Notizen aus der Atomwirtschaft

Cogema baut aus

03.08.: Cogema kann die Produktion von MOX-Brennelementen in ihrem südfranzösischen Werk in Marcoule ausbauen. Die grüne Umweltministerin (!) Dominique Voynet stimmte einem entsprechenden Erlass des Wirtschaftsministeriums zu. Die Menge Plutonium, die verarbeitet werden darf, darf 14 Tonnen (!) pro Jahr nicht überschreiten; mit der Genehmigung will Cogema vor allem den Bedarf Japans stärker decken; Cogema will die Produktion in den nächsten Jahren auf 330 Tonnen pro Jahr steigern, davon 250 Tonnen in Marcoule und je 40 in Cadarache und dem belgischen Standort Dessen (Q: FR/dpa)

Framatome plant Mini-HTR

03.08.: Das französische Reaktorbauunternehmen Framatome S.A., das allein in Frankreich seit Anfang der siebziger Jahre im Auftrag des staatlichen Stromversorgers Electricité de France (EdF) 56 Reaktorblöcke und einige weitere im Ausland erstellte, setzt weiterhin auf die Atomenergie zur Stromgewinnung.

Framatome beteiligt sich im Rahmen eines internationalen Konsortiums an der Entwicklung und dem späteren Bau einer neuen Generation von Minireaktoren. Sie sollen eine Leistung von "nur" 250 bis 300 Megawatt erhalten. Die Mitglieder des Konsortiums sind neben der Framatome die federführende amerikanische General Atomics in Assoziierung mit dem US-Energieministerium, die russische Atomenergiebehörde Minatom und die japanische Gruppe Fuji Electric.

Bei dem Projekt, dessen technische Strukturen und Merkmale jüngst in Paris den Partnern des anspruchvollen Vorhabens vorgestellt wurden, handelt es sich um eine Neuentwicklung von Hochtemperaturreaktoren mit der Modellbezeichnung GT-MHR (Gas Turbine-Modular Helium Reactor).

Nach Framatome haben die vier Partner in Paris beschlossen, die schon des längeren unternommenen Vorarbeiten für das Vorhaben weiter voranzutreiben. Der durch Helium zu kühlende Reaktor GT-MHR soll sich als besonders nützlich erweisen, da er ausser Uranium auch das gefährliche Plutonium verbrennen kann.

Nach Dominique Vignon, dem Chef von Framatome, wird der Reaktor GT-MHR alle Merkmale und Fähigkeiten besitzen, um sich gegen das Jahr 2010 mit Produktionseinheiten für thermische und elektrische Energie von mittlerer Leistungsstärke technisch und wirtschaftlich auf dem Weltmarkt durchzusetzen. Der mit Uran oder Plutonium zu speisende künftige GT-MHR soll zudem aussergewöhnlich betriebssicher und risikofrei arbeiten. Im Fall einer Überhitzung im Reaktorkern zum Beispiel dürfte die Kernspaltung von selbst zum Stillstand kommen.

Nach Framatome dürften die Kosten für die Entwicklungsstudien des GT-MHR auf etwa 320 Millionen Dollar zu stehen kommen. Für den Bau des Prototyps wären 400 Millionen Dollar erforderlich und für den ersten Reaktor im Serienbau 300 Millionen. Der erste GT-MHR soll von oder für Russland in Sibirien gebaut werden. Nach russischen Berechnungen würde dieses Projekt jedoch 730 Millionen Dollar kosten. (Q: Aargauer Zeitung)

Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Nuclear Cargo + Service GmbH

13.08.: Der Umgang mit Atommüllbehältern und Genehmigungen für Atommüll-Transporte durch die Hanauer Bahn-AG-Tochter Nuclear Cargo Service (NCS) gerät weiter in die Kritik des Bundesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz.

