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AtomkraftgegnerInnen vom Aktionsbündnis Münsterland machten besuch bei Ecodefence Rußland in St. Petersburg Zu Besuch in St. Petersburg eine Zusammenfassung I. Runder Tisch St. Petersburg (10. Oktober 06) Anwesende: „Ecodefense!“, Greenpeace Russland, Bellona, St. Petersburger Umweltstaatsanwaltschaft, Vorsitzende des Ausschusses für Soziale Probleme des Stadtrates St. P., Chef v. Isotope (staatl. Atomtransporteur), stellvertr. Direktor v. TENEX (100% Tochter d. russ. Atomenergieaufsichtsbehörde Rosatom und Vertragspartner von Urenco), Chef d. Regierungsinstituts für Marine- und Industriemedizin), Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, div. Journalisten Der Runde Tisch war ein absolutes Novum für alle Beteiligten und war von „Ecodefense!“ organisiert Laut Isotope werden UF6-Transporte in Russland von einer bewaffneten Wache und einem Spezialisten mit Geigerzähler + Schutzkleidung bewacht sowie per GPS verfolgt. Angeblich gab es in 50 Jahren keinen Unfall. Isotope hat keinen Notfallplan, falls bei Unfall Wache und Spezialist ausfallen. Lokale Feuerwehr und Krankenhäuser sind auch in Russland nicht informiert. Laut Isotope jährlich „mehrere 10 000 t“ Atommaterial über St. Petersburg nach Russland. Laut Institut für Marine- und Industriemedizin müssen bei schwerem Unfall mit UF6-Behälter in St. Petersburg bis zu 300 000 Menschen (!!) evakuiert werden. Tenex-Vizedirektor gibt zu, dass UF6-Behälter schwere Sicherheitsprobleme haben (Feuerfestigkeit etc.). Er bestätigt, dass derzeit bei Rosatom diskutiert wird, die Importverträge mit Urenco nicht zu verlängern. Die Verträge laufen noch bis 2009. Greenpeace Russland hat mit Greenpeace Frankreich im Dezember 2009 einen französischen UF6-Transport in Le Havre und in St. Pet. blockiert. Im Juli 2006 hat Greenpeace erhöhte Strahlung bei einem UF6-Transport in St. Pet. gemessen und festgestellt, dass KEINE Wache vor Ort war (s.o.) Umweltstaatsanwaltschaft zeigte sich sehr interessiert, will aber „Massenpanik“ unter der Bevölkerung vermeiden, wenn Infos über Atomtransporte „unkontrolliert“ in die Öffentlichkeit gelangen. Die Stadtverordnete zeigte sich sehr besorgt darüber, dass St.Petersburg zum Umschlagplatz für Atommüll geworden sei. Die Abgeordneten werden nicht richtig informiert und seien mit der Problematik überfordert. Auch die Atomfirmen sagen, die gesetzlichen Bestimmungen seien nicht scharf genug. Der Runde Tisch war ein Erfolg, weil sehr informativ und für „Ecodefense!“ ein Imagegewinn (in Russland haben NGOs sonst eher eine sehr schwache Stellung). Wiederholung ist aber unwahrscheinlich, weil Atomfirmen über offene Diskussion nicht sehr erfreut waren. Die St.Petersburg – Times berichtete am Tag darauf auf der ersten Seite als“Top News“über den runden Tisch. U.a. wurde auch darauf hingewiesen, dass Urenco in Russland eine „billige Entsorgung“ bekommt und das der Hauptgrund für die Atommüllverschiebung über tausende Kilometer ist.
II. Aktion vor deutscher Botschaft in Moskau (12. Oktober 06) Ca. 20 Russische und deutsche AktivistInnen waren beteiligt. Drei TV-Teams, mehrere Zeitungen, die Deutsche Presse Agentur, Reuters und der DLF waren vor Ort und berichteten. Miliz nahm fünf russische AktivistInnen wegen. „illegaler Demonstration“ vorübergehend für mehrere Stunden fest. Die Botschaft war bemüht, die Aufmerksamkeit klein zu halten. Deutsche Aktivisten überreichten Offenen Brief an die Botschaft zur Weiterleitung an die Bundesregierung. Hauptforderung: Urantransporte nach Russland sofort stoppen. Leiter der Wirtschaftsabteilung (Herr Salber): „In Russland sind 4000 deutsche Firmen aktiv und wir können nicht alle kontrollieren.“ Salber verspricht den offenen Brief an die Bundesregierung weiterzuleiten. Salber betont, dass der Posten für Umweltfragen z.Zt. in der deutschen Botschaft nicht besetzt sei. Uns ist bisher bekannt daß der WDR, die FAZ, die Westf. Nachrichten in Gronau, die TAZ, N24, Indymedia, dpa und AFP über die Aktion in Deutschland berichtet haben.
III. Perspektiven Besuch war sehr lohnend wegen der zwei Aktionen, zahlreicher neuer Infos und vieler persönlicher Kontakte. Thema wurde in die Öffentlichkeit gebracht und bei deutschen JournalistInnen in Russland verbreitet. Druck auf Urenco soll auch in Deutschland erhöht werden, damit keine neuen Verträge mit Tenex zustande kommen. Forderung: „Kein Export von Atommüll“ Bestehende Verträge müssen sofort gekündigt werden. anti-atom-aktuell.de |