Deutsche und zwei französische Atomkraftgegner stoppten den Atommüllzug aus Stade durch eine Ankettaktion.

Internationale Schienenankettaktion
Erlebnisbericht aus Frankreich

von alles wird gut

In der nähe von Morhange fand eine Ankettaktion von Jugendlichen AktivistInnen aus Frankreich und Deutschland statt. Die Jugendlichen kommen aus dem Wendland und aus versch. Orten in Frankreich. Die gemeinsam vorbereitete Aktion sollte die Solidarität untereinander zeigen und ein Signal des Weitermachens setzen. Außerdem wollten sie zeigen das ein Eingreifen in den mörderischen Atomkreislauf möglich ist.

Bei der Aktion gab es Streckenposten und mehrere Stoppergruppen die ua. mit Feuerwerk und Rauchfackeln dafür sorgten, dass der Castorzug ca. 800 m. vor der Blockadestelle anhielt. Der Hubschrauber der nach der ersten Warnung der Stoppergruppen die Gleise weiträumig abflog, entdeckte dann die Blockadegruppe neben den Schienen, ca. 50 m. vorher wurde nochmals mit Lichtsignalen gewarnt. Die Ankettgruppe und ihre UnterstützerInnen, ausgerüstet mit Fackeln, Warnwesten und Transparent, gingen erst auf die Gleise nachdem sie vom Vorposten erfahren hatten das der Castor wirklich steht. Erst als sich nach ca. 20-30 min. französische CRS – Bullen näherten, (mit dem deutschen USK vergleichbar) ketteten sich die Aktivisten an.

Recht schnell wurden die 15 UnterstützerInnen aus Frankreich und Deutschland abgedrängt. Anschl. versuchten die Bullen verbal die Leute im Rohr zum losmachen zu bringen, als dies nichts nützte wurde kräftig von beiden Seiten an ihnen gezogen, doch außer Schmerzensschreie brachte auch dies nichts. Daraufhin machten sie sich daran, das erste Rohr mit einer Flex zu öffnen.

Während der gesamten Zeit waren die Bullen sehr brutal, trampelten auf den Leuten rum und beschimpften sie, teilweise rochen sie nach Alkohol. Beim Flexen wurde kein Schutz ins Rohr geschoben, außerdem wurde nicht mit Wasser gekühlt, so das die Angeketteten durch starke Hitze und Flexfunken teilweise Brandblasen davon getragen haben. Sie wurden immer wieder getreten, Schreie wurden ignoriert. Auch der die AktivistInnen begleitende Arzt wurde die meiste Zeit der Zugang zu den Aktivisten verwehrt.

Nach knapp 2 Stunden waren die vier Aktivisten aus den Rohren gelöst und wurden auf die Polizeiwache gebracht. Dort wurden sie unter weiteren Beschimpfungen und psychischen Druck verhört. Unter anderem spielten die Bullen mit ihren Waffen und es gab Sprüche wie: “ Beim nächsten mal fährt der Castor mit 120 km/h über euch drüber und ihr seid Vogelfutter!” Nach knapp einer Stunde wurden sie ohne ED-Behandlung entlassen. Das Polizeiverhalten war anders als die letzten male bei Ankettaktionen in Frankreich. Es war eine bewusste Einschüchterung von Menschen, die direkt, aber gewaltfrei, in den Transportablauf eingreifen. Die AktivistInnen waren sehr geschockt über das Vorgehen der Französischen Polizei.

Alles in allem aber eine gute Aktion die gezeigt hat, das mensch eingreifen und die kapitalistische Maschine für einen kurzen Moment zum stolpern bringen kann. Und das Gefühl was mensch hat wenn das “Ding” steht ist einfach wunderbar...!

Uns ist bewusst, das nach dem Tod von Sèbastien vielen die Aktionsform des Ankettens diskussionswürdig erscheint, wir haben uns jedoch trotzdem und grade deshalb dafür entschieden. Wir haben alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gertroffen, so dass zu keinem Zeitpunkt für uns oder andere eine Gefahr bestand. Sowohl die Deutschen wie auch die Französischen Medien berichteten kaum über die Aktionen die den Castortransport von Stade nach LaHague begleiteten.@

Fight for your future –
Stop Nuclear Power!
Widerstand ohne Grenzen –
Resistance sans frontières!

Zum Inhaltsverzeichnis aaa 162 zurück zum Inhaltsverzeichnis aaa 162

Ende