eine etwas andere Tour de France

Fessenheim – Penly

von Markus Pflüger

Frankreich ist wichtigster Atomstromproduzent in Westeuropa und plant den Bau neuer Atomkraftwerke mit Unterstützung des deutschen Atomkonzerns Siemens – die enormen Potentiale im Bereich regenerativer Energien und Energieeinsparung bleiben weiterhin ungenutzt. Zusammen mit Großbritannien ist Frankreich außerdem eine der beiden Atommächte der Europäischen Union und ignoriert damit den Atomwaffensperrvertrag.

Vom 24. April bis 23. Mai 2004 veranstalten europäische Anti-Atom-Initativen daher in Frankreich eine Aktions- und Informationstour für den Ausstieg aus der Atomenergie. Eine Buskarawane wird die Öffentlichkeit über die Gefahren der Atomenergie und Chancen regenerativer Energien und Energiesparen aufklären

Mit Theater, Musik, einer Wanderausstellung, Videos, Diskussionsveranstaltungen und Aktionen wird durch ganz Frankreich getourt und dabei an verschiedenen Stationen der Atomspirale Halt gemacht. Dazu gehören Urananreicherung, laufende Atomkraftwerke, Militäranlagen, Plutoniumfabrik und Routen von Atomtransporten sowie Atommülllager. Zwischen den atomaren Standorten, gibt es Etappen zu Orten mit erneuerbaren Energien und atomarer Abrüstung.

Etappenstart dieser internationalen Anti-Atom-Tour ist das Elsass mit einer Demo zum Tschernobyl-Jahrestag bei Fessenheim, dem ältesten laufendem AKW Frankreichs. Durch Lothringen – über den Endlagerstandort Bure – Burgund und das Rhonetal, verläuft die Tour über den Südwesten Frankreichs und die Bretagne. Es geht weiter über die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague bis Rouen in der Normandie. Ziel ist einer der beiden bisher geplanten Standorte für den Bau des EPR, nämlich Penly oder Flamanville. Dieser Europäische Druckwasser-Reaktor soll als Pilotanlage einer neuen Reaktorlinie zur Wiederbelebung des französischen Nuklearparks und für den Export zum Beispiel in die Dritte Welt dienen. Details zum Streckenverlauf sind unter www.sortirdunucleaire.org zu finden. Die Homepage vom réseau sortir du nucléaire, dem französischen Netzwerk Atomausstieg, die diese Tour zusammen mit VertreterInnen aus anderen Ländern, Umweltorganisationen sowie örtlichen Antiatominitiativen organisieren.

Eine Buskarawane transportiert die beteiligten KünstlerInnen und AktivistInnen. Dazu kommen ein Info- und Ausstellungsbus, der die Gefahren der Atomenergie sowie die erneuerbaren Energien vorstellt, und eine Reihe von Solar- oder mit Biokraftstoffen betrieben Fahrzeugen. Sowie eine mobile Küche, nämlich das biologisch-vegetarische Kochkollektiv „Rampenplan“ und ein Bühnen- und Lautsprecherwagen der Gruppe „Theaterstraat“ mit Veranstaltungslogistik zum Selbstkostenpreis. Geschlafen wird in Gruppenunterkünften wie Schulen, Sportstätten oder bei Biobauern. Der TeilnehmerInnenbeitrag für die Verpflegung richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten des/der Einzelnen und soll sich auf ca. 7 Euro pro Tag belaufen. Weitere Finanzquellen sind Geld- und Materialspenden von ngo’s und von sogenannten sozial-ökologisch verträglichen Unternehmen. Bildarchiv und Filmdokumentation werden durch einen eigenen Kameramann und Fotografen gewährleistet, die die Tour begleiten. UnterstützerInnen und MitmacherInnen auch nur für einzelne Etappen sing willkommen- Plakate, Faltblätter und weiter Infos zur Tour gibt’s beim Reseau.

Kontakte und Infos:
http://www.sortirdunucleaire.org
sowie bei André Larivière, Neyrolles,
F-43440 Champagnac Le Vieux
Tel.: (0033) 4 71 76 36 40
E-Mail: andre.lariviere@club-internet.fr

Elise Leijten, 95214 - NL-1090 HE Amsterdam
Tel.: (0031) 20 66 50 273
E-Mail: bries11@euronet.nl

oder beim BUND RV Südlicher Oberrhein:
bund.suedlicher-oberrhein@bund.net

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