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WAK Karlsruhe: Probleme mit Stromversorgung zur Kühlung des hochradioaktiven Flüssigmülls Störfälle im Kühlsystem von Piet Die in den Hochsicherheitsbunkern der WAK [Karlsruhe] lagernde, rund 70 000 Liter umfassende „Atomsuppe“, eine atomare Altlast aus 20 Jahren Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen AKW, muss ständig gerührt werden, um ein Überhitzen zu vermeiden. Am 7.11.2006 kam es laut Mitteilung der WAK Karlsruhe durch den Fall von zwei Steuerautomaten zu einer Unterbrechung der Steuerspannung in den Leistungsschaltern der Kraftverteilung für die WRA.Die Stromversorgung für die Kühlwasserversorgung für den Sekundärkreislauf der HAWC-Kühlung und die Druckluftkompressoren waren unterbrochen. Am 14. Dez.06 berichtete die WAK von einem klemmenden Absperrventils im Sekundär-Kühlkreislauf: „Am 22.11.06 ließ sich ein Absperrventil im Sekundär-Kühlkreislauf der LAVA nicht im Automatikbetrieb betätigen. Als Ursache konnte eine mechanische Schwergängigkeit festgestellt werden, wodurch es in der Folge zu einem Wicklungsschaden am Antriebsmotor des Ventils kam.(..) Das Absperrventil hat sicherheitstechnische Bedeutung für die Sicherstellung der Druckhaltung im Sekundär-Kühlkreislauf bei Druckabfall in der Vorlaufleitung auf der Rohrbrücke.“ Am 15.01.07 berichtete die WAK über Probleme mit dem Ersatzstrom-Netz: „Am 29.06.2006 trat in einer Ersatzstromschiene der Energieversorgung eine Störmeldung auf. An zwei der drei die Frequenz überwachenden Relais fehlte die Betriebsanzeige trotz anliegender Spannungsversorgung. Als Ursache für die Störung an den beiden Relais wurden defekte Spannungswandler festgestellt.“ „Das Ersatzstrom-Netz der Energieversorgungszentrale hat sicherheitstechnische Bedeutung. Im Anforderungsfall (Nichtverfügbarkeit des Normalnetzes) wären beide Ersatzstromdiesel angelaufen und die vorgewählte Redundanz hätte die Spannungsversorgung gewährleistet. Die Überwachung der vom Relaisdefekt betroffenen Ersatzstromschiene war durch weitere Redundanzen gewährleistet. Aus diesem Grund wurde das Ereignis zunächst als nicht meldepflichtig eingestuft. Da zwischenzeitlich ein systematischer Fehler nicht mehr mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, wurde das Ereignis vorsorglich gemeldet.“ Nicht nur in AKW, sondern auch in „stillgelegten“ Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA) kann ein Ausfall der Stromversorgung katastrophale Folgen haben: Wird der dort lagernde flüssige Atommüll nicht ständig gekühlt, so droht die Gefahr einer Überhitzung. - Fällt die Kühlung längerfristig aus, so verdampft die Flüssigkeit in dem Behälter und die reaktiven, hochradioaktiven Stoffe kristallisieren aus. Vergleichbares ereignete sich am 29.09.1957 bei Kyshtym im Atomkomplex Majak in der früheren Sowjet-Union in einem Tank mit hochradioaktiven Abfällen aus der dortigen „Wiederaufbearbeitungs-Anlage“: Bereits 1956 waren die Kühlleitungen für diesen 250 Kubikmeter fassenden Behälter undicht geworden, die Kühlung wurde deshalb abgestellt. - Der Tankinhalt mit den hochradioaktiven Flüssigabfällen begann daraufhin auszutrocken, am 29.09.1957 explodierten dann die darin auskristallisierten Nitratsalze durch einen Funken. Die Detonation des Behälters war so heftig, daß noch in bis zu zwei Kilometer Entfernung vom atomaren Zwischenlager Trümmerstücke gefunden werden können. Experten errechneten daraus eine Detonationskraft, die 70 bis 100 Tonnen TNT entspricht. Nach Zeugenberichten soll die Explosion als leuchtender Schein noch hunderte Kilometer entfernt gesehen worden sein. Durch die Explosion wurden zwischen 70 und 80 Tonnen an radioaktiven Substanzen in die Umwelt freigesetzt.@ anti-atom-aktuell.de |