien. Das Forschungszentrum Jülich erklärte ebenfalls, daß es sich bei den in Asse eingelagerten Brennelementen nur um mittelradioaktive Abfälle handele. Insgesamt seien nur acht Fässer mit Kernbrennstoffen nach Asse geliefert worden. Die anderen Fässer, von denen die Agentur berichtete, enthielten sogenannte Absorberkugeln. Insgesamt acht Fässer mit Brennelementen, die jedoch nicht aus dem Betrieb des AVR stammten Auf Nachfrage der ENERGIE-CHRONIK erläuterte ein Sprecher des Forschungszentrums Jülich, daß die damalige Kernforschungsanlage in den Jahren 1968 bis 1978 radioaktive Abfälle zur Versuchseinlagerung an die Schachtanlage Asse geliefert habe. Aus den Begleitlisten gehe hervor, daß sich darunter auch acht Fässer mit Kernbrennstoffen befunden hätten. Zum Teil hätten diese Kernbrennstoffe sicher genauso ausgesehen wie die Brennelemente, die damals im Atomversuchsreaktor Jülich (AVR) zur Erprobung der Hochtemperatur-Technlogie verwendet wurden. Sie hätten jedoch nicht aus dem Betrieb des Reaktors gestammt. Es habe sich vielmehr um Proben gehandelt, die in Forschungsreaktoren bestrahlt wurden, um beispielsweise das Materialverhalten unter bzw. nach Neutronenbestrahlung zu untersuchen. Deshalb sei ihre Radioaktivität auch geringer als bei Brennelementen aus dem AVR-Reaktor.
Nach den damaligen Annahmebedingungen der Schachtanlage Asse sei die Annahme und Einlagerung diesere Abfälle gestattet gewesen. Die hochradioaktiven Brennelementkugeln aus dem AVR befänden sich dagegen alle im Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich. Pläne zur Einlagerung hochradioaktiver Abfälle gab es auch, wurden aber nicht mehr verwirklicht Neben der damaligen Einlagerung mittelradioaktiver Abfälle gab es tatsächlich auch Pläne für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle aus Jülich in Asse. Im März 1976 erhielt die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) als Vorläuferin des heutigen Asse-Betreibers von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sogar die Genehmigung zur Einlagerung von insgesamt 100.000 kugelförmigen Brennelemente aus dem AVR Jülich. Zur Einlagerung kam es aber nicht mehr. Stattdessen wurde unter dem Druck der wachsenden Anti-Atomkraft- Bewegung auch die Einlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in Asse beendet. Der Jülicher Versuchsreaktor diente der Erprobung des Hochtemperatur-Konzepts. Er war der Vorläufer des THTR-300 bei Hamm, der 1989 nach nur dreijährigem Probebetrieb stillgelegt wurde. Das Konzept sollte eine höhere inhärente Sicherheit der Reaktoren und die Auskopplung von Prozeßwärme für die Industrie ermöglichen. Damals glaubten sogar kommunale Stromversorger, auf diese Weise von der Kernenenergie profitieren zu können. Der THTR scheiterte jedoch trotz seiner Vorteile an technischen Pannen und der zunehmend kernkraftkritischen Stimmung. Seitdem wurden in Deutschland nur noch Leichtwasser-Reaktoren gebaut. Zur Entsorgung der kugelförmigen Brennelemente aus den beiden Reaktoren wurde ein besonderer Castor-Behälter des Typs THTR/ AVR entwickelt. Die Brennelemente des AVR, die in den siebziger Jahren um ein Haar im „Forschungsendlager“ Asse gelandet wären, befinden sich heute im Zwischenlager Jülich, das 1993 speziell für diesen Zweck genehmigt wurde. Weitere 300 solcher Castor-Behälter mit den Brennelementen des THTR-300 werden im zentralen Zwischenlager Ahaus verwahrt. (...)
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