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Gedenken an Sebastien Briat, der vor 3 Jahren von einem Castorzug überrollt und getötet wurde. Kampf gegen das Vergessen von Compagnons de route de Sebastien Bryat Vor nunmehr drei Jahren, am 7. November 20O4 hat Sebastien Bryat im Alter von 22 Jahren in Avricourt /Lorraine/ den Tod gefunden, brutal angefahren durch die Lokomotive eines Castor-Transport- Zuges. Der Tod diese jungen Mannes darf nicht einfach hingenommen und vergessen werden. Es kommt darauf an, sich weiterhin zu erinnern an den Einsatz Sebastiens gegen die Atomindustrie und ihre Abfallwirtschaft, die für heute und generationenlang unkalkulierbare Gefahren mit sich bringt Einige Wochen zuvor hatte er sich mit mehreren seiner Gruppe entschlossen, einmal vorzuführen, dass die CASTOR-Transporte keineswegs so unverwundbar sind, wie oft angenommen. Er ist nun tot. Das darf den Umstand nicht verdrängen, dass er in seinem Handeln selbstbestimmt, überlegt und nicht gewalttätig vorging.
Wir hatten uns an der Kurve der Geleise so postiert, dass wir jederzeit von der Bahnböschung herunterspringen konnten. Dass wir nur kurze Sichtweite hatten, hatten wir einkalkuliert. Wir lagen zu viert auf den Schienen, ein Arm frei, den anderen jeweils in einer Betonröhre, sehr schnell herauszuziehen, falls notwendig. Alle Behauptungen über Selbstfesselung und so weiter sind gehässiger Unsinn. Wir hatten alles so eingerichtet, dass wir den Arm jederzeit aus der Röhre bekamen. Leider versagte die Gruppe, die 1500 Meter weiter oben den Zug alarmieren und stoppen hätte sollen. Der Hubschrauber, der dem Zug vorausfliegen sollte, war weg- zum Kerosin- Tanken. Gerade auf den hatte die Alarmierungstruppe sich verlassen. Auch musste die Stoppergruppe sich vom Zug fernhalten, weil eine motorisierte Gendarmerie-Truppe den Weg zwischen Wald und Geleise bewachte und unpassierbar machte. Laut Staatsanwalt brauste der Zug also mit 98 Stundenkilometern an, ohne dass Stopp oder Vorwarnung hätten erfolgen können. Also hatten wir sehr wenig Zeit, um uns die Böschung herab zu rollen. Das hatten wir trainiert. Sebastien wurde bei dieser Aktion getroffen. Auf keinen Fall war sein Arm noch im Beton in diesem Augenblick. Das lief alles so schnell, dass keiner von uns ihm helfen konnte. Vor alledem hatten wir in Kälte und Nässe im Unterholz neben den Schienen zehn Stunden lang ausgeharrt, ohne dass jemand von den Suchmannschaften der Bahn und der Polizei uns entdeckt hätte. Die Verantwortung für den Tod Sebastiens liegt demnach bei allen Beteiligten.
Sebastiens Tod war ein Unfall, von niemand gewollt, noch weniger gewünscht. Nicht wie andere im Auto auf der besoffenen Heimfahrt von der Disco starb Sebastien. Er wollte seinen Erkenntnissen folgen und seiner Überzeugung tatkräftigen Ausdruck verleihen. In der Lage, in der wir uns damals befanden, haben wir die Unterstützung, die uns zuteil wurde, gar nicht erwartet. Wir danken Mitkämpferinnen und Mitkämpfern, Verwandten, aber auch all denen, die sich Jahre nach der Tat selbst erinnern und an die Tat erinnert haben. Nicht Beichte, nicht Provokation soll der hier gegebene Bericht sein: Es geht allein um den Kampf gegen das Vergessen.
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