BBU-Vorstandsmitglied Eduard Bernhard (Hanau) hat beim Bundesverkehrsminister eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die NCS eingeleitet. Die Dienstaufsichtsbeschwerde des BBU kreist um den Vorwurf der deutschen Atomindustrie, das Bundesamt für Strahlenschutz behindere durch eine "Verstopfungsstrategie" Genehmigungen für Atommülltransporte, die die frühere Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU) im Frühjahr 1998 wegen vielfach überschrittener Grenzwerte ausgesetzt hatte. Der BBU hält dagegen, die NCS wolle für die Betreiber von Atomkraftwerken Abfalltransporte vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigt haben, obschon gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsnachweise wie überarbeitete Notfall- und Alarmpläne sowie Nachweise über das Einhalten von Strahlengrenzwerten fehlten. Diese Versäumnisse gab NCS nach Angaben des Bundesamts selbst zu. Im Detail geht es dabei um Anträge für die AKW-Standorte Biblis, Stade, Neckarwestheim und Philippsburg. Diese Reaktoren müssen eventuell wegen fehlender Lagerkapazitäten bald vom Netz gehen.

Bei der zweiten BBU-Kritik geht es um einen Atommüll-Transportbehälter für bestrahlte Brennelemente aus Forschungsreaktoren, den die NCS im Juni angeblich kontaminationsfrei aus Savannah River (USA) zurücknahm. Bei der Eingangskontrolle in Hanau zeigte sich, dass Kontaminationen an den Tragzapfen des Transportbehälters vorlagen.

MOX-Reaktor für Japan

15.08.: In Japan wurde ein neuer 1.383 MW-Reaktor genehmigt. Es wird weltweit der erste Reaktor sein, der ausschliesslich mit MOX-Brennelemente arbeiten wird. Der Bau soll 2002 beginnen und 2007 fertiggestellt sein. Standort: Ohmamachi, Präfektur Aomori. (Q: Nikkei Weekly)

Russland kauft Teile des Schnellen Brüters von Frankreich

15.08.: Bauteile des stillgelegten französischen Schnellen Brüters Superphenix werden wahrscheinlich an den Schnellen Brüter BN-600 in Beloyarsk verkauft. Interesse besteht an Teilen des Sekundärkreislaufs, z.B. Absperrhähnen und elektromagnetischen Pumpen und an Dampfkesseln um Turbinen zu testen. (Q: Nukleonics Week)

Schweiz erteilt Transporterlaubnis nach La Hague

13.08.: Das schweizerische Bundesamt für Energie (BFE) hat den Transport von 48 abgebrannten Brennelementen aus dem AKW Gösgen in die Wiederaufbereitungsanlage La Hague (F) bewilligt. Ein erster Bahntransport ist für die letzte Augustwoche vorgesehen, wie das BFE mitteilte. Im Mai 1998 waren die Transporte aus schweizerischen AKW zur Wiederaufbereitung gestoppt worden, nachdem in Frankreich radioaktiv kontaminierte Eisenbahnwagen aus der Schweiz entdeckt worden waren.

Japan will in Russland angereichertes Uran kaufen

18.08.: Die japanische Tokyo Electric Power Co (TEPCO) will, um Kosten zu senken , die Quellen zur Versorgung mit Materialien diversifizieren. Aus diesem Grunde wird erwogen, 100t angereichertes Uran von Techsnabexport (TENEX) aus Russland zu kaufen. (Q: Nuclear Market Review)

Frankreich genehmigt Endlager in Bure

18.08.: Die französische 'national nuclear waste management agency' Andra hat die Erlaubnis erteilt, in Bure ein Endlager-Laboratorium in einer Tonformation im Untergrund zu bauen. Das 245 Mio. US-Dollar teure Laboratorium soll der Erforschung der Entsorgung langlebiger hochradioaktiver Atomabfälle dienen und soll im Jahr 2001 in Betrieb gehen. Die französische Regierung hat zugleich die Erlaubnis erteilt, ein weiteres Laboratorium in einer Granitformation anzustreben. (Q: Nucleonics Week)

Erdbeben in der Türkei

19.08.: Das schwere Erdbeben (Stärke 7,4 auf der Richterskala) im Norden der Türkei wirft auch die Frage nach dem geplanten Bau des AKW Akkuya neu auf. Zwar liegt das geplante AKW im Süden der Türkei an der Mittelmeerküste nicht in der Nähe des jetzigen Epi-Zentrums, aber erst im vergangenen Jahr bebte in der 170 km entfernten Stadt Ceyhan die Erde mit einer Stärke von 6,3 auf der Richterskala; 145 Menschen starben und viele wurden obdachlos. Das AKW Akkuya soll für Beben bis zu einer Stärke von 6,5 ausgelegt sein. Geplant ist, dass das AKW im Jahre 2006 ans Netz geht. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung für den Bau erfolgen. Zu den Anbietern gehören der US-Konzern Westinghouse, die kanadische Firma AECL und das deutsch-französische Konsortium Nuclear Power International, an der auch die Siemens AG und die Hochtief AG beteiligt sind.

