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Die Gefahren der
Atommüll-Lagerung
in der ASSE II sind von
Anfang an offensichtlich
gewesen. Wir haben aus diesen vier Jahrzehnten gelernt für den Asse II - Koordinationskreis Rede von Peter Dickel Im Juli war in der Wolfenbütteler Zeitung zu lesen: „Gefahr einer Wasserverseuchung Protest gegen Atommüllplatz ASSE“. Die Rede war von einem offenen Telegramm an den Wirtschaftsminister in Hannover und der Kreisvorsitzende der CDU protestierte. „Wer den Salzgehalt der Wasserquellen kenne“, heißt es da, „der weiß auch, daß erhebliche Wassermengen durch die Salzadern und damit die Schächte der ASSE fließen. Wenn diese Wasser nun noch radioaktiv würde, wäre das für die Wasserversorgung der Gemeinden eine Katastrophe.“ Die Gemeinde Groß Dente äußerte Besorgnis und Kreisverwaltung hielt in Hannover Nachfage. Es sei „unter der Bevölkerung eine sehr besorgte Stimmung eingetreten.“ Das war am 11. Juli 1964, vor 44 Jahren. In den Medien waren in den letzten Wochen Tag für Tag neue Horrormeldungen über die ASSE II zu lesen: Die Cäsium-Belastung der Lauge, illegale Ablagerung von radioaktiven Betriebsabfällen und aufgefangenen Laugen, fehlende Aufsicht, da taucht plötzlich ein Unfall mit flüssigen Atomabfällen auf. Natürlich ist es gut und wichtig, dass die ASSE II damit in bundesdeutsche Öffentlichkeit gerückt ist. Aber der eigentliche Skandal aber ist, dass in dieses alte Bergwerk überhaupt je Atommüll eingelagert wurde. Und ein Skandal ist auch, dass seit 20 Jahren Lauge in den Schacht läuft und wir trotzdem all die Jahre nichts anderes gehört haben als Beschwichtigung. Die Gefahren der Atommüll-Lagerung in der ASSE II sind von Anfang an offensichtlich gewesen. Allerdings nur für Anwohner und unabhängige Wissenschaftler. Nicht für den Betreiber, seine Wissenschaftler und die verantwortlichen Politiker. Prof.Dr. Klaus Kühn, der das Projekt ASSE II nicht nur konzipierte, sondern darauf auch seine Karriere als Endlager-Papst begründete, behauptete 1967, Wasser-und Laugeneinbrüche seinen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen“. Und noch 1989 behauptete die GSF in einer Werbebroschüre, „ daß ein Wasserzutritt in das Salzbergwerk Asse im höchstem Maß unwahrscheinlich ist.“ Zu einem Zeitpunkt also, als die Lauge bereits lief. Noch Ende der 70er Jahre behauptete die GSF, die ASSE sei n och besser geeignet als Gorleben und bis 1984 versuchte die ASSE gegen KONRAD ins Spiel zu bringen. Nur die Klage von 5 Einzelpersonen hat verhindert, dass in den 70er Jahre karbidische Brennelemente aus Jülich eingelagert wurden; Wir maßen uns nicht an zu urteilen, ob man schon früher mehr hätte erreichen können, aber es ist für uns heute wichtig zu wissen, dass man schon 1964, 1979 und erst recht nach Beginn der Laugenzuflüsse vor 20 Jahren sehen konnte was da passiert. Ich erinnere exemplarisch an Reinhold Stövesandt, einen Motor der Auseinandersetzung in den 60er Jahren und mit bei den Kläger in den 70er Jahren, da allerdings fühlte er sich schon sehr als „einsamer Mahner“. Dank exemplarisch an Hans-Helge Jürgens oder Prof. Dr. Rolf Bertram. All die Jahre haben uns Wissenschaftler und Politiker wie dumme Kinder behandelt, denen man erklären muss wie die Wirklichkeit funktioniert. Und heute zeigt sich: Sie selber haben die ganze Zeit nichts begriffen und alles waren nur Behauptung und Wünsche. Wie kann es denn eigentlich dazu kommen, dass erwachsene Menschen über 4 Jahrzehnte lang etwas behaupten, was so wirklichkeitswidrig ist ? Unverstand ? -Lüge ? -Kriminelle Energie ? ![]() Es geht uns jetzt nicht darum, einen Schuldigen zu finden, zu versetzen oder zu entlassen. Und völlig abwegig ist die politische Schacherei, welche Partei oder welcher Politiker dies alles zu verantworten hat. Liebe Parteien, liebe Politiker, -ich nehme hier ganz bewußt die Ebene des Kreises aus -ihre habt alle mitgemacht. Nicht nur Frau Schawan, sondern auch Frau Bulmahn, nicht nur Herr Sander,sondern auch Herr Jüttner und um die GRÜNEN nicht zu vergessen, auch Herr Trittin. Ihr ward leichtgläubiger, als Kinder je sein können ! Darum kommt jetzt bitte nicht und sagt uns, die zumindest immer die richtigen Fragen gestellt haben, wo es langgeht. Wir haben es satt, dass Ihr von Sicherheit redet, wenn es in Wirklichkeit um Risiken und Gefahren geht. Es gibt für die ASSE-II überhaupt keine 0Risiko- Lösung. Also geht es darum, die Risiken und Gefahren realistisch zu beschreiben und dann zu einer von der Bevölkerung breit getragenen Lösung zu kommen. Und dann kommt Herr Sander , noch gestern, und sagt, es gehe jetzt nicht mehr darum, ob das Endlager in dem ehemaligen Salzbergwerk nach Bergrecht oder Atomrecht betrieben werden soll. «Was über allem schwebt, ist die von einer Mehrheit der Wissenschaftler vertretene Meinung, dass die Sicherheit des Bergwerks ab dem Jahr 2014 nicht mehr gewährleistet ist». Es müsse daher schnellstmöglich ein Schließungskonzept entwickelt werden, «von dem keine Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen». Da frage wir uns natürlich schon, ob diese Mehrheit der Wissenschaftler vielleicht die gleiche Wissenschaftler sind, die immer gesagt haben, die ASSE II sei sicher. Und selbstverständlich geht es um Atomrecht. Es käme ja auch niemand darauf einen Diebstahl nach Straßenverkehrsrecht zu verhandeln. Kurz gesagt: Beim Bergrecht geht es darum, welche bergbaulichen Maßnahmen möglich sind, beim Atomrecht stehen die besonderen Gefahren der Radioaktivität im Zentrum. Und das heißt beim Atommüll: 1.000.000 Isolation von der Biosphäre. Es kann also nicht nur darum gehen, was das havarierte Bergwerk noch zuläßt, sondern wir haben als AnwohnerInnen im Kreis Wolfenbüttel und der Region das gleiche Recht, 1.000.000 Sicherheit zu fordern, die auch an jedem aderen Ort zugrunde gelegt werde. 1.000.000 und nicht 150 Jahre, wenn alles gut geht. Unser wichtigstes Ziel ist jetzt, die geplante Flutung des Atommüll zu stoppen. Sie ist so offensichtlicher Unsinn, wie die Entscheidung für ASSE II vor 44 Jahren. Sie macht aus dem Salzstock einen Schwamm und mobilisiert die radioaktiven Stoffe. Wir fordern:
Wir jedenfalls haben aus diesen 4 Jahrzehnten gelernt und werden nicht zulassen, dass aus dem GAU der Endlagerung jetzt ein SUPERGAU für die Region gemacht wird. Darum:
STOPPT | ||
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