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1963: Oberbergamt gegen Asse-Flutung
vom antiAtomPlenum Göttingen Eine überraschende Entdeckung machte das Göttinger antiAtomPlenum in der Auseinandersetzung um das Atommüllendlager Asse II bei Wolfenbüttel: Die aktuellen Pläne von Betreibern und Behörden stehen im direkten Gegensatz zur früheren Auffassung des Oberbergamtes. Das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld hatte sich im November 1963 für den Fall einer Einlagerung von Atommüll gegen eine Flutung des Bergwerks Asse II ausgesprochen, obwohl dies normalerweise üblich sei. Stattdessen müsste das Atommüll-Bergwerk mit Feststoff verfüllt werden. Dies zeigen vom Göttinger antiAtomPlenum recherchierte Besprechungsnotizen, die 1963 auch dem Bundesforschungsministerium vorgelegt wurden. Erstaunt zeigt sich das antiAtomPlenum auch darüber, dass das heutige Landesbergamt als Nachfolger des Oberbergamtes Clausthal-Zellerfeld dessen Linie verlassen hat, auf einer festen Verfüllung zu bestehen. „Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet eine Option, nämlich die der Verfüllung mit Feststoff, die das Oberbergamt schon 1963 für notwendig hielt, heute gar nicht mehr untersucht wird.“ wundert sich eine Sprecherin. „Man sollte meinen, dass sich in den letzten 45 Jahren das Umweltbewusstsein und die Sensibilität im Umgang mit Atommüll auch innerhalb der Behörden wesentlich erhöht haben müsste. Immerhin haben sich in der Zwischenzeit viele unvorhergesehene Unfälle im Atombereich ereignet, von denen Tschernobyl nur der schlimmste ist.“ Deshalb hat das Plenum einen offenen Brief an den zuständigen Mitarbeiter des Landesbergamts, Herr von den Eichen, formuliert: Es sei ihr nicht verständlich, weshalb er in der letzten öffentlichen Veranstaltung der GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung - Betreiberin des Atommülllagers) am 23.11.2006 geäußert habe, die technischen Probleme bei der Endlagerung seien gelöst und die Endlagerung von Atommüll sei nur noch ein politisches Problem. „Wie man - den GAU in der Asse vor Augen: einen Wasserzufluss mit Verbindung zum Grundwasser! - zu einer solchen Meinung kommen kann, das ist uns schleierhaft!“ Selbst Bundesforschungs- sowie Landes- und Bundesumweltministerium haben im November letzten Jahres in einer gemeinsamen Presseerklärung nicht ausschließen wollen, dass es zum Super-GAU kommen kann: zu einem massiven Wassereinbruch, so dass durch das großflächige Auflösen des Carnalititsalzes das Betriebsgelände im radioaktiven Salzsee versinken könnte. Es stellt sich die Frage, ob Herr von den Eichen mit einer so laxen Einstellung seiner ihm als Bergaufsicht zufallenden Aufgabe der Kontrolle des Betreibers gerecht werden kann. Bedenklich ist auch, dass er jahrelang für den Betreiber der Asse „beratend“ die Flutungspläne mit ausgearbeitet hat, um später diese Pläne als Genehmigungsbehörde zu überprüfen, ohne dass sie grundsätzlich in Frage gestellt wurden. Eine nachträgliche Nachbesserung der zu laxen Genehmigungspraxis wird bei der Flutung nicht möglich sein, weil der Atommüll dann schon im Auflösen begriffen ist. Zusätzlich hat das antiAtomPlenum dem offenen Brief die Broschüre der BI Lüchow-Dannenberg “Zur Sache Nr. 8 Endlager Gorleben - Endlagersuche im Salzstock Gorleben, Stationen eines Irrwegs über die Zweifel an der Eignung des Gorlebener Salzstockes als Atommüllendlager” beigelegt. Im geplanten Endlager Gorleben, für das das Landesbergamt auch zuständig ist, kann es zu ähnlichen Problemen kommen wie in der Asse, so dass die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg zu Recht befürchtet, Gorleben könne ein „Atomklo mit Spülung nach oben“ werden.@ ![]() ![]() | ||
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