| Will Düsseldorf den Ausbau der Gronauer Atomfabrik noch vor der Sommerpause genehmigen?
Gronau Unklarheit herrscht derzeit darüber, ob und wann der Ausbau der Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) genehmigt werden soll; Genehmigungsbehörde ist das NRW-Energieministerium. Inoffizielle Kreise erwarten die Genehmigung noch vor der politischen Sommerpause, bzw. im Zeitraum vor der NRW-Kommunalwahl (26.9.2004). Andererseits wird spekuliert, daß nach den jüngsten Protesten und Blockade-Aktionen gegen einen Urantransport von Gronau nach Rußland (22.6.2004) die Genehmigung erst in 2005 erteilt werden soll. Gegen den Ausbau der UAA und gegen ein gleichzeitig beantragtes „Zwischenlager“ für ca. 60.000 Tonnen Uranoxid neben der UAA Gronau wurden im vergangenen Jahr rund 7.000 Einsprüche erhoben. Der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau befürchtet, daß die Landesregierung ungeachtet aller Proteste die Genehmigungen erteilen will, und daß der Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren der Anlage und der damit verbundenen Urantransporte von der Landesregierung außer acht gelassen werden wird. Dessen ungeachtet rufen der AKU Gronau, die Initiative „Widerstand gegen Atomanlagen“ (WIGA) aus Münster u. a. weiterhin zum Protest und Widerstand gegen den Betrieb und geplanten Ausbau der Gronauer Atomfabrik auf. „Wer sich nicht wehrt, hat schon verloren“, so ein Sprecher der Initiativen. Grenzüberschreitende Proteste gegen Uranfabriken in Gronau und Almelo Gronau / Almelo, 5. Juli 2004: Rund 25 AtomkraftgegnerInnen, darunter auch einige aus den Niederlanden und aus Niedersachsen, haben am 4. Juli 2004 in Gronau mit dem traditionellen Sonntagsspaziergang gegen den Betrieb und geplanten Ausbau der Urananreicherungsanlage (UAA) demonstriert. Ein Mitglied des Gronauer Naturschutzvereins verteilte dabei Unterschriftenlisten gegen die UAA an die TeilnehmerInnen, die ausgefüllt beim NRW-Energieministerium eingereicht werden sollen. Nach dem Sonntagsspaziergang tagte das Deutsch-Niederländische Anti-Urenco-Treffen. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluß deutscher und niederländischer Bürgerinitiativen, die gemeinsam den Widerstand gegen die Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo (NL) organisieren. Betrieben werden beide Anlagen vom Urenco-Konzern. Bei dem Treffen wurden die jüngsten Aktionen gegen einen Urantransport von Gronau nach Rußland (22./23.6.2004) als voller Erfolg gewertet. Erstmals gab es auch in den Niederlanden Proteste. In zwei niederländischen Bahnhöfen wurde gegen den Zug demonstriert und es gab in Hengelo auch eine kurzfristige Blockade des Zuges. „Die Bürgerinitiativen behalten sich vor, bei einem weiteren Urantransport ihrer Wahl erneut grenzüberschreitend mit Mahnwachen und sonstigen Aktionen die hochgefährlichen Urantransporte und die Uranindustrie insgesamt anzuprangern“, so ein Sprecher der Initiativen. Für die nächsten Wochen und Monate haben die Bürgerinitiativen einen umfassenden Aktionsplan gegen die Urananreicherungsanlagen festgelegt. Am 1. August und 5. September 2004 finden an der UAA Gronau trotz der Sommerferien die nächsten Sonntagsspaziergänge statt; sie beginnen jeweils um 14.00 Uhr. Dabei soll am 5. September 2004 der Widerstand gegen die UAAs in Almelo und Gronau symbolisch verknüpft werden. Die Gronauer SonntagsspaziergängerInnen werden dann um 15.00 Uhr von der Gronauer UAA zur UAA Almelo aufbrechen, um dort um 16.00 Uhr mit niederländischen Initiatiativen vor der niederländischen Uranfabrik zu demonstrieren. Mit dieser Aktion soll auch die Klage der niederländischen Umweltorganisation Milieudefensie gegen den Ausbau der UAA Almelo international unterstützt werden.
Nähere Informationen zu den Urananreicherungsanlagen gibt es beim
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