Die Erfolgsaussichten ökologischer Reformen können nur im Zusammenhang mit den Strukturveränderungen des Kapitalismus beurteilt werden. Allerdings ist dies keine Alternative eines „Alles oder Nichts“.

Auf dem Weg zu einem „grünen Kapitalismus“?

von Christoph Görg

Immer wieder wird die Frage, ob sich moderne kapitalistische Gesellschaften auf ökologische Problemlagen einstellen können, zu der Frage verkürzt, ob sie in ihrer Funktionsweise überhaupt adäquat auf Umweltprobleme reagieren können oder nicht. Dagegen steht die Vermutung, dass sie dies nicht können, weil entweder (in orthodox marxistischer Perspektive) die Profitorientierung und die Interessen der dominanten Akteure dem entgegenstehen, oder weil (in systemtheoretischer Perspektive) die Eigengesetzlichkeit der gesellschaftlichen Teilsysteme eine Berücksichtigung ökologischer Aspekte nur nach dem „Code“ des jeweiligen Teilsystems zulassen, daher aber keine gesellschaftliche Gesamtrationalität zu erwarten sei. Diesem Pessimismus steht in den Sozialwissenschaften die Hoffnung entgegen, dass sowohl auf der Ebene der gesellschaftlichen Institutionen und Organisationen als auch auf der des individuellen Umweltbewusstseins und des Alltagshandelns Veränderungsprozesse möglich und teilweise auch schon sichtbar geworden sind.

Beide Einschätzungen können einige Evidenz für sich reklamieren. Dass ökonomische Verwertungsinteressen und Machtverhältnisse ökologische Reformen behindern, dies gilt nicht nur für den Fall der CBD (Convention on biological Diversity), sondern ebenso auch für die internationalen Klimaverhandlungen oder für viele Umweltgesetzgebungen auf nationaler Ebene. Dass die Logik der gesellschaftlichen Teilbereiche von der Ökonomie über die Politik bis zur Wissenschaft zur Bearbeitung ökologischer Probleme nicht hilfreich ist, ist ebenfalls plausibel. Natur findet nur als mit einem Preis versehen und damit sehr selektiv bewertet Eingang in die ökonomische Rationalität; das politische System orientiert sich an Wahlerfolgen, und ökologische Aspekte spielen nur eine Rolle, wenn sie zur Erlangung eines solchen hilfreich sind (von der kurzfristigen Perspektive des parlamentarischen Systems ganz abgesehen); wissenschaftliches Wissen ist zwar für die Identifizierung ökologischer Probleme unverzichtbar, aufgrund seiner Spaltung in Disziplinen und seiner internen Vermitteltheit mit Ökonomie und Politik allerdings kaum zur Lösung sozialökologischer Probleme geeignet, sondern ebenso eine eigenständige Quelle ökologischer Risiken; und so weiter.

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Allerdings zeigt dieses letzte Beispiel der Wissenschaft auch insoweit einen Hoffnungsschimmer, als die starren disziplinären Trennungen im Rahmen der ökologischen Krise schon etwas aufgeweicht wurden und auch die Trennung zwischen wissenschaftlichem und nichtwissenschaftlichem Wissen durchlässiger geworden ist. Daher wird dem Wissen lokaler Akteure eine größere Bedeutung für die Lösung sozial-ökologischer Probleme zugebilligt als noch vor einigen Jahren. Wie wir am Beispiel der CBD allerdings gesehen haben, heißt dies noch lange nicht, dass dieses lokale Wissen sich gegen mächtigere Interessen durchzusetzen kann und auch tatsächlich zur Anwendung kommt. Dies verweist auf ein grundsätzliches Problem: selbst die scheinbar völlig eigengesetzlichen Funktionssysteme reagieren durchaus im bestimmten Maße auf veränderte Umweltbedingungen und bilden neue Reaktionsformen aus.

