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Meitingen: Nukleargraphit für Südafrika Ein Bearbeitungszentrum für Nukleargraphit hat die Firma SGL Carbon kürzlich in Meitingen in Betrieb genommen. Wie SGL-Projektleiter Maik Baumblüth jetzt informierte, wird der Nukleargraphit für Kugelhaufenreaktoren benötigt - diese seien im Inneren von Reflektoren umgeben, die aus Graphit bestehen. In das neue Bearbeitungszentrum hat die Firma nach eigenen Angaben sieben Millionen Euro investiert. Damit seien 40 Arbeitsplätze gesichert worden, 20 davon am Standort Meitingen. Die Kugelhaufenreaktor-Technologie sei in Deutschland am Kernforschungszentrum Jülich entwickelt und 1988 hierzulande eingestellt worden. Nun werde sie in Südafrika zum ersten Mal umgesetzt. Es handle sich um einen „tollen Reaktor“, gerät SGL-Projektleiter Baumblüth geradezu ins Schwärmen, denn mit dieser Technologie sei nicht nur eine höhere Brennstoffausnutzung möglich, sondern sie hinterlasse auch weniger belastetes Material und sei sehr sicher, denn bei einem Fehlverhalten regle sich der Reaktor selbst herunter. Deutsche Technologie zuerst im Ausland realisiert Nun werde diese deutsche Technologie in Südafrika zum ersten Mal verwirklicht, und SGL Carbon bekomme damit die Gelegenheit, seine jahrelangen Bemühungen bei der Konzeption und Herstellung von Nukleargraphit auch in der Anwendung unter Beweis zu stellen. Der Nukleargraphit wird für die Reflektoren im Inneren des Reaktors gebraucht. „Sie reflektieren und moderieren sozusagen die Vorgänge im Reaktor“, erläutert Baumblüth. Das Material zeichne sich hinsichtlich Eigenschaften wie Festigkeit und Dichte aus und sei nahezu frei von der chemischen Substanz Bor. Gefertigt werde der Graphit in Deutschland und Frankreich, bearbeitet in Meitingen. Dann kommt er in eine klimasichere Verpackung und wird nach Südafrika verschifft. Der dort geplante neue Kugelhaufenreaktor solle zwischen 2010 und 2012 in Betrieb gehen. Das neue Bearbeitungszentrum für Nukleargraphit in Meitingen sei ein „Meilenstein in unserer Kompetenz“, betonte Baumblüth. Es sei innerhalb von nur 14 Monaten errichtet worden, und man habe es zusammen mit dem südafrikanischen Kunden PBMR Ltd. (Pebble Bed Modular Reactor) einweihen.
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