Stellungnahme der Beteiligten

Guten Morgen!

Wir führen hier und heute diese Aktion durch; um einmal mehr auf die ungelöste Problematik des Atommülls hinzuweisen. Wir haben bewusst die Aktionsform des Ankettens gewählt, trotz oder gerade wegen des Todes von Sébastien, der vor knapp einem halben Jahr beim Castortransport nach Gorleben vom Castorzug überrollt und getötet worden ist.

Nicht die Abenteuerlust oder der jugendliche Leichtsinn sind unsere Motivation, sondern die bewusste Entscheidung, dass wir an diesem Punkt, dem Transport des Atommülls, direkt in die tödliche Atomspirale eingreifen können.

Jeden Tag werden Menschen durch atomare Energiegewinnung getötet, vom Beginn, dem Uranabbau, bis zum Ende, dem Atommüll. Durch diese oder Andere Ankettaktion können wir dem atomaren Wahnsinn für einen kurzen Zeitraum Einhalt gebieten. Obwohl ständig Menschen verstrahlt werden, wird an dieser Form der Energiegewinnung festgehalten, auch, obwohl die Endlagerfrage nach wie vor ungelöst ist.

Es wird sogar versucht, Atomstrom als Energiegewinnungsform in der französischen Verfassung zu verankern, in Form des EURATOM-Vertrages. Auch dies ist ein Grund dafür, dass wir gegen die EU-Verfassung sind.

Die Atomenergie ist ein Beispiel; wie die kapitalistische Verwertungslogik funktioniert: Es geht dabei nicht um Sicherheit, nicht um Menschenleben und schon gar nicht um die Umwelt; es geht um den Profit einiger weniger (global agierender Konzerne, Regierungen und Banken….)

Gegen diese Verwertungslogik stellen wir uns quer, und zwar nicht nur auf Atomenergie bezogen, sondern auf das gesamte herrschende ungerechte Wirtschaftssystem. Wir sehen der Zerstörung unseres Planeten nicht tatenlos zu.

Den Zynismus der Betreiber erkennt man auch daran, dass der Castortransport am 26.04., am Jahrestag des Reaktor-GAUs in Tschernobyl, losgeschickt wurde. An den Folgen dieser Katastrophe sterben heute auch 19 Jahre danach noch Menschen, was uns ebenfalls vor Augen führt, wie gefährlich diese Form der Energiegewinnung ist.

Für uns spielt keine Rolle, woher die Transporte kommen und wohin sie gehen. Dieser Transport ;den wir gestoppt haben ;führt vom AKW Stade in die Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Wiederaufbereitungsanlage heißt nicht etwa Atommüllverringerung, sondern im Gegenteil Atommüllvermehrung, und wir wissen jetzt schon nicht, wohin damit. Weder in Gorleben noch in Bure noch sonst wo auf der Welt kann es ein sicheres Endlager geben. Deshalb fordern wir den Atomausstieg weltweit und sofort: Die Atomindustrie agiert global, deshalb muss unser Widerstand auch global sein. Wir lassen uns bei unseren Protesten nicht von nationalen Grenzen einschränken. Radioaktivität kennt keine Grenzen - unser Widerstand auch nicht.

A bientot

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Ende