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Tausende Menschen haben am 8.12.07 in Berlin für den Klima-Aktionstag demonstriert. Abschied von der Ideologie des Wachstums Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Berlin für einen wirksamen Klimaschutz demonstriert. Auf ihrem Marsch durch die Bundeshauptstadt forderten sie auf Transparenten und in Sprechchören zu einer effektiven Klimapolitik auf. «Wir müssen Druck machen, damit die Politik jetzt konsequent handelt », hieß es. Die Veranstalter bezifferten Zahl der Teilnehmer auf gut 5000. In Nordrhein-Westfalen versammelten sich aus Anlass des Klima-Aktionstags rund 3000 Demonstranten vor dem im Bau befindlichen Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich. ![]() Zu den Demonstrationen hatte die im April gegründete Klima-Allianz aufgerufen, der mehr als 80 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie etwa Greenpeace, Bund, Diakonie Katastrophenhilfe, Caritas International sowie fünf evangelische Landeskirchen angehören. Sprecher äußerten scharfe Kritik am Klimapaket, das die Bundesregierung in der vergangenen Woche beschlossen hatte. Es werde zu Makulatur, wenn nicht sofort der geplante Bau von 24 neuen Kohlekraftwerken sowie der weitere Ausbau des Straßennetzes und die Subventionierung des Flugverkehrs gestoppt würden. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann rief dazu auf, Abschied von der Ideologie des Wachstums zu nehmen. Es gebe auf der Erde genügend Ressourcen für die elementaren Bedürfnisse aller Menschen. Die Ressourcen reichten aber nicht, «um Gier, Macht, Bereicherung und Egomanie zu befriedigen», betonte sie. Das Schmelzen der Pole, das Steigen des Meeresspiegels und die sich ausbreitende Dürre seien unübersehbare Zeichen, dass etwas geschehen müsse, so die Bischöfin. Nur ein nachhaltiger Lebensstil könne den knapp acht Milliarden Menschen auf der Welt das Überleben sichern. Gut für alle. Auch die indische Umweltschützerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, rief die reichen Industriestaaten zu einem einfacheren Lebensstil auf. «Was gut ist für die Armen ist gut für alle», sagte sie. Die Menschheit habe nur die eine Erde und die eine Atmosphäre. Die Klimakatastrophen vor allem in Südostasien hätten gezeigt, dass die Welt nicht warten könne. Das sei auch die Botschaft an die Klimakonferenz in Bali, fügte sie hinzu. Der Aktionstag begann mit einem Protestzug vom Berliner Dom zum Brandenburger Tor, wo am späten Nachmittag im Anschluss an die Kundgebung ein Lampionzug zum Bundeskanzleramt vorgesehen war. Der 8. Dezember wurde 2005 weltweit von Umweltverbänden und sozialen Bewegungen zum globalen Klima- Aktionstag ausgerufen. Auf Bali in Indonesien tagt seit 3. Dezember der noch bis zum 14. Dezember angesetzte Weltklimagipfel. Auf der Großkundgebung vor dem im Bau befindlichen größten Braunkohlekraftwerk Europas in Grevenbroich bei Düsseldorf forderte der westfälische Präses Alfred Buß einen grundlegenden Wandel in der Energiepolitik. Nötig seien dezentrale Kraftwerke, die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und konsequente Energieeinsparung, so der oberste Repräsentant der Evangelische Kirche von Westfalen. Im Namen «Klima-Allianz» forderte er die Landes- und Bundesregierung auf, ein Moratorium beim Bau von Kohlekraftwerken durchzusetzen. Mehrere Mitgliedsverbände der Klima-Allianz hatten zudem für den Abend des Aktionstages die Bundesbürger aufgerufen, um acht Uhr für fünf Minuten alle elektrischen Lichter zu löschen. Bei der Kampagne «Licht aus» wurden die Umweltverbände Greenpeace, WWF und Bund publizistisch von Medien wie der «Bild»- Zeitung, ProSieben und Google unterstützt. Blick nach Bali Auf der indonesischen Insel Bali demonstrierten mehr als tausend Menschen für einen besseren Klimaschutz. An dem Protestzug in Balis Hauptstadt Denpasar beteiligten sich zahlreiche balinesische Bauern und Fischer. «Der Norden muss Treibhausgase reduzieren - punkt» und «Klimawandel führt zu globaler Armut», hieß es auf Transparenten. Die balinesischen Demonstranten forderten auch einen besseren Schutz der Wälder, der auf der Klimakonferenz diskutiert wird, und einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer. (epd) @ | ||
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