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Die Atomindustrie und die zuständigen Länderministerien bereiten neue Atommülltransporte nach Ahaus vor. Die Atomindustrie und die zuständigen Länderministerien bereiten neue Atommülltransporte nach Ahaus vor. Wie aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage hervorgeht, rechnet die niedersächsische Landesregierung mit den Atomtransporten ab 2009 (Landtags-Drucksache 15/3004). Dabei sollen 250 Großbehälter mit „CSD-C-Kokillen“ in das Zwischenlager Ahaus (BZA) eingelagert werden. Es handelt sich „überwiegend um kompaktierte schwach- und mittelradioaktive Abfälle“ aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague der Firma AREVA NC (früher: COGEMA). Besorgniserregend ist für die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland auch, dass ab 2015 zusätzlich 20 Großbehälter mit mittelradioaktiven bituminierten Abfällen aus La Hague zu rechnen ist. Diese bituminierten Flüssigabfälle gelten als besonders heikel, da organische Stoffe enthalten sind, und das Langzeitverhalten dieser Stoffe unter dem Einfluss der Radioaktivität nicht eindeutig vorhersehbar ist. „Offensichtlich kommt es in La Hague zu Verzögerungen. Wir hatten schon 2008 mit ersten Transporten gerechnet. Andererseits sind die Planungen nun in ein konkretes Stadium getreten. Es ist ein Skandal, dass weder die Betreibergesellschaft des Zwischenlagers Ahaus noch die nordrhein-westfälische Landesregierung über diese Pläne berichten“, so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ e.V. Gleiches gilt für die münsterländischen CDU-Landtagsabgeordneten um Bernhard Tenhumberg, die nach einem „Informationsbesuch“ des Zwischenlagers in Ahaus vor wenigen Tagen kein Wort über die neuen Transportpläne nach Ahaus verloren. „So wird die Verlogenheit der NRW-CDU bezüglich der Atompolitik deutlich! Von einem gewählten Vertreter erwarten wir schlicht und einfach ehrliche Informationen! Schluss mit der Hinhalte-Taktik und dem ewigen Vertuschen“, erklärt Felix Ruwe. Zu den 270 Großbehältern aus La Hague kommen noch über 70 – bereits angekündigte – Transporte aus bundesdeutschen Forschungsreaktoren nach Ahaus. „Die Politik und die Atomindustrie haben offensichtlich immer noch nichts gelernt. Sie versuchen unbeirrt, Ahaus als zentrales Zwischenlager durchzusetzen“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. „Dabei werden sie wie in der Vergangenheit auf massiven Widerstand in der Bevölkerung treffen“. Felix Ruwe ergänzt: „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet und werden entschieden gegen jede weitere Atommüllverschiebung protestieren. Das Atommüll-Lager Ahaus ist politisch auch nach mehr als 25 Jahren noch nicht durchgesetzt. Anstatt über Atomtransporte nach Ahaus zu reden bzw. zu schweigen, sollten die verantwortlichen Politiker lieber einen sofortigen Atomausstieg vereinbaren.“
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
aktionsbuendnis-muensterland.de SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster sofa-ms.de Menschen gegen Atomanlagen (MEGA) Waltrop mega-waltrop.de BI-Ahaus bi-ahaus.de BZA Ahaus will mehr Müll aufnehmen aus FR vom 16.9.06Das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) in Nordrhein-Westfalen will in Zukunft außer hochradioaktivem Atommüll auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle aufnehmen. BZA-Sprecher Michael Ziegler bestätigte am Freitag, dass ein Antrag dazu gestellt werden soll. Einen Zeitpunkt für den Antrag beim Bundesamt für Strahlenschutz und der Bezirksregierung Münster wollte Ziegler nicht nennen. Brennelemente belegten derzeit gut zehn Prozent der Lagerplätze. „Die Halle ist weitgehend leer“, sagte Ziegler. Die Kernkraftwerke hätten auf der Grundlage politischer Entscheidungen standortnahe Zwischenlager gebaut. Auch die Brennelemente von Forschungsreaktoren werden in Ahaus nicht mehr erwartet, da diese ins Ursprungsland USA zurückgegeben würden. |