Etwas ähnliches gilt auch für gesellschaftliche Organisationen und Institutionen. So kann die Organisationssoziologie zeigen, dass kapitalistische Unternehmen keine geschlossenen Organisationen sind: trotz Rentabilitäts- und Profitorientierung ist die Berücksichtigung unterschiedlicher Zielsetzungen möglich. Kapitalistische Unternehmen können sich also durchaus auf ökologische Probleme einstellen. Dazu bedarf es spezifischer Lern- und Suchprozesse, weil es keinen „Masterplan“ für ökologische Reformen gibt und die erzielten Ergebnisse am Anfang nicht unbedingt planbar sind. So ist die Entwicklung, die sich dann am Ende durchsetzt, nicht nur durch die Pläne einzelner mächtiger Akteure hervorgerufen, sondern durch das konflikthafte Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Interessen und Strategien. Aber natürlich wird dabei in einem Unternehmen die Profitorientierung nicht außer Kraft gesetzt - sonst wäre es kein kapitalistisches Unternehmen mehr.

Die Existenz von Spielräumen der Veränderung negiert also keineswegs die Existenz struktureller Zwänge, die jeglichem Handeln Bedingungen vorgeben, solange diese Zwänge kapitalistischer Vergesellschaftung selbst in Kraft sind. Auf die kapitalistische Entwicklung im Ganzen angewandt heißt dies: Es gibt keine übergreifende Logik, die die Entwicklung des Kapitalismus im Ganzen steuern würde. Vielmehr bildet der Kapitalismus, wie die Regulationstheorie gezeigt hat, in seiner Entwicklung deutlich unterschiedene Phasen aus, die durch unterschiedliche Institutionensysteme reguliert und stabilisiert werden. Die Regulation kapitalistischer Verhältnisse meint dabei nicht unbedingt seine planvolle politische Steuerung, sondern die phasenweise Stabilisierung widersprüchlicher Verhältnisse. In die jeweils existierende Regulationsweise gehen also die Strategien und Machtverhältnisse sehr unterschiedlicher Akteure ein. Sie bildet ein umkämpftes Feld sozialer Auseinandersetzungen, das nur zeitweise stabil ist.

Die Existenz struktureller Zwänge und systemischer Eigengesetzlichkeiten ist damit kein Gegenargument dafür, dass ökologische Probleme nicht doch aufgegriffen und bearbeitet werden können. Nur dürfte es dabei eben auch zu einer markanten Verschiebung kommen. Denn die Probleme werden in den Institutionen und Organisationen eben auch selektiv aufgegriffen und in die „Sprache“ der Teilsysteme übersetzt. Das Fortbestehen struktureller Verwertungszwänge und die Berücksichtigung ökologischer Problemlagen müssen sich also nicht unbedingt ausschließen. Allerdings sagt die Möglichkeit einer Berücksichtigung von Umweltproblemen im kapitalistischen Unternehmen oder im politischen Institutionensystem noch nichts darüber aus, in welcher Form dies zu neuen kohärenten Mustern gesellschaftlicher Stabilisierung, zu neuen Akkumulationsregimen und Regulationsweisen führt.

Versteht man die neue Runde kapitalistischer Globalisierung als eine neue Phase des Kapitalismus im Übergang vom Fordismus zum Postfordismus, unabhängig davon, ob nun schon eine neue stabile Formation entstanden ist oder ob wir uns noch in der Phase des Übergangs befinden, dann lassen sich wenigstens vier kurze Bemerkungen zur Situation des Ökologieproblems und zu den Chancen einer Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse im Postfordismus machen: Sie betreffen die soziale Erscheinungsweise (1.), die politischen Regulierungsformen auf nationaler (2.) und internationaler Ebene (3.) und die grundsätzlichen Grenzen einer Gestaltung der Naturverhältnisse unter kapitalistischen Bedingungen (4.).

