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Asse: Ein Skandal wird öffentlich 11. Juni 2008: Es wird bekannt, dass Wasserzuflüsse in das ehemalige Salzbergwerk mit radioaktivem Cäsium 137 belastet sind. Atom-Gegner werfen der niedersächsischen Landesregierung vor, die Belastung der Lauge auf der 750-Meter-Sohle erst auf Anfrage des Landkreises Wolfenbüttel eingeräumt zu haben. 17. Juni: Der Asse-Betreiber, das Helmholtz-Zentrum München, räumt ein, dass neben dem Cäsium auch Strontium, Radium und Plutonium in der Lauge gefunden wurden. Für Menschen und Umwelt habe aber keine Gefahr bestanden. Atomgegner vermuten, dass die Stoffe ein Hinweis darauf sind, dass einige Atommüll-Fässer undicht sind. 25. Juni: Medien berichten, dass bereits 1995 auf der 775-Meter-Sohle der Zutritt von mit Cäsium 137 belasteter Lauge festgestellt wurde. Dabei sollen zulässige Grenzwerte überschritten worden sein. 26. Juni: Die Bundes-Grünen verlangen eine Unterstellung des Lagers unter Atomrecht. 1. Juli: Die niedersächsischen Grünen fordern im Landtag einen Untersuchungsausschuss zur Klärung der Vorgänge in der Asse. 5. Juli: Rund 700 Menschen demonstrieren in Remlingen gegen den Umgang der Politik mit der Asse. Atom-GegnerInnen fordern einen Stopp der Flutungspläne zur Schließung der Asse und die Rückholung des Mülls. 22. Juli: Die Grünen äußern unter Berufung auf ihnen vorliegende Akten die Vermutung, dass in der Asse auch bislang nicht offiziell deklarierter hoch radioaktiver Müll lagert. 12. August: Medien berichten unter Berufung auf Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), dass der Betreiber über Jahre verseuchtes Wasser in der Grube Maria Glück bei Celle entsorgt hat. Der Betreiber räumt ein, dass über aus der Asse an andere Orte gebracht wurde, bestreitet aber, dass diese Lauge verseucht war. Dem Kreis Celle war nach eigenen Angaben nicht bekannt, dass Laugen nach Maria Glück verbracht wurden. 14. August: Der Betreiber räumt ein, dass bereits 1967, also vor der Zeit der Einlagerung, salzhaltige Lauge in das Bergwerk geflossen ist. 15. August: Umweltstaatssekretär Stefan Birkner (FDP) bekräftigt, dass die verbrachte Lauge nach Erkenntnissen des niedersächsischen Umweltministeriums nicht über die zulässigen Grenzwerte hinaus radioaktiv belastet war. 22. August: Der Betreiber bestätigt die Lieferung von acht Fässern mit Brennelementen aus einem Versuchsreaktor im Kernforschungszentrum Jülich. Der Göttinger Chemieprofessor Rolf Bertram bezeichnet den Atommüll aus Jülich als «eindeutig hoch radioaktiv». Der Betreiber sagt, es habe es sich um mittel radioaktive Abfälle gehandelt. Das Bundesforschungsministerium verweist auf ein kürzlich vorgelegtes TÜV-Gutachten zur Asse. Dieses habe festgestellt, dass dort keine hoch radioaktiven Abfälle lagern. 30. August: Medien berichten, dass das offiziell zu Forschungszwecken in Betrieb genommene Atommülllager von Beginn an als Endlager diente. 2. September: Der Statusbericht zur Asse liegt vor. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Bericht bezeichnet Gabriel das Atommülllager Asse als «die problematischste kerntechnische Anlage, die wir in Europa finden». Es seien schwerwiegende Mängel im bisherigen Umgang festgestellt worden. Zudem könne man nicht mit Sicherheit ausschließen, dass in der Asse vor Jahrzehnten auch hoch radioaktive Stoffe eingelagert wurden. Daraufhin werden die Forderungen nach einem Betreiberwechsel lauter. Umweltschützer fordern zudem eine neue Debatte über den Endlagerstandort Gorleben. 4. September: Die niedersächsische Landesregierung entzieht der Landesbergbehörde die Aufsicht über die Asse. Gleichzeitig werden mindestens zwei Disziplinarverfahren eingeleitet. Am selben Tag gibt Schavan bekannt, dass der Betreiber für die Asse wechseln soll. Das Bundesamt für Strahlenschutz soll künftig diese Aufgabe übernehmen, zudem soll die Asse unter das strengere Atomrecht gestellt werden. 17. September: Der niedersächsische Landtag lehnt die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur Asse ab.q aus ddp-nrd-Meldung vom 4.10.08
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