Jahrtausendelang eroberten Soldaten hoch zu (Schlacht-)Roß fremde Länder und unterdrückten andere Völker, wir satteln unsere Pferde für Frieden, Abrüstung, Umwelt und Menschenrechte ...

Friedensritt 2003

Dieses Jahr planen wir unseren 20sten Ritt ! Vom 8.8. bis zum 17.8.2003 wollen wir vom Sommercamp in Reddebeitz/Wendland nach Munster reiten: rings um die kleine Stadt in der Heide liegen Norddeutschlands größte Truppenübungsplätze. Mitten in diesen Militäranlagen liegt auch die "Zentrale Sammelstelle der Bundeswehr für radioaktive Abfälle". Unter anderem sind in diesem Atommülllager die Überreste von Unfällen mit dU-Waffen untergebracht.

Wir können es nicht ertragen, wie Krieg wieder zum Mittel der Politik wird, wie militärisches Denken, Sprache und Handeln sich wie selbstverständlich breit machen in unserem Land, das doch mal meinte, aus den schrecklichen Erfahrungen des letzten Jahrhunderts gelernt zu haben !? Für uns rechtfertigt kein Terror, kein wirtschaftliches Interesse und auch sonst keine Ausrede solch mörderische Politik.

Es reicht uns nicht, wenn unsere PolitikerInnen gelegentlich (wenn es den eigenen Interessen gerade dient) einen Krieg ablehnen und zu verhindern suchen, sondern wir streiten weiter für eine grundsätzlich an Frieden und Abrüstung orientierte Politik, die endlich Geld und Engagement in die zivile Gestaltung der Welt steckt, und dem Militär dieses entzieht. Nur mit dieser grundlegenden Entscheidung könnten wir aufhören, auf die nächste und vielleicht letzte kriegerische Katastrophe zuzusteuern. Es gibt viele wunderbare und kraftvolle Ansätze für zivile Konfliktbearbeitung. Es fehlt nur am politischen Willen und dadurch an den nötigen Mitteln, ihre Wirkung weltweit zu entfalten...

Beim Friedensritt versuchen wir Informationen zu solchen Themen weiterzutragen, und mit Menschen darüber ins Gespräch zu kommen. Mit diesem Artikel suchen wir noch Kontakte:

  • Zu Menschen die Lust haben, ganz oder teilweise mitzukommen. Dazu ist kein Pferd nötig! Unsere Gruppe auf Stahlrössern ist ebenso wichtig, außerdem gibt es ein Begleitfahrzeug.
  • Vielleicht mag jemand noch Werbung machen, Aufrufe und Infos schicken wir euch gerne. Wer hat FreundInnen oder Verwandte, für die der Ritt ein Tip wäre?
Vielleicht macht Euch dieser Artikel ein bißchen neugierig? Last but not least macht der Friedensritt nämlich meistens eine Menge Spaß und spricht mehr Leute an, als ein Büchertisch oder eine Mahnwache allein. Je mehr Leute und Gruppen, seien es politische oder auch musikalische, künstlerische, usw. mitmachen, desto vielfältiger und hoffentlich auch wirkungsvoller kann es werden.@

ReiterInnen für den Frieden:
Die Initiative entstand in Stukenbrock in Westfalen. Dort findet jährlich am Antikriegstag an der internationalen Kriegsgräberstätte die Gedenkveranstaltung "Blumen für Stukenbrock" statt. 1981 nahmen auch Menschen mit ihren Pferden daran teil. Eine Idee wurde geboren: Seit 1984 organisieren Freizeit-ReiterInnen jedes Jahr einen meist einwöchigen Wanderritt zu politischen Themen durch verschiedene Gebiete der Bundesrepublik.

Wir trennen nicht zwischen "politischem" und "privatem" Leben. Friedensritt, das heißt mit Pferd oder Stahlroß unterwegs sein, mit Flugblättern, Transparenten, Musik und Straßentheater (Pferde sind gute Schauspieler). Gute Argumente und gute Laune (hoffentlich) auf unserer Seite. Wir unterstützen örtliche Initiativen vor Militäreinrichtungen oder Atomanlagen, auf Marktplätzen und in Fußgängerzonen.

Über die Freude an den Pferden kommen wir mit Kindern und Erwachsenen ins Gespräch. So können wir vielleicht ein paar Mitmenschen zum Denken anregen, und uns und anderen Mut machen, mehr Verantwortung für unser Zusammenleben auf dieser Erde zu übernehmen.
FriedensreiterInnen kommen aus allen sozialen Schichten, über weltanschauliche und parteipolitische Grenzen hinweg. Wir sind SchülerInnen und Arbeitslose, Hausfrauen und -männer, Angestellte, ArbeiterInnen und AkademikerInnen, ... vom Kind bis zum Rentner sind alle Altersgruppen dabei.

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