Frankreichs Grüne drohen Regierungsaustritt wegen AKW an

Frankreichs Grüne, die an der Regierung beteiligt sind und unter anderem die Umweltministerin stellen, haben angedroht, dass sie die Regierungskoalition platzen lassen werden, falls der sozialistische Premierminister Jospin den Bau neuer Reaktoren vom Typ Europäischer Druckwasser-Reaktor (EPR) genehmigen werde. Die Grünen verkünden, dass sie aus der Atomenergie aussteigen wollen. (Q: Yahoo!)

Schweizer AKW Leibstadt steht weiter still

Das schweizerische AKW Leibstadt, das seit dem 07.08.99 vom Netz ist, da ein Brennelement defekt ist und ausgetauscht wurde, wird nun noch weitere 4 Wochen zur Revision abgeschaltet bleiben. Zur Revision werden zu den 440 regulären MitarbeiterInnen weitere 700 von rund 100 Firmen erwartet. Bei der Revision werden 136 der 648 Brennelemente ersetzt. Die Lagerkapazität im Abklingbecken wird noch 18 Monate reichen. Ein Brennelementtransport in die Wiederaufarbeitung ist noch für 1999 geplant. (Basler Zeitung)

Neckarwerke wollen kooperieren

Die Neckarwerke AG verhandelt über Kooperationen mit der RWE Energie AG, der PreussenElektra AG und der Energie Baden-Württemberg AG über denkbare Kostenvorteile durch eine Zusammenarbeit. Ähnliche Gespräche mit der Bayernwerk AG seien möglich. Ziel sei es aber, die Selbstständigkeit der Neckarwerke zu erhalten. Größter Aktionär des Unternehmens ist die Stadt Stuttgart, die 42,5 Prozent der Anteile hält. (Q: Yahoo!)

Greenpeace greift Bundesregierung wegen Atomgeschäften an

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Bundesregierung wegen dreier Atomprojekte angegriffen: Die Bundesregierung subventioniert nach Angaben von Greenpeace drei Atomgeschäfte deutscher Firmen im Ausland. So bürge die Regierung über die Exportversicherung Hermes für 36 Millionen Mark, mit denen das slowenische Atomkraftwerk Krsko nachgerüstet werde. Die Ukraine plane, mit westlichen Krediten zwei Reaktoren zu bauen, deren Vergabe im September in der Europäischen Bank für Wiederaufbau entschieden werden. Außerdem erwäge die Regierung das geplante Atomkraftwerk Akkuyu in der Türkei zu unterstützen. Akkuyu würde inmitten eines erdbebengefährdeten Gebiets entstehen, wie Greenpeace schreibt.

Schweiz: AKW Mühleberg wieder am Netz

Nach Abschluss der Jahresrevision des AKW Mühleberg hat die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) die Freigabe für das Wiederanfahren des Werks erteilt. Während des vier Wochen dauernden Stillstands waren 40 der insgesamt 240 Brennelemente durch neue ersetzt und Revisionsarbeiten vorgenommen worden.

Bundesamt erlaubt Ausfuhr von Brennelementen

Das Bundesausfuhramt hat vier AKW-Betreibern die Ausfuhr von Brennelementen erlaubt. Wie das Bundesumweltministerium mitteilte, wurde die Genehmigung für die AKW Stade, Neckarwestheim, Philippsburg und Biblis erteilt.

Sie berechtige allerdings nicht zum Transport des radioaktiven Materials. Dafür sei eine atomrechtliche Beförderungsgenehmigung notwendig. Diese werde erst erteilt, wenn die Einhaltung der maßgeblichen Grenzwerte für den gesamten Transport garantiert sei.

