Eine Idee, die auf ihre Umsetzung wartet:

Castorelle Landpartie
Mit Kunst und Kultur gegen Castor und Atomkraft

Aufruf zur Mitarbeit

Wer kennt sie nicht, die "Kulturelle Landpartie", bei der inzwischen Zehntausende von Himmelfahrt bis Pfingsten das Wendland und seine Wunderpunkte bereisen? KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen öffnen ihre Tore, die Sonne scheint und das Leben ist schön. Entstanden ist dieses etwas andere und damit bundesweit einmalige Kulturfestival vor dem Hintergrund des Widerstandes gegen das Atommüll-Lager in Gorleben. Viele der AusstellerInnen und VeranstalterInnen sind aktiv gegen Castor und Konsorten. Im Frühling zeigen sie aber, wofür sie diesen ganzen Kampf überhaupt führen.

Mitarbeit ...

Weil die "Kulturelle Landpartie" ihre Wurzeln im Gorleben-Widerstand hat, ist jetzt die Idee entstanden, vor und während dem Castor-Transport im Herbst den Bogen zurück zu schlagen: In einer "Castorellen Landpartie" beziehen Kunst und Kultur eindeutig Position im Streit um die Atompolitik. Auch diesmal soll Aufsehenerregendes geboten werden, auch diesmal werden hoffentlich Tausende aus Nah und Fern kommen. Ob die Sonne scheint und das Leben so schön wie im Frühling sein wird, können wir nicht garantieren. Denn das Wendland hat eben neben all seinen Wunderpunkten auch einen großen wunden Punkt: Gorleben.

Die konkrete Idee der "Castorellen Landpartie": Entlang der Castor-Transportstrecke von Lüneburg bis Gorleben soll in den vier Wochen vor und auch während dem Transport Kunst und Kultur in all ihren Spielarten stattfinden.

Kunst und Kultur, die Stellung bezieht Kunst und Kultur, die öffentliche Aufmerksamkeit erregt Kunst und Kultur, die Irritationen auslöst Kunst und Kultur, die viele Leute anlockt

Das können zum einen Konzerte, Auftritte und Lesungen von MusikerInnen, SchauspielerInnen, AutorInnen, KabarettistInnen, ArtistInnen aller Art sein, bekannte und (noch) unbekannte. Entlang der Strecke gibt es viele Dorfsäle, Scheunen und Plätze, in denen diese Veranstaltungen stattfinden können.

Zum anderen gibt es einen Aufruf an bildende KünstlerInnen und AktionskünstlerInnen, auf Feldern, Wiesen und anderen Grundstücken entlang der Transportstrecke mit "Irritationen am Wegesrand", also Skulpturen, Installationen, Bildern, Happenings und aller Art von Landschaftskunst in den Wochen vor dem Castor das kommende Ereignis zu kommentieren und die Menschen aufzurütteln.

Eine konkrete Idee für die Landschaftskunst gibt es schon, auf die sich das Ganze aber nicht reduzieren muss: Wie wäre es, wenn mit möglichst unterschiedlichen Materialien und Formen viele Bäume an der Transportstrecke ein "Gesicht" bekommen und sich ausdrucksstark zum bevorstehenden Castor-Transport verhalten. Vielleicht werden mache Bäume sogar eine Stimme haben, wer weiß... Gedacht ist insgesamt an eine gute Mischung aus "Hochkultur", Pop-Kultur, Avantgarde und der Idee, dass letztlich jede/r KünstlerIn ist. Die Teile mit Veranstaltungs-Charakter (z.B. Konzerte) sollen eher an den Wochenenden stattfinden. Die Landschaftskunst sollte etwa vier Wochen vor dem Tag X installiert sein, also ungefähr ab Anfang bis Mitte Oktober.

Die ganze Geschichte soll aber nicht vor dem Castor abgeschlossen sein, sondern auch noch in der heiße Phase, also selbst noch am Tag X laufen, natürlich mit der Gefahr, dass dann nicht mehr alles so wie vielleicht geplant stattfinden kann. Das Schöne an der Idee ist, dass Kunst und Kultur hier nicht nur zur "Illustration" oder als "Begleitmusik" benutzt werden ("Wir brauchen noch eine Band für unsere Demo"), sondern einen eigenständigen Part übernehmen, ja wenn es gut läuft, sogar die Hauptrolle spielen. Wenn z.B. eine Installation neben der Transportstrecke gelungen ist, dann ist sie eben nicht nur Erläuterung dessen, was geschieht oder ein Blickfang für die Medien, sondern eine Sache, die selbst politischen Wandel erzeugt, weil sie mit den Menschen etwas macht.

Natürlich ist die Zeit für so ein Projekt schon denkbar knapp, denn viele Kulturschaffende haben langfristige Zeitpläne. Trotzdem wollen wir den Versuch machen. Klar ist, dass angesichts der knappen Zeit jeder Tag zählt. Wenn manche Dinge nicht möglichst schnell angestoßen werden, sind sie nicht mehr zu realisieren.

Deshalb der dringende Appell an alle LeserInnen dieses Aufrufs: Wartet nicht, dass irgendwer was organisiert, sondern werdet selbst aktiv: Überlegt, ob ihr künstlerisch aktive Menschen kennt, die sich durch das Projekt "Castorelle Landpartie" angesprochen fühlen könnten, ob Ihr vielleicht sogar selbst einen Beitrag leisten könnt. Nur wenn Ihr einen Teil dieser Idee umsetzt, wird es die "Castorelle Landpartie" geben.

Jeder noch so kleine Hinweis zählt.

Meldet Euch im Büro der Bürgerinitiative! 05841 - 4684
oder http://bi-luechow@t-online.de

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