Terror-Bomben-Attentate

von Ilona Joerden

Bei den Trauerreden führender Politikerinnen und Politiker weltweit zu verbrecherischen Terrorattentaten fällt mir immer wieder auf, dass sie sich meistens zuerst an die betroffenen nationalen Regierungen, dann mit Dank an die Sicherheitskräfte und erst zuletzt an die Verletzten und die Angehörigen der Toten richten.

Mir fällt auch auf, dass nie mit gleichem Trauerpathos und gleich heftiger Empörung über die vielen Tausend Menschen getrauert wird, welche durch militärische „Interventionen „ westlicher Industriestaaten verletzt, verstümmelt und getötet werden, wie jetzt im Irak und Afghanistan.
Auch den täglich Tausenden von Menschen, welche an Armut, Hunger, Folter und Verfolgung und durch Kriegsrelikte, wie Minen und Uranverseuchung elendig zugrundegehen, gilt dieses Trauerinszenierung nicht.

Doch Menschen durch Armut und Hunger, Verfolgung und Folter, Umweltverbrechen und Krieg zu töten, ist auch Terror, millionenfacher Terror. Krieg ist der grösste Terror und Terrorattentate sind seine Nachahmung.
Das auffällig einseitige Trauerpathos über die Schrecken terroristischer Attentate nutzt offensichtlich das Bedürfnis der Menschen nach einem Leben in Sicherheit aus. Ängstliche lassen sich besser regieren und zu nationalistischem Einheitsdenken verführen.

Da lassen sich dann leicht „Innere Sicherheit“ und Hightec-Militarisierungs-Konzepte weltweit als „wehrhafte Demokratie“ verkaufen und von politischen Misständen nach Innen und Aussen ablenken. Die Fragen nach den Ursachen von Hunger, Armut, Folter und Verelendung, von Krieg und Terror können dann von den Verursachern leichter unterdrückt werden.

Gerade diese politische „Un-Kultur“ von Nationalismus und Militarismus erlebt im Zuge der ökonomischenm Globalisierung eine Renaissance, auch wenn das auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein scheint.

Der 11.September 1973 in Santiago de Chile, der 11. September 2001 in New York, der 11.März 2004 in Madrid - warten wir ängstlich auf einen nächsten „11.“ ?
Oder denken wir nach , wie jede Art von Terror, der (national)staatliche wie der von sendungsbewussten fanatischen Gruppierungen, entsteht und wie sein Wachstum verhindert werden kann ?

Feuer lässt sich nicht mit Feuer löschen und Terrorattentate lassen sich nicht durch Sicherheitswahn und Kriegsterror verringern.@

Zum Inhaltsverzeichnis

Ende