Sydkraft erhebt Klage

Der schwedische AKW-Betreiber Sydkraft AB, an der die PreussenElektra AG beteiligt ist, will Klage bei der EU-Kommission gegen den Beschluss des Stockholmer Verwaltungsgerichts für eine Schließung des AKW Barsebäck einreichen. Nach Meinung von Sydkraft wurde ein Verfahrensfehler begangen, der - wenn die EU-Kommission der Klage stattgibt - eine aufschiebende Wirkung auf die Schliessung habe.

AKW Civaux 1 läuft wieder

Electricite de France (EDF) hat das AKW Civaux-1 wieder angefahren. Das AKW wurde im Mai 1998 nach Kühlmittel-Verlust abgeschaltet. Das AKW Civaux 2 wird derzeit mit Brennstäben beladen und soll Ende 1999 ans Netz gehen. (23.08.99)

Ukraine plant Joint-Venture zur Brennelement-Produktion

Die Ukraine möchte mit Russland und Kasachstan ein Joint-Venture zur Produktion von Brennstäben vereinbaren. Die Ukraine besitzt beträchtliche Vorräte von Uran und Zirconium, hat aber keine eigenen Anlagen zur Herstellung von Brennstäben. (Q: Ux Weekly, 23.08.99)

Brasilien sucht Geld für Weiterbau von Angra 3

Der brasilianische AKW-Betreiber Electrobas sucht nach privaten Geldgebern, um das AKW Angra 3 fertigzustellen. Electronuclear, die staatliche Betreibergesellschaft, hat mit der Dresdner Bank AG und der Kreditanstalt für Wiederaufbau vereinbart, einen Teil zu finanzieren. (Q: Ux Weekly, 23.08.99)

Iran plant weitere AKW

Der Iran hat Gespräche mit Russland aufgenommen, um die Möglichkeit zu erörtern, drei weitere AKW im Iran zu bauen.

Radioaktivität ausserhalb einer US-Atomanlage gefunden

Im Erdreich außerhalb einer amerikanischen Uran-Anreicherungsanlage in der Nähe von Paducah im Staat Kentucky ist radioaktiver Abfall gefunden worden. Arbeiter waren bei Bohrarbeiten auf das verseuchte Material gestoßen. Die Radioaktivität lag hunderte Male über der natürlichen Strahlung und neun Mal über dem Grenzwert der Fabrik, bei dem Alarm ausgelöst wird. Bei Tests wurden Uran und Technetium gefunden, ein radioaktives Metall, das sich schnell im Erdreich ausbreitet. In der Fabrik wird seit 47 Jahren Uran angereichert für Atomwaffen, Atom-U-Boote und Atomkraftwerke.

Österreich: EU-Beitritt der Slowakei nur nach Ausstieg aus Bohunice

Ein EU-Beitritt der Slowakei sei ohne Schließung des AKW Bohunice unmöglich. Das erklärte die österreichische Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer, die eine von ihr in Auftrag gegebene Stellungnahme zum slowakischen Energiekonzept an die Slowakei übermittelt hat. Bis zum EU-Gipfel Ende des Jahres in Helsinki müsse die Slowakei einen verbindlichen Schließungsplan vorlegen. "Ich gehe davon aus, dass das Kernkraftwerk Bohunice 2000 geschlossen wird", betonte Prammer und verwies auf diesbezügliche Passagen in der Agenda 2000 und dem Anti-Atom-Aktionsplan der Bundesregierung.

HEW-Anteile der Stadt Hamburg stehen zum Verkauf

Die Stadt Hamburg wird Ende Oktober 1999 darüber entscheiden, wer den Zuschlag für die ausgeschriebenen 25,1 Prozent der Hamburgischen Elektricitäts-Werke AG (HEW) erhält. Die Stadt plant einen Erlös von mindestens 1,3 Mrd DM. Dieser Betrag sei bereits im laufenden Haushalt eingestellt. Die Finanzbehörde machte aber keine Angaben darüber, wie viele Angebote für die HEW-Anteile eingegangen sind und wie diese im Einzelnen aussehen. Zudem bestätigte oder dementierte sie nicht, ob sich unter den Interessenten auch die RWE Energie AG, Sydkraft AB und die Electricite de France (EdF) befinden. Die internationale Ausschreibung sei offen und unkonditioniert erfolgt. Bestätigt sind Kaufabsichten der PreussenElektra AG, die bereits 15,4% an der HEW halten. Die erste Tranche der HEW-Anteile von 25,1 Prozent war bereits vor zwei Jahren veräußert worden.

