| Castor-Transport aus Stade drei Stunden von SchülerInnen blockiert
Halt in Stade In der Nacht vom 27. April blockierte eine Gruppe junger Anti-Atom-AktivistInnen den letzten Castor-Transport aus dem AKW Stade. Mit einer Ankett- und einer Kletteraktion wenige Minuten nach der Abfahrt hielten sie den Zug für insgesamt drei Stunden auf. Der mit vier Castor-Behältern beladene Zug war auf dem Weg vom abgeschalteten Atomkraftwerk Stade in die französische Plutoniumfabrik La Hague. Kurz nach der Abfahrt musste der Transport anhalten, weil sich ein 18-jähriger Abiturient aus Bayreuth, gut einen Kilometer vom AKW entfernt, mit den Fußgelenken und Armen an die Stahlkonstruktion einer Brücke gekettet hatte, über die der Transport rollen mußte. Der Bundesgrenzschutz löste den jungen Mann mit schwerem Gerät aus dem Gleis. Am Güterbahnhof in Stade kam es zu einer weiteren Blockade: zwei 18-jährige Schüler aus Neumünster spannten über den Gleisen hängend ein Transparent auf. Nach drei Stunden setzte der Atommüll-Zug seine Fahrt fort. Die Vier wurden mehrere Stunden in Polizeigewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt, allen drohen Strafanzeigen. Ein beteiligter Student erklärte dazu: „Mit unseren symbolischen Aktionen zeigen wir deutlich, dass wir nicht nur gegen Atomkraft sind, sondern auch etwas dagegen tun. Wir wollen Sand im Getriebe sein! Wir dürfen das Problem der Atommüllentsorgung nicht zukünftigen Generationen aufhalsen.“ Der Atomkonsens sei eine Mogelpackung und garantiere den Atomkraftwerksbetreibern mindestens zwei weitere Jahrzehnte am Netz, anstatt eine längst überfällige Energiewende weg von fossilen Energieträgern hin zu regenerativen einzuleiten. Das Transparent mit der Aufschrift „Ausstieg statt Konsenslüge“ verdeutlicht die Forderung der Gruppe nach einem sofortigen Atomausstieg. Dass der so genannte Atomkonsens nicht den Ausstieg bedeutet, beweist die Tatsache, dass die Kapazität der Urananreicherungsanlage in Gronau mehr als verdoppelt wird. „Der Atommüll ist nicht aus der Welt, nur weil demnächst kein deutscher Atommüll in die Plutoniumfabriken im Ausland transportiert wird. Es gibt also keinen Grund, den letzten WAA-Transport zu feiern!“, so eine Sprecherin der Gruppe.@ Für Rückfragen:
Hanna Poddig: 0175-9767027 Christof Neubauer: 09273- 8273 Von der Aktion sind Fotos und Videomaterial im HDTV-Format erhältlich Hinrich Schultze, 0172- 40 50 947 hini@hinifoto.de oder Hans-Jürgen Wege, dpa, 0171- 41 78 322 h.j.wege@t-online.de
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