Bei den Revisionsarbeiten am AKW Krümmel entsteht ein Riß in der Dampfleitung.

Riss am Sicherheitsventil
von Piet

Seit dem Wochenende vom 06. / 07.08.05 ist das AKW Krümmel bei Geesthacht an der Elbe zum Brennelementwechsel und zur jährlichen Revision abgeschaltet. Bei den Revisionsarbeiten ist es bei einem Drucktest zu einem „meldepflichtigen Ereignis“ gekommen.

Laut einer Pressemitteilung der Landesregierung Schleswig-Holstein vom 2. September 05 ist bei einer Druckprüfung des Reaktordruckbehälters im Stutzen eines Sicherheitsventils ein Riss aufgetreten. Das Sozialministerium habe zur Klärung der Schadensursache und möglicher Abhilfemaßnahmen verschiedene Gutachterorganisationen hinzugezogen Bevor das AKW Krümmel wieder angefahren werden darf, müsse die Schadensursache geklärt werden. Zusätzlich müsse geprüft werden, ob auch andere Komponenten durch den Drucktest beschädigt worden sind.

Wie immer wird das „Ereignis“ von den Betreibern verharmlost: Bei einer Druckprobe sei es zu einer Leckage in der Dampfleitung gekommen und dabei ein kleiner Wasserstrahl ausgetreten. Der Riss am Stutzen des Sicherheitsventil wird verschwiegen.

Zur Information: Entsteht beim Betrieb des Atomkraftwerkes in dem Reaktordruckbehälter oder den Dampfleitungen ein unzulässiger Überdruck, so soll durch das Öffnen (‘Ansprechen’) der Sicherheitsventile der zu große Druck abgebaut (‘Abblasen’) werden. Da das AKW Krümmel einen Siedewasserreaktor hat, ist der daraus entweichende Dampf stets radioaktiv.

Bei einem Störfall während des Betriebs wäre durch den Riss an der Dampfleitung unkontrolliert radioaktiver Dampf freigesetzt worden! Welche Folgen dieser Riss noch haben könnte, ist nicht überschaubar. - Glücklicherweise(!) ist der Atommeiler zur Zeit aufgrund der Jahresrevision abgeschaltet...@

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