PreussenElektra AG kauft in der Schweiz

Die PreussenElektra AG hat 20% der Aktien des Schweizer Stromunternehmens BWK FMB Energie AG mit Sitz in Bern gekauft.

Finnland will weitere AKW

Die finnischen AKW-Betreiber Fortum und TVO haben die Umweltverträglichkeitsstudien geplante AKW in Loviisa oder Olkiluoto erstellt und festgestellt, dass keine Gründe gefunden, die Anlagen nicht zu bauen. (Q: Nuc Net News)

Brasilien startet Probetrieb von Angra 2

Das AKW Angra 2 in Brasilien soll mit einer Leistung von 30% im Februar 2000 starten, Ende 1999 weitere Tests mit der Anlage durchgeführt werden. Die volle Leistung von 1.300 soll im April oder Mai 2000 erreicht werden.

Japan beginnt mit Bau des AKW Shika 2

Der Bau des AKW Shika 2 hat begonnen. Der Leistungsbetrieb soll im März 2006 beginnen. Das AKW des Betreibers Hokuriku Electric Power Co hat eine Leistung von 1.358 Mwe.

Australien baut neuen Forschungsreaktor

In Australien soll am Standort Lucas Height ein neuer Forschungsreaktor gebaut werden. bestehende wird im Jahr 2005 abgeschaltet. Der Neubau sei kostengünstiger als die Nachrüstung alten Anlage.

China beginnt mit Bau des AKW Lianyungang

Mitte Oktober soll der Bau des AKW Lianyungang in China begonnen werden. Die ist für 2005 vorgesehen. Es werden zwei russische WWER-1000 Reaktoren gebaut.

Schweden führt Atomstromsteuer ein

Die schwedische Regierung hat beschlossen, eine Atomstromsteuer einzuführen. Je sollen ca. 1 Öre erhoben werden. Die schwedische Atomindustrie hat natürlich scharf diese Strafsteuer protestiert und behauptet, dass man mit dieser Steuer der Umwelt einen erweise, da man den Betreibern der dänischen Kohlekraftwerke so einen verschaffe. (Handelsblatt)

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Störfälle

02.08.: das AKW Gundremmingen C musste wegen eines Fehlers im Speisewassersystem abgeschaltet werden. Ein Ventil ist defekt; das AKW war erst am 30.07. nach der Revision wieder ans Netz gegangen.

03.08.: im japanischen AKW Tsuruga sind weitere (nun insgesamt 11) Risse entdeckt worden.

08.08.: Bei Arbeiten in der seit 40 Jahren stillgelegten Plutoniumanlage Chalk River (Betreiber: Atomic Energy of Canada) in Kanada wurden zwei Arbeiter innerhalb von zwei Stunden einer Strahlenbelastung ausgesetzt, die die Höhe der jährlich zugelassenen Strahlendosis erreicht hat. (Q: Frankfurter Rundschau)

09.08.: Die US-Behörden gehen dem Vorwurf nach, dass Tausende von Arbeitern in einer staatlichen Atom-Anlage in Kentucky über Jahrzehnte hinweg radioaktiv verseucht wurden. US-Energieminister Bill Richardson ordnete eine Studie an und will mit den Beschäftigten der Uran-Anreicherungs-Fabrik Paducah Gaseous Diffusion zusammentreffen, wie die "Washington Post" berichtete.

18.08.: In Kanada ist ein Arbeiter durch unachtsame Handhabung einer radioaktiven Quelle, die in einer Messvorrichtung war, verstrahlt worden. Das Vorkommnis wurde auf Stufe 2 der INES-Skala eingestuft. (Q: NucNet News)

26.08.: Nach einem Störfall in dem südjapanischen Atomkraftwerk Sendai hat sich der Reaktor nach Angaben der Betreiberfirma automatisch abgeschaltet. Die Überwachungsanlage habe eine Unregelmäßigkeit an einem Ventil entdeckt gehabt, sagte ein Sprecher von Kyushu Electric Power, Hirokazu Terashima. Es habe keine Gefahr bestanden, dass Radioaktivität austritt, versicherte er. Die Ursache des Störfalls werde untersucht. Sendai liegt 1.000 Kilometer südlich von Tokio.

