Konferenz und Kampagne

Das Problem der Verseuchung und Gefährdung von Mensch und Umwelt durch DU- bzw. Uranwaffen wurde erst in der Öffentlichkeit bekannt und diskutiert, als die ersten an Kriegseinsätzen beteiligten Soldaten erkrankten. Zu diesem Zeitpunkt waren schon viele Jahre verstrichen, seit diese chemisch-radiologischen Waffen zum ersten Mal im Golfkrieg in großen Mengen eingesetzt wurden. Daß die toxischen und radioaktioven Wirkungen des abgereicherten Urans in diesen Waffen den Verantwortlichen bereits vor ihrer Verwendung hinreichend bekannt waren, wird aus vielen offiziellen Sicherheitshinweisen und Anordnungen im Umgang mit diesem Material offensichtlich. Allerdings sind diese Hinweise auch erst im Nachhinein an die Öffentlichkeit gelangt.

Trotz des Wissens um die Gefährdung, oder gerade deswegen, wurden und werden die bekannten Sachverhalte immer noch von Militärs, Regierungen, Atom- und Waffenindustrie, verschwiegen, unzureichend preisgegeben und heruntergespielt. Recherchen und Untersuchungen von internationalen Gesundheitsorganisationen und WissenschaftlerInnen werden behindert und boykottiert. Kritische WissenschaftlerInnen werden unter Druck gesetzt und verlieren ihre Arbeit. Gleichzeitig wurden Studien in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, die Harmlosigkeit von DU "wissenschaftlich" zu belegen und den Zusammenhang von DU-Waffen mit den gefundenen Erkrankungen zu verschleiern und zu leugnen.

Inzwischen sind mehrere Kriege geführt worden und es ist bekannt, dass weiterhin viele Tonnen von Uranwaffen dabei in Bosnien, im Kosovo, in Afghanistan und im 2. Golfkrieg abgeworfen und eingesetzt wurden. Das zeitweise große Interesse der Öffentlichkeit an diesen Waffen, nach jedem Krieg und den danach auftauchenden krebskranken Soldaten neu angeregt, wurde von offiziellen Stellen immer wieder erfolgreich runtergekocht. Selbst in wissenschaftlichen Kreisen und der Friedensbewegung gab es in diesem Zusammenhang viel Verwirrung.

Konferenz
Deshalb sieht es Marion Küpker, Vertreterin der GAAA ( ) dringend an der Zeit, eine Welt-DU-Uran-Waffen-Konferenz zu organisieren, um alle Friedensbewegten, Anti-Atom-AktivistInnen, WissenschaftlerInnen, Betroffenen und Interessierte zusammenzubringen. Ziel ist neben Austausch und Vernetzung, eine gemeinsame unabhängige Studie auf den Weg zu bringen. Sie soll das Anliegen, eine Ächtung der Uranwaffen nach internationalem Recht und der Haager Konvention durchzusetzen, wissenschaftlich untermauern . Eine umfassende unabhängige wissenschaftliche Überprüfung der existierenden Daten, eine fortführende unabhängige Studie und ein gemeinsamer Aktionsplan wird nach Meinung der OrganisatorInnen der Konferenz zu den benötigten Beweisen führen, um Uranwaffen offiziell durch die internationale Gemeinschaft geächtet zu kriegen. Die Konferenz findet vom 16. bis 19. Oktober in Hamburg statt.

Kampagne
Ein ähnliches Anliegen hat Damacio Lopez, Vorsitzender von IDUST, dem International Depleted Uranium Study Team. Sein Vorgehen ist aber ein anderes: Er ist schon seit Jahren unterwegs im Rahmen einer Kampagne, die ein von möglichst vielen Staaten unterzeichnetes Moratorium und später Anti-DU-Abkommen anstrebt. Zur Zeit ist er auf einer Veranstaltungsreihe auch hier in der Bundesrepublik und mobilisiert Menschen, Briefe mit Fragen zu DU-Waffen an die Regierung zu schreiben.

Sein Anliegen der Abschaffung der Du-Waffen und das Öffentlichmachen dieser Problematik durch diese Kampagne , wird von vielen Menschen und Initiativen aus der Anti-Atom und Friedensbewegung geteilt.

Allerdings gibt es auch kritische Einschätzungen, ob nicht eine solche Kampagne mit dem Ziel eines Abkommens tatsächlich der Regierung in die Hände spielt, weil mit seinem Inkrafttreten, bzw. schon mit dem Entwurfsverfahren die Anwendbarkeit des internationalen Rechts zur Ächtung von DU aufgehoben würde. Damit könnte die Verantwortung für die Anwendung und damit verbundene Konsequenzen abgewälzt werden.

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