| Al-Baradeis Bericht zu Südkorea
Südkorea In einem Bericht von Mitte November hat der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA), al-Baradei, auch die Situation in Südkorea zuhanden des Gouverneursrats zusammengefasst. Er stellt darin fest, dass das Land zwischen 1982 und 2000 verschiedene Experimente und Aktivitäten durchführte, die es der IAEA nicht, wie es aufgrund der Safeguard- Abkommen verpflichtet gewesen wäre, meldete. Dazu gehören die Konversion von Uran und dessen Anreicherung ebenso wie die Abtrennung von Plutonium. Auch in den letzten Jahren waren die Inspektoren in Wien offensichtlich noch mit Falschinformationen abgespeist worden. So wollte die Atombehörde Ende 2002 und im April 2003 im koreanischen Atomenergie-Forschungsinstitut Kaeri in Daejeon das Zentrum für Laserforschung besuchen, erhielt aber keine Erlaubnis dazu. Im März dieses Jahres wurden die Inspektoren zwar zugelassen, durften aber keine Proben nehmen. Es wurde erklärt, das Forschungsprogramm umfasse keine nuklearen Materialien. Am 23. August erfolgte dann aber die Erklärung, dass hier tatsächlich Uran abgetrennt worden war. Anfang 2000 waren drei Experimente mit der Laser-Isotopen-Trenntechnik und 3,5 Kilogramm Natururan gemacht worden. Dabei waren 200 Milligramm angereichertes Uran hergestellt worden, zum Teil mit einem Anreicherungsgrad von bis zu 77 Prozent Uran 235. Seoul erklärte im August, die Anlage sei inzwischen abmontiert worden und die Regierung habe erst kürzlich von den Experimenten erfahren. Die IAEA bestätigt zwar, dass es sich, wie behauptet, um relativ geringe Mengen gehandelt habe; sie hält jedoch fest, dass das dabei verwendete Nuklearmaterial und verschiedene Schritte hätten gemeldet werden müssen. Auch bei der Umwandlung von Uranerz zu 25 Kilogramm sogenanntem Yellow Cake, einem Zwischenschritt bei der Brennstoffherstellung, enthielt die südkoreanische Deklaration von diesem August noch nicht Informationen über alle Aktivitäten. Ähnliches gilt für die Abtrennung von Plutonium aus fünf kleinen Brennelementen im Frühjahr 1982, die mit 2,5 Kilogramm abgereichertem Uran in einem Forschungsreaktor in Seoul bestrahlt worden waren. Auch hier waren manche Informationen nicht korrekt. Am 5. November hat Südkorea dann der IAEA bekannt gegeben, dass in den Brennelementen 0,7 Gramm Plutonium produziert worden seien. Auch die Inspektoren gehen davon aus, dass es sich um eine Menge in dieser Grössenordnung handelte. Sie dürfte zu etwa 98 Prozent aus dem für Bomben idealen Spaltstoff Plutonium-239 bestanden haben. Südkorea hat auf Nachfragen der IAEA diesen Oktober zudem Informationen über Versuche Ende der siebziger Jahre mit einer Methode zur chemischen Anreicherung von Uran übergeben. aus Neue Zürcher Zeitung vom 26. 11 2004
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