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An mehreren Orten finden Proteste am Uranaktionstag statt, z.B. an der deutsch-niederländischen
Grenze und auch in St. Petersburg. Der BBU wendet sich gegen geplante deutschindische
Atomgeschäfte. Nuklearer Horrortrip
Europäischer Uranaktionstag Anläßlich des europäischen Uran-Aktionstages am Samstag (20.9.) betont der BBU: „Die Atomindustrie weiß selber, dass die Uranvorkommen nicht mehr lange reichen. Bei einem Zubau neuer Atomreaktoren wäre das Uran noch schneller aufgebraucht. Die Nutzung der Atomenergie ist kein Lösungsweg für die globalen Energieprobleme. Zum Schutz der Bevölkerung müssen alle Atomanlagen sofort stillgelegt werden und jeglicher Uranabbau muss sofort gestoppt werden!“ Gleichzeitig demonstrierten in verschiedenen Ländern Menschen gegen die Uranindustrie und gegen Uranwaffen durchgeführt. An verschiedenen Orten wurde deutlich gemacht: „Uranfabriken und Atom waffen bedrohen überall die Bevölkerung – das lassen wir uns nicht gefallen!“ Mit Transparenten haben AtomkraftgegnerInnen am Grenzübergang Gronau-Glanerbrück auf die Gefahren hingewiesen, die von Atomanlagen ausgehen. Autofahrer wurden mit Handzetteln informiert. Der Protest richtete sich nicht nur gegen die Uranareicherungsanlagen der Urenco in Gronau und Almelo, sondern grundlegend gegen jeglichen Uranabbau und die Uranverarbeitung und gegen die damit verbundenen Urantransporte. In der Fußgängerzone in Lüneburg und auch auf dem Marktplatz in Lüchow fanden Mahnwachen statt. Zahlreiche Informationen wurden verteilt und nette Gespräche mit PassantInnen geführt. Gesprächsthemen waren vor allem Urantransporte, die Asse und der kommende Castortransport nach Gorleben. Russische Umweltverbände demonstrierten gegen Uranmülltransporte von Westeuropa nach Russland. Dabei wurden rund 200 Unterschriften gegen den Uranmülltourismus der Atomkonzerne Urenco und Eurodif gesammelt. Atomgeschäfte mit Indien Noch immer hat sich Indien nicht zu einem Stopp von Atomtests verpflichtet. Trotzdem darf das aufstrebende Schwellenland neuerdings Atomtechnik aus Deutschland importieren. Ausgerechnet Kanzlerkandidat Steinmeier hat die Atomöffnung miteingefädelt. Frank-Walter Steinmeier konnte seine Genossen beruhigen. Bevor ein Land wie Indien, das jenseits internationaler Verträge Atomwaffen gebaut hat, Kerntechnik importieren dürfe, müsse es sich zu einem Stopp von Atomtests verpflichten. „Wir wollen die universelle Wirkung des Atomwaffensperrvertrags erreichen“, sagte Steinmeier. Das war im Juni 2006, beim SPDKongress „Frieden durch Abrüstung“. An Indiens Atomkurs hat sich seither nichts verändert, noch immer hat das Land den Sperrvertrag nicht unterzeichnet. An Steinmeiers Position dagegen schon: Ausgerechnet unter deutschem Vorsitz hat die Gruppe der 45 sogenannten Nuklearlieferstaaten Indien in Wien nach 34 Jahren Isolation rehabilitiert. Fortan darf das aufstrebende Schwellenland Kerntechnologie und Know-how importieren. Für die deutsche Atomindustrie bietet sich ein Milliardenmarkt. So bietet Urenco Deutschland in Gronau Fertigkeiten bei der Anreicherung von Natururan zu Atombrennstoffen an. Die Würzburger Babcock Noell offeriert vielfältige „Nuklearservices“. „Liefern würden wir aber nur auf Grundlage neuer Regierungsverträge“, heißt es bei diesen beiden Firmen. In Erlangen dagegen sitzt Areva NP, deren französischer Mutterkonzern sich bereits hocherfreut über den Wiener Beschluss zeigte.@ Quelle: www.spiegel.de/vom 20.9.08 | |||||
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