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6. bis 9. November Braunschweig Aktionstage gegen Atommüllendlager ![]() In der Braunschweiger Stadthalle findet vom 6. - 9. November 2007 eine internationale Konferenz zur Endlagerung radioaktiver Abfälle unter Tage (RepoSafe) statt. Hier wollen sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unter anderem über die Untersuchungsergebnisse aus sogenannten Forschungsbergwerken austauschen. Ein solches „Forschungsbergwerk“ ist die ASSE II, gerade einmal 20 km von Braunschweig entfernt. Vorgeblich zu wissenschaftlichen Untersuchungen wurde dort von 1967 bis 1978 Atommüll eingelagert. Dabei handelte es sich um den gesamten schwachradioaktiven Atommüll, der bis dahin in der Bundesrepublik angefallen war, insgesamt 125.000 Fässer. Darüber hinaus wurden 1.300 Fässer mit mittelradioaktivem Atommüll in die ASSE verbracht. Offensichtlich ging es hiervielmehr darum, sich großer Mengen radioaktiver Abfälle zu entledigen, als wissenschaftlich zu arbeiten. Mittlerweile droht die Situation im Bergwerk außer Kontrolle zu geraten. Jahrzehntelang wurde die trockene Lagerung und der sichere Einschluss des Atommülls zugesichert. Heute droht das Atommülllager durch nicht kontrollierbare Wasserzuflüsse einzustürzen. Der Betreiber will das Bergwerk ausgerechnet durch die Flutung mit einer wässrigen Lösung stabilisieren. Mit oder ohne diese zusätzliche Flutung würden sich die radioaktiven Stoffe im Wasser lösen und früher oder später ins Grundwasser gelangen. Die Öffentlichkeit wurde mehrfach wissentlich getäuscht. Gravierende Fehler wurden erst zugegeben, als sie nicht mehr zu verbergen waren. Aktuell wird mit der nicht bewiesenen Behauptung, dass die Standsicherheit nur bis 2014 gesichert sei, Zeitdruck erzeugt, um das Flutungskonzept gegen alle Kritik durchzusetzen. Der Betreiber und die zuständigen Institutionen haben ihre Glaubwürdigkeit jedoch längst verwirkt. Das Endlager Morsleben bei Helmstedt ist so instabil, dass es im Rahmen bergbaulicher Gefahrenabwehr teilweise notverfüllt werden muss. Trotz dieser offensichtlich katastrophalen Erfahrungen mit Morsleben und der ASSE II soll mit Schacht KONRAD in Salzgitter in den nächsten Jahren ein weiteres Endlager in Betrieb genommen werden. Auch die Arbeiten am Erkundungsbergwerk in Gorleben sollen fortgesetzt werden. Zu diesen Standorten gibt es seit Jahrzehnten erhebliche wissenschaftliche und konzeptionelle Zweifel. Bereits im Vorfeld wurde einem kritischen Wissenschaftler verwehrt, auf der Konferenz seine Erkenntnisse darzustellen. Offenbar soll es erneut um die Aufrechterhaltung des Glaubens an eine sichere Endlagerung gehen. Doch eine risikofreie Verwahrung von Atommüll über viele Jahrtausende kann nirgendwo garantiert werden. Daher muss die weitere Produktion von Atommüll sofort eingestellt werden. Um all dies öffentlich zu machen und gegen Endlagerpolitik und Atomwirtschaft zu protestieren, wird es vom 6.-8. November 2007 zahlreiche Aktionen geben. Vor der Stadthalle wird eine Dauermahnwache mit Bühnenwagen, Infoständen, Zelt und Volksküche errichtet. Geplant sind Vorträge, Konzerte und Filmvorführungen. Das Thema Atommüll geht uns alle an, besonders hier in der Region Braunschweig! Wir laden ein, vor der Stadthalle an den Veranstaltungen teilzunehmen, sich zu informieren und Protest zu zeigen. Vertiefende Informationen über die Endlagerstandorte sind auf der Seite www.atommuell- endlager.de nachzulesen. Aktuelle Programminformationen zur Mahnwache und den Veranstaltungen gibt es unter www.asse2. de/mahnwache.
Es spielen vor der Stadthalle anti-atom-aktuell.de |