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Das AKW Biblis
Juli 1967: Der Energiekonzern RWE beschließt, in Hessen ein Atomkraftwerk zu bauen. April 1975: Mit 1200 Megawatt Leistung nimmt Biblis A als damals stärkster Einzelreaktor der Welt seinen regulären Betrieb auf. Etwa ein Jahr später geht Biblis B mit 1300 Megawatt ans Netz. Dezember 1987: Durch ein offenes Ventil in Block A entweicht 15 Stunden lang radioaktiver Dampf - einer der schwersten Störfälle in einem deutschen AKW. Der Vorfall wird erst nach fast einem Jahr durch eine Veröffentlichung in den USA bekannt. 1994: Hessens Umweltminister Joseph Fischer (Die Grünen) will in seiner zweiten Amtszeit erreichen, dass Biblis A stillgelegt wird, Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) widersetzt sich den Bestrebungen. September 1995: Block B schaltet sich aus, als nach dem Ausfall einer Hochdruck-Hydraulikölpumpe die Ersatzpumpe nicht anspringt. 1999: Die rot-grüne Bundesregierung gibt Hessen bei Biblis A freie Hand. Der neue Ministerpräsident Koch (CDU) legt die Schließungspläne zu den Akten. Oktober 2000: An einer Schweißnaht im Kühlsystem von Block A werden drei vermutlich seit 27 Jahren vorhandene Risse festgestellt. Erste Hinweise darauf waren 1992 als Messfehler gewertet worden. August 2002: Eine von zwei Notstromleitungen von Block A nach B fällt für 23 Minuten aus. April 2003: Biblis A wird vorübergehend stillgelegt, nachdem eine seit Betriebsbeginn zu klein ausgelegte Ansaugfläche im Notkühlsystem bemerkt wird. Der Reaktor geht erst nach neuer Genehmigung nach acht Monaten wieder ans Netz. September 2006: RWE stellt den Antrag, Block A länger als nach dem Atomkonsens vorgesehen laufen zu lassen. September 2006: Bei einer Routine-Revision im abgeschalteten Block Biblis A werden fehlerhaft montierte Dübel festgestellt. Sie waren 2001 eingebaut worden, um unter anderem Rohrleitungen gegen Erdbeben zu sichern. RWE beantragt zudem offiziell eine Verlängerung der Laufzeit für Biblis A. Dazu sollen genehmigte Strommengen anderer Kernkraftwerke auf Biblis A übertragen werden. Oktober 2006: Der Biblis-Block B wird ebenfalls abgestellt, weil auch in ihm fehlerhaft montierte Dübel gefunden werden. Später stellte sich heraus, dass etwa jeder zweite der rund 15 000 Dübel in den beiden Blöcken nicht korrekt in der Wand sitzt. anti-atom-aktuell.de |