zu 1.) Die erste Bemerkung betrifft die sozialen Erscheinungsformen ökologischer Pro bleme im Weltmaßstab. Völlig im Gegensatz zu der Hoffnung, dass ökologische Katastrophenpotentiale die Menschheit zu einer „globalen Schicksalsgemeinschaft“ zusammenschweißen könnte, verstärken sozial-ökologische Problemlagen noch die Fragmentierungen und Spaltungen, die die „Weltgesellschaft“ sowieso auszeichnen. Dass „Globalisierung“ sowieso nichts mit der Vereinheitlichung von Lebenschancen im globalen Rahmen zu tun hat, dies hat sich inzwischen herumgesprochen. Und diese Fragmentierung wird durch sozialökologische Probleme nicht ausgeglichen, sondern um eine neue Dimension von Ungleichheit erweitert: Welches Wasser wir trinken können, welche Luft wir atmen, welchen Lärm und welchen Müll wir ertragen, welches Gift in den Lebensmitteln wir hinnehmen müssen und welche Gesundheitskosten zur Korrektur dieser Schädigungen wir aufbringen müssten (aber vielleicht nicht aufbringen können), diese ökologischen Risiken und die Chancen zu ihrer Bewältigung sind schon in nationalen Gesellschaften, erst recht aber im Weltmaßstab höchst ungleich verteilt und mit anderen Ungleichheitsdimensionen (Gender, Reichtum und Macht) eng verbunden.

zu 2.) Eine politische Gestaltung und eventuelle Bewältigung dieser Belastungen wird sich immer noch in erster Linie auf den Nationalstaat beziehen müssen. Obwohl inzwischen deutlich geworden ist, dass dieser zur Bearbeitung ökologischer Probleme aus verschiedenen Gründen nicht sehr geeignet ist, verdichten sich auf der Ebene der Nationalstaaten aber immer noch die Klassenverhältnisse und damit die wichtigsten Interessengegensätze. Allerdings ist die nationale Ebene im Zuge kapitalistischer Globalisierung selbst starken Transformationsprozessen ausgesetzt. So kann der Nationalstaat nicht mehr, wie im Fordismus, einen mehr oder weniger homogenen Wirtschaftsraum regulieren, sondern er richtet sich verstärkt auf die Absicherung nationaler oder regionaler Wettbewerbsbedingungen aus.

Die Chancen für ökologische Reformen müssen damit nicht gänzlich verbaut sein, aber sie stehen von vorneherein unter den Bedingungen verschärfter Weltmarktkonkurrenz und damit unter ökonomischen Erfolgskriterien. Auf nationaler und regionaler Ebene werden Umweltbedingungen zu einem „weichen“ (und manchmal, wie bei den genetischen Ressourcen, auch zu einem „harten“) Wettbewerbsfaktor, der, wie kulturelle Faktoren auch, die Chancen einer Anwerbung von Unternehmen verbessern oder verschlechtern kann. Dabei konkurriert er allerdings mit rein ökonomischen Bewertungskriterien wie der steuerlichen Belastung beziehungsweise den Lohnkosten. Ökologische Faktoren können also von Unternehmen durchaus aufgenommen werden, werden aber dabei wohl kaum per se zu einer Ökologisierung des Unternehmens führen, sondern zu einem zusätzlichen Entscheidungskriterium unternehmerischen Handelns unter anderen. Der Anteil ökologischer Aspekte differiert dabei in seiner Relevanz von Branche zu Branche und sogar von Betrieb zu Betrieb, und er bleibt in seiner Wirksamkeit sehr stark von staatlichen Rahmensetzungen (zum Beispiel von Ökosteuern oder allgemein der Energie- oder Verkehrspolitik) abhängig.

zu 3.) Der Wille und die Fähigkeit zu solchen ökologischen Rahmensetzungen hängt aber nicht nur von den jeweiligen nationalen Interessenlagen und Machtverhältnissen ab, sondern wegen der Internationalisierung des Kapitals immer mehr von den sich herausbildenden Formen internationaler Regulation. Hochgeschraubte Erwartungen an eine neue Form internationaler Steuerung, die Idee des „Global Governance“, werden sich dabei aber nur bedingt erfüllen. Diese Erwartungen gehen davon aus, dass auf internationaler Ebene mit der Schwächung der Nationalstaaten und dem Auftreten neuer Akteure, vor allen den sogenannten Nichtregierungsorganisationen, neue Formen der weichen, nicht-hierarchischen Netzwerk-Steuerung entstehen. Faktisch werden sich jedoch zwischenstaatliche Regulierungsformen, internationale Institutionen und Organisationen und transnationale Netzwerkorganisationen überlagern.

