Wie erst Mitte dieser Woche bekannt wurde, rollte in der letzten Woche ein um sieben Tonnen überladener Urantransport von Hamburg kommend quer durch Deutschland nach Frankreich. Apach - der Name des französischen Grenzortes an der Mosel steht seit 1997 für eine Beinahe-Katastrophe. Vor elf Jahren entgleiste dort, kurz hinter Perl, ein Castor- Transport. Der Zug hatte mehrere Behälter mit Atommüll geladen. Nur durch die Aufmerksamkeit französischer Zöllner konnte nun womöglich ein ähnlicher Unfall vermieden werden. Anfang August wurde, wie erst am 14. August bekannt geworden ist, ein Uran-Transport aus Hamburg in Apach gestoppt, weil er völlig überladen war. Statt des höchstzulässigen Gewichts von 61 Tonnen wog der Waggon, in dem radioaktives Material aus Australien lagerte, 68 Tonnen. Der Waggon war auf dem Weg in eine Aufbereitungsanlage im französischen Narbonne. Beim geplanten Halt in Apach, bei dem an den aus Deutschland stammenden Zug eine Lokomotive der französischen Staatsbahn SNCF angekoppelt werden sollte, fiel die Überladung auf. Der französische Zoll veranlasste, dass die gefährliche Fracht umgeladen wurde. Bis Montag stand der Waggon auf einem Abstellgleis in Apach. So lange dauerte die „Zwischenlagerung, nach einem Bericht der französischen Tageszeitung Republicain Lorrain, bis das zu viel geladene Uran in einen zweiten Waggon umgeladen war. Der Transport, der höchstwahrscheinlich über Trier und Konz Richtung Frankreich ging, hätte gar nicht erst im Hamburger Hafen starten dürfen; dort hätte die Überladung auffallen müssen, sagen französische Experten. Neben der Frage der Verantwortung drängen sich laut AKU Gronau weitere Fragen auf: Woher stammt das aus Australien kommende Uran konkret, das von Hamburg nach Frankreich quer durch Deutschland transportiert wurde? Warum wurde es nicht in einem französischen Hafen angelandet? Und um welche konkreten Uranverbindungen hat es sich gehandelt? Uranhexafluorid oder Uranoxid? Schwach- oder hochangereichert? Der AKU Gronau betont: „7 Tonnen Uran sind kein Kinderspielzeug. Es war möglicherweise viel Glück im Spiel, dass keine schwache Brücke unter der Uranlast eingestürzt ist!“ Gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) will der AKU Gronau versuchen, die Hintergründe und Verantwortlichen dieses Urantransportes aufzudecken. Bereits 2007 berichteten Umweltschützer, dass mindestens alle zwei Wochen ein Zug mit radioaktivem Material durch die Region fahre - und zwar entlang der Obermosel. Die Verantwortlichen für den Uran-Transport mauern. Sie verschweigen die Strecke, die der Zug genommen hat. Grundsätzlich fordern der AKU Gronau, die weiteren Bürgerinititiativen des Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der BBU und andere Initiativen und Verbände das sofortige Verbot aller Atomtransporte: „Atomtransporte sind rollende Zeitbomben. Nur ein Verbot kann sie entschärfen“, so der AKU Gronau. @ | |||||
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