Atomkraftgegnerinnen blockieren Urantransport mehrmals

Atommüllexport nach Russland

Atomkraftgegnerinnen aus dem Münsterland, Niedersachsen und den Niederlanden ist es mehrfach gelungen, den Urantransport mit abgereichertem Uran von Gronau nach Russland durch Schienenblockaden zu behindern. Schon in Gronau blockierten am gestrigen Nachmittag ca. 30 Demonstrantinnen die Abfahrt des Atomzuges mit seinen 19 Waggons für mehr als zwei Stunden.

Zeichnung: Urantransportstrecke von Gronau über Münster, Rheine, Hengelo, ...

In den späten Abendstunden konnten Umweltschützerinnen durch zwei Schienenblockaden zwischen Schüttorf und Bad Bentheim den Urantransport erneut für eine Stunde aufhalten. Die Strecke wurde vom BGS zwischenzeitlich für den gesamten Zugverkehr gesperrt. Erst gegen 1 Uhr passierte der Atomzug Hengelo auf der Weiterfahrt zum Verschiffungshafen Rotterdam.

In Gronau, Metelen, Borghorst, Münster, Greven, Schüttorf, Bad Bentheim und in Hengelo/NL fanden zudem Kundgebungen und Mahnwachen direkt an der Bahnstrecke statt. Allein in Gronau waren ca. 40-50 Demonstranten vor der UAA, in Borghorst und Münster jeweils rund 25, in Greven 15-20. Eine derartige Breite an Protesten hat es gegen einen Urantransport noch nicht gegeben. An vielen Orten versammelten sich spontan Menschen, um gegen diesen unverantwortlichen Atommüllexport zu demonstrieren. Polizei und BGS waren nach unseren Schätzungen mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz und zeigten sich stellenweise klar überfordert.

Es zeigt sich, dass die Proteste gegen die Castor-Transporte nach Ahaus kein Einzelfall sind. Die Menschen im Münsterland haben die Atomtransporte vor ihrer Haustür generell satt. Deshalb fordern wir einen sofortigen Stopp aller Atomtransporte durch die NRW-Landesregierung. Auch die Bundesregierung ist aufgefordert, den gefährlichen und unsinnigen Atommülltourismus durch halb Europa zu verbieten.

Es hat sich zudem gezeigt, dass die Proteste nicht mehr allein auf NRW begrenzt sind. Auch im benachbarten Niedersachsen und in den Niederlanden entwickeln sich Proteste. Wir kündigen schon jetzt an, auch den nächsten Urantransport von Gronau nach Russland mit massiven Protesten zu behindern. Die NRW-Landesregierung muss endlich mit dem Atomausstieg beginnen. Und das heißt für die Menschen im Münsterland: Sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau und einen endgültigen Einlagerungsstopp für das Zwischenlager Ahaus.

Obwohl Landesregierung, Betreiberfirma Urenco und die Polizei versuchen, Termine für Atomtransporte streng geheim zu halten, ist es in den Anti-Atomkraft-Initiativen gelungen, den Transporttermin exakt zu recherchieren. Es ist ein Skandal, dass Atomtransporte wie ein Staatsgeheimnis behandelt werden, um Proteste zu verhindern. Nicht die Proteste sind das Problem - die Atomtransporte sind das Problem. Wir werden auch weiter die Geheimtransporte öffentlich machen.@

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