Dabei ist aber im Auge zu behalten, dass die oben aufgezeigte Gegensätzlichkeit verschiedener Regulierungsformen nicht unbedingt zu einer rationalen Gestaltung der Naturverhältnisse führt, sondern zu einer Gestaltung, die widersprüchlichen Interessen dient und gegebenenfalls auch kontraproduktive Wirkungen zeitigt. So lautete zumindest der Verdacht im Hinblick auf die CBD. „Global Governance“ ist weniger eine neue Zauberformel zur Lösung ökologischer Probleme, sondern ein „Flickwerk heterogener Kontrolltypen“. Und es vermag vielleicht schon zur Regulation weltgesellschaftlicher Prozesse beizutragen, nur eben in widersprüchlicher Weise und mit vielen nicht-intendierten Folgen in ökologischer Hinsicht.

zu 4.) Bleibt zum Abschluss noch ein fundamentales Problem der Ökologieproblematik zu erinnern, das auch im Rahmen einer wie immer gearteten postfordistischen Regulationsweise wohl kaum gelöst werden dürfte: die Ausrichtung der sozialen Integration auf das Muster der Wohlstandssteigerung und damit verbunden die Steigerung der Naturbeherrschung. Im Rahmen der fordistischen Regulationsweise war sowohl der grundlegende Klassenkompromiss als auch, darauf aufbauend, die staatliche keynesianische Wirtschaftspolitik am Modell der Beteiligung der Lohnabhängigen an einem wachsenden gesellschaftlichen Gesamtprodukt ausgerichtet.

Genau dieses Integrationsmuster ist aufgrund seines Ressourcenverbrauchs und seines Schadstoffausstoßes einer der Hauptursachen für die ökologische Krise. Bei allen noch bestehenden Unklarheiten über die postfordistische Regulationsweise und trotz (beziehungsweise wegen) aller zu beobachtenden Ausgrenzungen aus diesem Wohlstandsmodell beim Übergang von Welfare-zum Workfare-State steht in den entwickelten Industrieländern ein grundlegender Wandel auf dieser Ebene nicht an - auch die Spaltung in eine Zweitdrittel- Gesellschaft der relativ Wohlhabenden beseitigt ja noch nicht die Hoffnung des ausgegrenzten Drittels auf Teilhabe am Wohlstand.

Im Rahmen der Ökologiediskussion wird aber dieses Problem der Integration von sozialer und ökologischer Frage verfehlt und zu einer Diskussion um die Alternative „Effizienz versus Suffizienz“ reduziert: Reicht es zur Lösung der ökologischen Problematik aus, die technische Effizienz im Naturverbrauch zu optimieren, oder muss zusätzlich die Frage nach der Suffizienz gestellt werden, nach dem: Wieviel ist genug? Der Fehler in der Betrachtung liegt hier darin, dass die Frage nach der Suffizienz zu einem rein moralischen Problem beziehungsweise zur Frage nach einem nicht zu steuernden Wertewandel vereinfacht wird. Damit wird es entweder individualisiert oder als unplanbares Schicksal dargestellt.

Beides geht am Problem der Vermittlung von sozialer und ökologischer Problematik vorbei, dass nämlich mit der Frage nach Suffizienz die Frage nach dem gesellschaftlichen Naturverbrauch gestellt wird. Damit wird aber letztlich ein Problem der Stabilisierung gesellschaftlicher Produktion und Reproduktion und der Regulierung von Klassenverhältnissen, das heißt der Ausgestaltung einer konkreten Regulationsweise aufgeworfen: Unter welchen Bedingungen sind Menschen in das System der gesellschaftlichen Reproduktion integriert? Davon hängen aber letztlich ihre Interessenlagen ab, und davon dürfte auch ihre Bereitschaft maßgeblich (wenn auch nicht ausschließlich) bedingt sein, ihr Verhalten zu ändern.

