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Der Test-Transport eines neuen Castor-Behältertyps nach Gorleben wurde am
5. September mehrfach von AtomkraftgegnerInnen gestoppt und behindert. Spontan und hartnäckig von widerstand macht spaß Ursprünglich sollte der Probecastor, der am 3. September in Valogne losgefahren war, schon vor Morgengrauen im Zwischenlager in Gorleben ankommen. Doch trotz sehr kurzfristiger Mobilisierung haben AtomkraftgegnerInnen sowohl auf der Schienen- wie auf der Straßenstrecke den reibungslosen Ablauf des Transports durch zahlreiche Aktionen erheblich gestört.
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Schon nachts waren einige Grüppchen im Wald an der Schiene unterwegs und brachten Bewegung in die Polizeikräfte, die flächendekkend an den Bahnübergängen und Paralellwegen zur Schiene eingesetzt waren. In der Nähe von Rohstorf wurden nach Polizeiangaben Unbekannte dabei gesehen, wie sie Gegenstände auf die Schiene packten. Später entdeckten Beamte „anticastortypische Holzkreuze“ im Gleisbett. Von den dunklen Gestalten war nichts mehr zu sehen. |
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In der Göhrde lieferten sich AtomkraftgegnerInnen und Einsatzkräfte über viele Stunden ein Katz- und Mausspiel. Ortskundige Widerständler schlichen auf stockfinsteren Waldwegen und durch das Unterholz, tauchten immer wieder am Gleis auf und machten die zahlreichen Polizeibeamten sichtlich nervös. Trotz Kontrollfahrten und Hinterherleuchten mit Taschenlampen waren die Nachtwanderer immer wieder im Dickicht verschwunden. In Grünhagen gelang es, die Lücken zwischen den Streifenfahrzeugen zu nutzen und viermal hintereinander den Bahnübergang mit Trassierband abzusperren. Das sorgte für mächtig Ärger und ein Großaufgebot der Einsatzkräfte. Ein Spürhund stellte schließlich eine Gruppe von Menschen im Wald. Zwei hinzueilende Beamte teilten ihrem Einsatzführer mit, dass die Gruppe beschlossen habe, zu gehen „und das macht sie jetzt auch“. Auf verschlungenen Pfaden zogen sich die Wanderer in den dunklen Wald zurück, und hinterhergehende Polizeibeamte gaben bald ihre Verfolgung auf. Die Polizei berichtet, daß von den Beamten der Bundespolizei in der Nacht eine Schrotsäge im Bereich der Schienen gefunden und sichergestellt wurde. Eine Nachtfahrt durch die Göhrde wurde offensichtlich aufgegeben und so konnten AtomkraftgegnerInnen am nächsten Morgen sich wieder auf den Weg machen. | |
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Kurz hinter Lüneburg gelang es einer Atomkraftgegnerin, sich über der Bahnschiene auf den Probecastor abzuseilen. Unterstützt wurde sie dabei durch eine Sitzblockade auf dem Gleisbett von 15 weiteren Anti-Atom- Akti vistInnen. Der Castorzug musste stoppen. Es dauerte 2 Stunden, bis „Spezialkräfte der Bundespolizei die Atomkraftgegnerin gesichert hatten“ (laut Polizeibericht). Erst dann konnte der Zug seine Fahrt fortsetzen. In der Zwischenzeit hielten etwa 70 AtomkraftgegnerInnen im Schienenbereich in der Göhrde die völlig überforderten Einsatzkräfte auf Trab. Immer wieder setzten sich Menschen auf die Gleise, andere errichteten kleine Materialblockaden aus Baumstämmen und Ästen. Die eingesetzten Beamten hatten alle Hände voll zu tun und riefen immer wieder nach Verstärkung. Die angeforderten Greiftrupps tauchten aber erst auf, als der Zug schon am Anrollen war. Zum Entsetzen vieler Demonstrierender raste der Castorzug in einer der Situation völlig unangemessenen Geschwindigkeit durch, obwohl immer noch Menschen auf und an der Schiene sich befanden. Die gerade angekommenen Greiftrupps verfolgten anschließend Atom kraftgegnerInnen durch den Wald. Es wurde aber niemand gegriffen. Auch an den Bahnübergängen in Hitzacker protestierten Menschen gegen den Probecastorzug. Auch hier wurde mit Entsetzen bemerkt, wie rasend schnell der Castorzug durchrauschte. |
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Inzwischen hatten sich viele Menschen am Castor-Verladekran eingefunden und mit Transparenten ihrem Protest Ausdruck verliehen. Hier war die Polizei massiv mit vielen Einsatzkräften vor Ort. So machten sich einige AtomkraftgegnerInnen auf den Weg, um auf der Straßenstrecke sich dem Transport in den Weg zu stellen. Trotz zahlreicher Polizeisperren gelang es in Laase einigen Menschen, auf die Transportstrecke zu kommen und sich dort hin zu setzen. Die eingesetzten Beamten gingen hier in ziemlich aggressiver Art und Weise gegen die Demonstrierenden vor, beschlagnahmten Transparente, schubsten und drängten die Menschen von der Straße. Auch wenn die Polizei von keinen „nennenswerten Störungen“ spricht: Der Widerstand im Wendland ist wach und kann auch sehr spontan mächtig stören. Toll., dass auch einige AtomkraftgegnerInnen von außerhalb sich spontan und schnell an den Protesten beteiligt haben! Hintergrund: Dieser zweite Probecastor, ein von der Gesellschaft für Nuklearservice in Mülheim/Ruhr gefertigte 115 Tonnen schwere neue Behältertyp Castor HAW 28M soll zu Genehmigungszwekken getestet werden. Der erste Probecastor, ein französiches Modell, war bereits vor Wochen gestestet und inzwischen bereits genehmigt worden. Auch da gab es wurde der Transport mehrmals von AtomkraftgegnerInnen gestoppt. Besonders brisant und gefährlich an dem neuen Behältertyp ist die Dimensionierung auf von bisher 45 KW auf nun 56 Kilowatt Wärmeleistung. Durch Abbranderhöhung der Brenn elemente in den AKW werden zukünftige Transporte nach Gorleben entsprechend heißer. Dabei enthält ein Castor-Behälter das radioaktive Potential von 20 % des Tschernobyl-Fallouts.
![]() anti-atom-aktuell.de |