27.08.: Rund einen Monat nach Abschluss der Revisionarbeiten am schweizerischen AKW Gösgen muss das Werk erneut abgeschaltet werden. Grund ist der vorsorgliche Austausch einer Dichtung, welche die Stelle zwischen dem Generatorgehäuse und den rotierenden Teilen des Generators dichtet, wie die KKW Gösgen-Däniken AG bekanntgab. Ein grösserer Öldurchsatz im Dichtölsystem deute auf einen Schaden an dieser Dichtung hin. Die geplanten Arbeiten werden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen.

27.08.: In einem Hilfssystem des Atomkraftwerks Biblis A ist bereits am 23.08. Radioaktivität festgestellt worden. Wie die Kraftwerksleitung in Biblis erklärte, handelt es sich bei der betroffenen Anlage um ein Dampfsystem zur Beheizung von Hilfsanlagen, in dem normalerweise keine Radioaktivität herrscht. Nach Angaben des Wiesbadener Umweltministeriums lag die Aktivitätsmenge weit unterhalb der zulässigen Werte. Eine Gefährdung für Mitarbeiter und Umwelt schloss das Ministerium aus.

Wie die Kraftwerksleitung berichtete, wurde der Heizdampfkreislauf teilweise außer Betrieb genommen und eine Inspektion eingeleitet. Vermutet werde, dass sich in einem sogenannten Entgaser radioaktives Kühlwasser mit nichtradioaktivem Dampf gemischt habe. Der Vorfall wurde in die Kategorie normal eingestuft. Eine endgültige Bewertung will das Ministerium erst nach Rücksprache mit dem TÜV vornehmen.

07.09.: Der französische Zoll hat nach eigenen Angaben in den vergangenen beiden Wochen mehrfach Pilz-Ladungen aus Bulgarien beschlagnahmt, die hoch mit radioaktivem Cäsium belastet waren. Allein in Straßburg seien auf Grund der hohen radioaktiven Strahlung zwei komplette Ladungen Pilze entdeckt worden. Eine der beiden Ladungen sei viermal so hoch mit Cäsium belastet gewesen wie erlaubt. Cäsium ist ein radioaktives Element, das zum Beispiel 1986 in Tschernobyl freigesetzt worden war.

08.09.: Das schweizerische AKW Mühleberg bei Bern ist wegen eines Dampflecks für 13 Stunden abgeschaltet worden. Eine äusserst minimale Menge an radioaktivem Dampf sei ausgetreten, aber nicht an die Umgebung gelangt, erklärte die Werksbetreiberin BKW. Atomkraftgegner kritisierten die Aufsichtsbehörden.

Zur automatischen Reaktorabschaltung kam es um 21.00 Uhr. Zufällig war eine der beiden Turbinen zur Vornahme einer Reparatur an einer Öldichtung abgestellt, so dass der Reaktor nur auf einer Leistung von 50 Prozent lief. Bei der anderen Turbine ist es zu einer so genannten Dampfleckage gekommen, wie es in der Mitteilung der Bernischen Kraftwerke (BKW) hiess. Die Anlage sei dabei sofort abgeschaltet und in einen sicheren Zustand gebracht worden. BKW-Geschäftsleitungsmitglied Martin Pfisterer sagte, es sei eine äusserst minimale Menge an leicht radioaktivem Dampf ausgetreten, jedoch nicht aus der Anlage gelangt.

17.09.: Im schleswig-holsteinischen AKW Brunsbüttel ist bei einer routinemäßigen Prüfung der Turbinen- Schutzeinrichtungen geringfügig radioaktiver Dampf ausgetreten. Die freigesetzte Radioaktivität habe innerhalb der Turbinenhalle unter einem Prozent des für den Betrieb der Anlage genehmigten Grenzwertes gelegen, teilte das AKW mit. Außerhalb des Kraftwerkes habe es keine erhöhte Radioaktivität gegeben. Ursache für den Zwischenfall sei eine Leckage an einer von drei Steuerleitungen gewesen.

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Ende