|
Diskussionspapier aus einer spontan gebildeten Arbeitsgruppe der ikks-Konferenz Konstruktives Miteinander von respect Wie schon bei manch anderem Treffen gab es auf der Anti-Atom-Bundeskonferenz in Münster eine Auseinandersetzung über die Anwesenheit von in diesem Fall einer Person. Diese Auseinandersetzung drohte zeitweise die inhaltliche Arbeit zu blockieren. Aus diesem Anlass war es uns ein Anliegen unabhängig von konkreten Personen, an denen sich aktuelle Konflikte festmachen, zu diskutieren, wie wir als Anti-Atom-Bewegung bei Zusammentreffen wie Konferenzen etc. miteinander arbeiten können. Unsere Fragestellung: Was brauchen wir, um miteinander arbeiten / in einem konstruktiven Diskussionsprozess sein zu können?
Wir haben und brauchen Vereinbarungen, um in unseren Strukturen arbeitsfähig zu sein und zu bleiben. Das Problem ist, so lange diese Vereinbarungen nur implizit angenommen und nie offen benannt werden, führt das manchmal dazu, dass a) sie unter Umständen nicht allen bekannt sind, bzw. von einigen nicht als bindend angesehen werden b) es nur schwer einforderbar ist, sich an diese Vereinbarungen zu halten c) wir uns im Konfliktfall extrem lange mit diesen Vereinbarungen befassen müssen. Diese Diskussionen können inhaltliche Auseinandersetzungen verhindern und Treffen sogar platzen lassen.
Was wir wollen: Dem sind dahingehend Grenzen gesetzt, dass rassistisches, sexistisches, antisemitisches und nationalistisches Verhalten nicht geduldet wird. D. h. aber auch, dass Strukturen, die eine Gruppe für eine Veranstaltung vorbereitet hat, nicht in einer Form in Frage gestellt werden, die diese Strukturen zerstören und/oder das Treffen undurchführbar werden lassen. Das heißt nicht, dass nicht über Strukturen geredet werden darf. Wenn dies einigen dringend notwenig erscheint, sollte es möglich sein eine AG zum Thema Strukturen anzubieten. Aber grundsätzlich ist der Ort, um sich in die Gestaltung von Strukturen einzubringen, die Vorbereitung der Veranstaltung, der Ort für grundsätzliche Kritik die Nachbereitung. Wir wollen ein respektvolles Redeverhalten, zu dem u. a. eine Begrenzung von Redezeit und -häufigkeit gehört, um eine Dominanz einzelner weitestgehend zu unterbinden. Gegebenenfalls können Menschen mit einer Moderation beauftragt werden, um eine hinreichende Redestruktur zu gewährleisten. Um überhaupt miteinander arbeiten zu können, brauchen wir ein gewisses Vertrauensverhältnis untereinander. Deshalb muss es absolut ausgeschlossen sein, dass Aussagen oder persönliche Informationen von oder über einzelne Personen ohne deren Wissen und Zustimmung so publiziert werden, dass diese Personen identifizierbar sind. Dazu gehört auch, dass Informationen über Personen, Gruppen und Bewegungen nicht an Stellen weitergegeben werden, die Leuten von diesen Treffen schaden können. Das heißt auch, jeden Kontakt mit dem Verfassungsschutz zu verweigern. Um Gerüchte und falsche Anschuldigungen zu vermeiden, sollten Vorwürfe gegen Personen nur gut begründet und belegt vorgebracht werden. Eine Ausnahme stellt Gewalt - insbesondere sexualisierte Gewalt - dar, da hierbei nicht von den Betroffenen verlangt werden kann, zu beweisen, was passiert ist. Uns ist es ein Anliegen, eine generelle Ausladung oder Ausgrenzung zu vermeiden und diese nur als allerletztes Mittel zu diskutieren.@ Ende |