Die Frage nach einer Einschränkung des Ressourcenverbrauchs hängt also letztlich nicht von moralischen Erwägungen der Einzelnen ab, sondern davon, ob eine Form der Regulation sozialer Verhältnisse durchgesetzt werden kann, die nicht mehr einem strukturellen Zwang zur Vergrößerung des materiellen Reichtums und damit eines vergrößerten Stoffdurchsatzes unterliegt. Doch in dieser Hinsicht haben alle Diskussionen der letzten Jahre wenig optimistisches zu Tage gebracht: weder in Süd noch in Nord wird auch nur die Möglichkeit eines Verzichts auf Wirtschaftswachstums ernsthaft erwogen. Gerade der Begriff der nachhaltigen Entwicklung steht letztendlich, jenseits aller Differenzen in seiner konkreten Operationalisierung, die es nach wie vor gibt, für einen Kompromiss zwischen Nord und Süd auf der Grundlage eines weiteren wirtschaftlichen Wachstums beider. Damit verschieben sich aber alle Gestaltungspotentiale im Naturverhältnis allein auf eine „Effizienzrevolution“.

 

Trotz allen Potentialen einer rationelleren Verwendung von Natur (erneuerbare Energiequellen, effizienterer Einsatz von Energie und Material, Recycling, et cetera) verfolgt aber die einseitige Fixierung auf technische Lösungswege der ökologischen Problematik weiterhin die Strategie der Naturbeherrschung. Denn sie bezieht sich auf Natur als auf ein nutzbares Substrat ökonomisch-technischer Interessen, das gesellschaftlichen Zwecksetzungen nahezu beliebig unterworfen werden kann. Obwohl im Rahmen der ökologischen Problematik zwar durchaus die Erfahrung gemacht wurde, dass dies nicht unbegrenzt möglich ist, versucht eine rein technische Optimierungsstrategie gleichwohl, nur die Naturbeherrschung zu verbessern, indem sie mögliche negative Folgewirkungen in Gestalt ökologischer Risiken einzukalkulieren versucht. Aber sie bricht keineswegs mit einer Logik, die der Diagnose von Horkheimer und Adorno gemäß die abendländische Zivilisation von Beginn an kennzeichnet, und die diese mit der europäischen Expansion seit über 500 Jahren über die Welt gebracht hat.

Obwohl also im Postfordismus eine Berücksichtigung ökologischer Folgewirkungen durchaus möglich und faktisch zumindest in Ansätzen auch schon Realität ist, besteht überhaupt kein Grund zur Entwarnung. Weder wird die Tendenz zu einem steigenden Naturverbrauch damit umgekehrt werden, noch die Irrationalität der kapitalistischen Logik gebrochen: Dominante Interessen werden weiterhin eine Ausbeutung der Natur zu profitablen und kurzfristigen Zwecken verfolgen und die Möglichkeiten einer Gestaltung der Naturverhältnisse werden den Strukturzwängen kapitalistischer Restrukturierung untergeordnet werden. Der Kapitalismus wird sich möglicherweise ebenso auf ökologische Problemlagen einstellen lassen, wie er auch die „soziale Frage“ „gelöst“ hat: Nicht im Sinne einer Beseitigung der zugrundeliegenden Ursachen, sondern in der Regulation der fortbestehenden Widersprüche. Und selbst geringe Fortschritte in der sozialen Frage werden auch weiterhin auf dem Weg der Steigerung der Naturbeherrschung erreicht und damit letztlich auf Kosten der Natur erkauft werden. @

aus Christoph Görg: Gesellschaftliche Naturverhältnisse und die Transformation des globalen Kapitalismus (Sept.2001)

 
 

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